Knock Off

Knock Off

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Van Dammes bester?

„Van Dammes bester Film seit Jahren!“, lobte die Hamburger TV Movie schon 1998 den rasanten Parforceritt des Exportschlagers aus Belgien, „knallhartes Genrestück, in dem Stunts und Kampfszenen die Hauptrolle spielen“, stimmte die Rhein-Hunsrück-Zeitung fröhlich mit ein. In der reißerischen Baller-Ballade beschwört Hongkongs Regie-Legende Tsui Hark (Double Team, Last Hero) die Form und Funktion in der Symbiose und Rezeptur von Action, Krimi, Abenteuer und Eastern auf packende 90 Minuten neu, zudem mit einem akuten Thema wie nie zu vor, nämlich Produkt-Piraterie.
Hongkong 1997, kurz vor der Rückgabe der Briten an China. Textilwarenvertreter Marcus Ray (Jean Claude van Damme) und Partner Tommy (Rob Schneider) sehen den lukrativen asiatischen Markt durch einen plötzlichen Tsunami von Markenjeans-Imitaten überschwemmt. In die bombigen Billighosen wurden nämlich Mikro-Sprengstoffkapseln eingenäht, mit denen die Russenmafia diesmal versucht, die schöne neue Welt zu unterwerfen. Als Marcus dann auch noch beschuldigt wird, bei dem mehr als nur illegalen Geschäft seine trainierten Hände mit im Spiel zu haben, gerät er unweigerlich zwischen die bleihaltigen Fronten chinesischer Gangster, russischer Mafiosi, britischer Kolonialpolizei und (wieder einmal) korrupter CIA-Agenten…

Mit dem bewährten unheilbaren gesunden Gespür für Tempo, Rhythmus, Witz und vor allem Selbstironie treibt Hark seine Protagonisten in der Rahmenhandlung von einer zündelnden Szene in die explodierende nächste, stakkatoartig montiert und lässig überspielend, daß der Film trotz Beteiligung von Profis wie Paul Sorvino als bitterböser CIA-Beamter und Waiting for Exhale-Beauty Lela Rochon als schlagkräftige Agentin nicht gerade ein sinnhaftes Höchstniveau bietet, sondern eher dem B-Movie-Standard mit Güteklasse A erreicht. Dies jedoch höchst unterhaltsam, nicht nur für eingefleischte Van Damme-Freaks und Genrefetischisten. Beachtlich darüber hinaus, dass „Spagat-Jean Claude“ mit wohlproportionierten Muskeln und Six-Pack-Wampe noch knackiger denn je zu vor wirkt.

Eigentlich als Jean-Claude Camille François van Varenbergam 18. Oktober 1960 in Berchem-Sainte-Agathe bei Brüssel geboren, brachte ihn sein Vater schon im zarten Alter von 11 schon zum Karatetraining. Völlig durchgestählt, bildete er sich beim Body-Building und Ballett(!) weiter. Als Brüsseler Karate-Crack und Bodybuildingmeister, träumte er wie viele seiner Zunft vom großen Durchbruch in Hollywood. Im gelobten Land schuftete er sich seit 1982 als Limousinen-Fahrer, Teppichverleger, Rausschmeißer und Trainer durch, bis ihm Kung-Fu-Großmeister Chuck Norris 1984 zu einer Anstellung als Stuntman in „Missing in Action“ verhalf. Von da an ging’s stetig bergauf, wobei nicht nur weibliche Stalker, Action-Film-Jünger und blessierte Stunt-Doubles viel von ihm profitieren konnten.

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„Van Dammes bester Film seit Jahren!“, lobte die Hamburger TV Movie schon 1998 den rasanten Parforceritt des Exportschlagers aus Belgien.
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