In The Company of Men

In The Company of Men

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Grausames Männergeschwätz

Das Thema von Beziehungen zwischen Männern und Frauen in allen Variationen ist wohl der beliebteste Filmstoff, dessen Gestaltung häufig stark an den gesellschaftlichen Trends der Zeiten orientiert ist – oder diese gar selbst kreiert. Was immer auch um das Jahr 1997, in dem In The Company of Men entstand, bei den Geschlechtern los gewesen ist: Vor allem die männlichen, aber auch die weiblichen Figuren des Films sind unerträglich, und das sowohl unter sich als auch im Umgang miteinander. Deshalb oder dennoch wurde das Spielfilmdebüt von Neil LaBute, der überwiegend ein Regisseur des Theaters ist, auf einigen Festivals gezeigt und dort auch ausgezeichnet, unter anderem beim Sundance Film Festival in Utah, bei den Independent Spirit Awards in Kalifornien und beim Edinburgh International Film Festival in Schottland.
Chad (Aaron Eckhart) und Howard (Matt Malloy) kennen sich seit dem Studium, haben gute Jobs beim selben Unternehmen und sind umständehalber auch privat häufig zusammen: Eine gewachsene, halbherzliche Männerfreundschaft, geprägt von Geschwätz über Frauen und Lästereien über Arbeitskollegen. Eines alkoholgetränkten Abends kann der redegewandte Chad seinen Kumpel Howard davon überzeugen, ein gehässiges kleines Spiel anzuvisieren, um der Weiberwelt ihre Untaten, unter denen beide schon reichlich gelitten haben, am Exempel eines einzigen Frauenexemplars einmal heftig heimzuzahlen. Der Pakt besteht darin, eine weniger attraktive Frau mit offensichtlichen Defiziten von zwei Seiten aus intensiv zu umwerben, um sie schließlich, sobald sie dahingeschmolzen ist, gemeinschaftlich abzuservieren – Tun wir jemandem weh! Die neue, gehörlose Sekretärin Christine (Stacy Edwards) erscheint rasch als das geeignete Opfer für den Rachefeldzug, in dem sich bald authentische von vorgetäuschten Emotionen kaum mehr unterscheiden lassen …

In The Company of Men berührt insofern, als dass der Film im Laufe des Anschauens immer wieder kleinere bis mittlere Aggressionen hervorruft, die sowohl von den dümmlichen Dialogen, der unpassenden, aufdröhnenden Musik wie auch der allzu faden Dramaturgie gespeist werden. Selbst die Wendungen am herbeigesehnten Ende bringen keine wirkliche Überraschung oder Intensivierung der möglicherweise an sich gar nicht üblen Geschichte mit sich, innerhalb welcher Figuren wie Darsteller geradezu enervierend, orientierungslos plappernd herumhängen. Neben diesen Ärgernissen hat der Film jedoch auch zwei angenehme Aspekte zu bieten: Zum einen eine zwar nicht schlüssige, jedoch ganz amüsante Szene in einem Büro, in der Chad einen knackigen Kollegen auffordert, ihm seine Testikel zu präsentieren – allerdings wird der Zuschauer an diesem Blick leider nicht direkt beteiligt. Andererseits hat die Kulisse des Konzernklos, die mehrmals von Chad und Howard aufgesucht wird, eine äußerst ansprechende, hübsche Tapete, auf die man sich freut und die zudem den Vorteil hat, schamlos gezeigt zu werden.

In The Company of Men

Das Thema von Beziehungen zwischen Männern und Frauen in allen Variationen ist wohl der beliebteste Filmstoff, dessen Gestaltung häufig stark an den gesellschaftlichen Trends der Zeiten orientiert ist – oder diese gar selbst kreiert.
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