Eine Witwe mordet leise

Eine Witwe mordet leise

Eine Filmkritik von Peter Osterried

Der Tod ist ihr Gefährte

Als Mrs. Marrables Mann stirbt, hinterlässt er ihr nichts. Ihr Lebensstil kann darum nicht mehr aufrecht erhalten werden, aber eine Frau von Mrs. Marrables Stand kann das natürlich nicht hinnehmen. Sie tötet darum ihre Haushälterin und bemächtigt sich derer Ersparnisse. Natürlich reichen die Ersparnisse einer Haushälterin auch nicht weit und so muss schon bald die Nächste das Zeitliche segnen.
Mrs. Marrable engagiert schließlich Mrs. Dimmock als neue Gesellschafterin. Mit ihr versteht sie sich ganz gut, aber Mrs. Dimmock ist nicht, wer sie zu sein vorgibt. Sie sucht nach Edna Tinsley, der vorherigen Haushälterin – und sie vermutet, dass Mrs. Marrable etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat.

Für eine von Problemen durchzogene Produktion ist Eine Witwe mordet leise in sich erstaunlich stimmig (und weist lediglich ein paar Continuity-Fehler auf; man achte am Ende auf den Wagen). Der ursprüngliche Regisseur Bernard Girard wurde nach vier Wochen Dreharbeiten aus seinem Kontrakt entlassen. An seine Stelle trat Lee H. Katzin, ein Routinier, der davon profitierte, mit Geraldine Page und Ruth Gordon zwei schauspielerische Schwergewichte zu haben.

Die Robert-Aldrich-Produktion lebt von Geraldine Page, die innerhalb weniger Minuten den Wechsel von der hilflosen Witwe zur eiskalten Mörderin praktiziert und das so makellos gestaltet, dass man sich ob der zügigen Charakterwendung keine größeren Gedanken macht. Dafür ist es viel zu grandios, Page bei der Arbeit zuzusehen. Sie stattet ihre Mrs. Marrable mit den unterschiedlichsten Ticks aus, lässt sie geradezu diabolisch erscheinen und gibt ihr gar noch ein verkommenes Lachen, das Schauer über den Rücken laufen lässt.

Eine Witwe mordet leise ist ein Film, der Spannung sanft und in wohldosierter Form aufkommen lässt. Der Höhepunkt kommt lange vor dem eigentlichen Ende, als Page und Gordon sich gegenüber stehen, die eine die andere durch das Haus jagt und ein faszinierender Score, der mit der Effektivität von Fingernägeln, die über eine Tafel schaben, das Ohr malträtiert, aber auch perfekt das Geschehen unterstützt.

Was in seiner Essenz lediglich ein B-Movie ist, wird durch Gordon, vor allem aber Page zu einem kleinen Genre-Klassiker, der auch mehr als 40 Jahre nach seiner Entstehung noch bestens zu unterhalten weiß – und eine Killerin zu bieten hat, die dem Zuschauer so sehr ans Herz wächst, dass man sich dabei ertappt, ihr zu wünschen, sie möge ihr böses Treiben noch möglichst lange fortführen.

Eine Witwe mordet leise

Als Mrs. Marrables Mann stirbt, hinterlässt er ihr nichts. Ihr Lebensstil kann darum nicht mehr aufrecht erhalten werden, aber eine Frau von Mrs. Marrables Stand kann das natürlich nicht hinnehmen. Sie tötet darum ihre Haushälterin und bemächtigt sich derer Ersparnisse. Natürlich reichen die Ersparnisse einer Haushälterin auch nicht weit und so muss schon bald die Nächste das Zeitliche segnen.
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