Bran Nue Dae

Bran Nue Dae

Eine Filmkritik von Beatrice Behn

Ein Aborigine-Musical

Es ist der Sommer 1969. Willie, hauptberuflich Teenager liebt es in der freien Natur zu sein. Am liebsten mit Rosie, seiner Freundin. Doch seine Mutter hat große Pläne für den Jungen und schickt in aus der Provinz nach Perth in Vater Benedictus' (Geoffrey Rush) Internat, wo er unterrichtet werden soll. Nachdem Benedictus den Jungen abstraft, läuft Willie weg. Nach Hause kann er nicht, zu groß ist seine Scham und Angst, die Mutter zu enttäuschen. Also wandert er ziellos umher, bis er auf Onkel Tadpole trifft. Wie Willie ist er ein Aborigine. Im Schlepptau mit zwei weißen Hippies macht sich die neue Patchwork-Familie auf zu einer Reise quer durch Australien, die schließlich Willie auch nach Hause zurückführen soll. Auf der Reise lernt der Junge einige wichtige Lebensweisheiten und freundet sich mit Tadpole an. Doch die Idylle hält nicht lang an, denn Vater Benedictus verfolgt Willie und will ihn zurückholen.
Bran Nue Dae ist eine lustige und völlig durchgeknallte Musical-Adaption. Dass so was meist furchtbar kitschig wird, konnte man schon bei Mamma Mia! sehen, den nicht einmal Meryl Streep retten konnte. Wenn man aber einfach nur gut unterhalten werden möchte, ist Bran Nue Dae der richtige Film: laut, poppig knallbunt und schnulzig. Die Darsteller sind allesamt sympathisch und geben sich redlich Mühe den oberflächlichen und vor Klischees nur so triefenden Charakteren Leben einzuhauchen. Geoffrey Rush als deutscher Priester macht sich dabei hervorragend. Der Verlauf des Plots und dessen Ende lassen sich schon nach kurzer Zeit erahnen, die Songs bleiben einem noch Tage später im Kopf kleben. Trotz allem Kaugummikino hat Bran Nue Dae aber doch einen kleinen edukativen Hintergrund. Zwischen all den Schnulzen erzählt der Film von der tragischen Historie Australiens als weiße Christen sich als Retter der Ureinwohner auserkoren hatten und diese unterrichten wollten (und christianisieren), um aus ihnen "richtige" Menschen zu machen.

Für Kinder ist Bran Nue Dae hervorragend geeignet oder auch für Erwachsene, wenn man einfach mal nur Abschalten und nicht allzu viel nachdenken will. Verächter von Musicals und Kitsch sollten jedoch einen weiten Bogen um diesen Film schlagen.

Bran Nue Dae

Der Sommer der Liebe im Jahre 1969: Die Ferien sind vorbei und der junge Aborigine Willie muss zurück ins 2400 km entfernte Internat, das von dem gestrengen Pater Benedictus geleitet wird. Nach einigen Tagen hält es Willie nicht mehr aus, reißt aus und macht sich zurück auf den beschwerlichen Weg in sein heimatliches Broome. Unterstützung bekommt er dabei von dem Tramp Broome und den Hippies Annie und Slippery. Doch auch Pater Benedictus ist ihm auf den Fersen und in Bromme macht sich unterdessen der zwielichtige Lester an Willies Freundin Rosie dran.
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