Sex On The Beach

Sex On The Beach

Eine Filmkritik von Tim Slagman

Unterwegs mit der "Pussy Patrol"

Sie saufen. Sie kotzen. Und dann kacken sie auch noch. Dreizehn Jahre, nachdem American Pie seine pubertierenden Antihelden auf die Damenwelt und das Kinopublikum losließ, fügt Ben Palmer nun mit der Leinwandversion der Comedy-Serie The Inbetweeners dem wohl, pardon, ausgelutschtesten Subgenre des komischen Films einen britischen Beitrag hinzu.
So ist Sex On The Beach auch in solchen Momenten am stärksten, in denen Palmer einen Schuss von Schrägheit oder überdrehter Bosheit in seinen humoristischen Cocktail mixt. Der Rektor der Schule etwa, die Neil, Will, Jay und Simon gerade hinter sich gebracht haben, entlässt seine ehemaligen Schützlinge mit einer sagenhaften Schimpftirade in die Freiheit. Und auch unter seinem eitlen Vater leidet der introvertiert-intellektuelle Will (Simon Bird), der sich gerne mit Schönheiten abgibt, die wenig älter sind als sein Sohn. Anthony Head, der schon als sprücheklopfender Agenturchef in der Serie Free Agents ein Ereignis war, bekommt leider viel zu wenige Szenen, um die bissige, gelangweilte Überheblichkeit dieser Figur zur Geltung zu bringen.

Der Rest ist dann eher die Karikatur des Aufwachsens in einer recht beliebigen Kleinstadt: Neil (Blake Harrison) jobbt an der Fischtheke im Supermarkt und lässt den Kunden um Punkt sechs Uhr den halbvollen Becher Krabbensalat auf dem Tresen stehen, um seiner Freundin vor versammeltem Laden die Zunge in den Hals zu stecken. Und während Jay (James Buckley) sich den Cybersex per Webcam mit Taucherbrille und Schinken in der Hand aufpeppen muss, gehen Simons (Joe Thomas) Sorgen etwas tiefer: Seine Flamme Carli (Emily Head) gibt ihm den Laufpass. Und so willigt er ein, mit seinen Kumpels den Schulabschluss weit weg im schönen Kreta gebührend zu feiern und hofft, Carli dort vergessen zu können. Doch die Erwartungen des spätpubertierenden Quartetts werden schon am ersten Abend enttäuscht: Das Hotel ist eine Absteige mit nur drei Schlafplätzen im Zimmer, die versprochene In-Bar gähnend leer und mit den Damen will es auch nicht so recht klappen – jedenfalls nicht mit denen unter 50, wie die Jungs merken, als sie versuchen, vier zufällig im selben Club gestrandeten Mädchen Avancen zu machen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Denn diese vier haben angeblich Karten für eine sagenumwobene Bootsparty am Ende der Woche. Und dann taucht plötzlich Carli auf…

Als selbsternannte „Pussy Patrol“ ziehen die Jungs über die Insel, und die Regeln des Genres besagen, dass diese Mischung aus Arroganz und Ahnungslosigkeit viele peinliche Situationen und, zumindest am Anfang eines Lern- und Reifungsprozesses, einen Misserfolg nach dem anderen verursachen wird. Anders ausgedrückt: Die Grundstruktur des Plots steht schon nach den ersten Szenen weitgehend fest, für Überraschungen fehlen Palmer und seinen Autoren Iain Morris und Damon Beesley entweder der Mut oder die Vorstellungskraft. Als sie beschließen, dass es an der Zeit ist, den von ihnen erdachten – je nach Figur — Volltrotteln, Jammerlappen, Klugscheißern oder Sexisten ein wenig Würde zu verleihen, bedeutet dies nur, die schablonenhaften Charaktere in eine andere Schablone hineinzupressen. So mündet der Film in eine zotige romantische Komödie mit seltsam aufgesetztem pädagogischem Anspruch.

Sex On The Beach zeigt zweifelsohne einige hübsche Postkartenbilder Kretas. Und auch die erstaunlich konsequent durchgehaltene Methode, jedes bedrohlich nahende Pathos durch ein abruptes Abbrechen der schwelgerischen Musik, einen irren Spruch oder notfalls eine Dosis Fäkalhumor zu entschärfen, verleiht dem Film einen Hauch von Originalität. Doch letztlich scheitern die Filmemacher an dem entscheidenden Punkt, der dem vielgescholtenen Prototypen des Subgenres aus dem Jahr 1999 eine letztlich verblüffende Ernsthaftigkeit verlieh: Die Armseligkeit unter der sexistischen Fassade wirklich spürbar zu machen und damit Karikaturen zu Menschen werden zu lassen.

Sex On The Beach

Sie saufen. Sie kotzen. Und dann kacken sie auch noch. Dreizehn Jahre, nachdem „American Pie“ seine pubertierenden Antihelden auf die Damenwelt und das Kinopublikum losließ, fügt Ben Palmer nun mit der Leinwandversion der Comedy-Serie „The Inbetweeners“ dem wohl, pardon, ausgelutschtesten Subgenre des komischen Films einen britischen Beitrag hinzu.
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Meinungen
Tut nichts zur Sache · 05.02.2012

Größter Müll den ich je gesehen habe.
Das Geld sollte man sich echt sparen und nicht ins Kino rammeln.
Der Film ist nicht mal nen Euro wert.

herbert grönemeyer · 02.02.2012

Omg ab 16 .... so ein scheisss das man mit 14 nivht reinkann

Roni · 31.01.2012

Naja etwas schwachsinnig nicht so mein fall !

grösster schwachsinn den ich je gelesen habe · 01.01.2012

absoluter schwachsinn.

american pie ist mit inbetweeners nicht zu vergleichen. das wäre so wie wenn man fc bayern (entspricht den inbetweeners) mit dem wacker burghasen (entspricht american pie).

inbetweeners ist einer der lustigstens serien aller zeiten. ohne die sendung vorher gesehen zu haben finde ich den film aber etwas sinnlos, vor allem mit so einem idiotischen titel. ist ähnlich, wie wenn man den simpsons film ansieht ohne die folgen gesehen zu haben.

Kommentare