Shrooms

Shrooms

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Im Rausch

Der Trailer zum Teenie-Slasher Shrooms ist schon mal gut. Da sind ein paar Jugendliche im Wald unterwegs, haben sich gepflegt Magic Mushrooms einverleibt und wissen nun nicht, ob der Axt schwingende ‚schwarze Abt’, der hinter ihnen her ist, echt oder Halluzination ist. Ernüchternd ist dann allerdings der fertige Film, der seine wirklich gute Grundidee leider nicht konsequent zu Ende denkt.
Fünf Studenten machen einen Trip (ho, ho) nach Irland, wo sie mit einem gemeinsamen Freund in den Wäldern einen ordentlich das Bewusstsein erweiternden Pilztrip machen wollen. Beim gemeinsamen Pilze suchen isst unsere Heldin Tara dummerweise einen Giftigen und wird von nun an von Zukunftsvisionen (!) geplagt. Sie sieht zum Beispiel voraus, wer als nächstes sterben wird und natürlich auch wie. Denn in den Wäldern soll der Geist eines kaltblütigen Internatleiters umgehen, der vor Jahren im örtlichen Jungeninternat ein schreckliches Regime geführt hat und nach einem bestialischen Gemetzel, bei dem alle Schüler samt Personal starben, verschwand. Das der Showdown im leerstehenden Internat mitten im Wald stattfindet, ist da nur logisch…

Shrooms unterhält – das ist schon einmal wichtig. Nach der üblichen Einführung gibt es erste Konflikte unter dem jugendlichen Kanonenfutter, Liebeleien, Eifersucht, falsche Fährten – langweilig wird es nicht. Einzig die lieblose Synchronisation wirkt störend. Nach der ersten Hälfte ziehen dann Tempo und Spannungsmomente an. Der besagte Kapuzenmann taucht auf und die Freunde sind alle auf ihrem jeweiligen Trip, verfluchen sich gleichzeitig dafür („Warum musste ich nur das Zeug nehmen.“) und rennen kreischend durch den Wald. Wirklich ärgerlich ist nur, dass Regisseur Paddy Breathnach und sein Autor Pearce Elliott nichts von Subtilität verstehen bzw. nichts davon halten. Denn der Film läuft immer wieder (und besonders zum Ende hin) konträr zu seiner inneren Logik und – ohne zuviel zu verraten – bleibt sich nicht selbst treu. Genrefans werden dennoch ihren Spaß haben und Shrooms etwas abgewinnen. Denn wie gesagt: Unterhalten tut er. Ach ja; Blut gibt es, bis auf ein fies gebrochenes Bein, nicht zu sehen.

Die Aufmachung der DVD kann sich sehen lassen; Schuber und Digipack sind hübsch anzusehen und das Bonusmaterial gibt Einblicke hinter die Kulissen und wird mit Interviews abgerundet.

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Der Trailer zum Teenie-Slasher Shrooms ist schon mal gut.
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