Manhunt - Backwoods Massacre

Manhunt - Backwoods Massacre

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

In den Wäldern Norwegens

Mit dem reißerischem Titel Manhunt — Backwoods Massacre wird der norwegische Backwood Slasher Rovdyr (zu deutsch Raubtier) ins Rennen geschickt. Dank des erstklassigen, an die 70er Jahre Slasher der Marke Blutgericht in Texas angelehnten, Plakatmotivs, war das Interesse des Rezensenten schon seit geraumer Zeit geweckt. Nun kam er endlich in den Genuss dieses, zugegeben formelhaften und trotzdem nicht unwirksamen Slashers. Und was soll man sagen: Rovdyr ist hart, großartig gefilmt und auf den Punkt inszeniert. In bester Frontier(s)-Tradition wird eine Gruppe junger Leute mit ihrem blutigen Ende konfrontiert.

Fünf Freunde sind 1974 mit dem VW-Bus in den tiefen Wäldern Norwegens unterwegs. Nachdem man bei einem Zwischenstopp eine unliebsame Begegnung mit einigen bärbeißigen Rednecks hat, sinkt der Stimmungspegel rapide. Auch gibt es erste Meinungsverschiedenheiten. Man hätte aber auch wirklich die verstörte junge Frau beim Stopp nicht mitnehmen sollen. Denn es dauert nicht lange und die Rednecks tauchen im Rückspiegel auf. Mit der Flüchtigen wird kurzer Prozess gemacht, die anderen müssen von nun an in den Wäldern um ihr Leben rennen. Denn die Rednecks blasen zur Treibjagd…

Als erstes fällt auf, dass Rovdyr erstklassig gefilmt wurde. In schönem Cinemascope und in ausgewaschener 70er Optik werden unsere Opfer durchs Dickicht gejagt. Genrekenner wissen, dass ein Entkommen so gut wie unmöglich ist. Regisseur Patrik Syversen und seine Co-Autorin Nini Bull Robsahm zitieren die bekannten Klassiker des Genres, setzen die Versatzstücke wieder zusammen und machen einen Film von Fans für Fans. Dabei bleibt kaum eine Tötungsart aus; sei es der Stacheldraht in den Bauch, die Schrotladung in den Rücken oder das Fangeisen in den Knöchel. Und auch das typische Final Girl gibt es in Norwegen…

Rovdyr macht das Beste aus den begrenzten Mitteln einer Low Budget Produktion, sieht sogar richtig edel aus. Auch agieren die Darsteller meist authentisch und glaubhaft. Das es nicht immer leicht fällt, Sympathie für die Stadtmenschen aufzubringen, ist ein Manko, über das man hinweg sehen kann. Genrefans sollten unbedingt ein Auge riskieren. Das Bonusmaterial ist übrigens auch nicht zu verachten. Liebevoll werden von Regisseur und Co-Autorin Einblick in das Entstehen eines Independentfilm gegeben, der in Norwegen ein richtig kleiner Hit geworden ist.

Die limitierte Metalbox Edition von Rovdyr ist übrigens -trotz anders lautender Informationen — um einige harte Details entschärft worden
 

Manhunt - Backwoods Massacre

Mit dem reißerischem Titel Manhunt — Backwoods Massacre wird der norwegische Backwood Slasher Rovdyr (zu deutsch Raubtier) ins Rennen geschickt.

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