Silent Night - Leise rieselt das Blut

Silent Night - Leise rieselt das Blut

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Nur artige Filmfans dürfen sich an diesem Santa erfreuen

Killer zur Weihnachtszeit – sie sind längst Teil eines kleinen Subgenres geworden, das mit schöner Regelmäßigkeit Garstiges zur kitschigsten Zeit des Jahres präsentiert. Silent Night ist das sehr lose Remake eines kleinen Horrorheulers, des 1984 erschienenen Stille Nacht – Horror Nacht, der seinerzeit in den USA einen mittelschweren Skandal auslöste, was weniger am Film, als vielmehr an der Traditionswerte zersetzenden Werbekampagne lag.
30 Jahre später ist das alles kein großes Ding mehr, weswegen Steven C. Millers Film natürlich auch weniger Wellen schlägt. Dafür ist er besser gemacht, was nicht nur an knapp drei Jahrzehnten sich entwickelnder Technik liegt, sondern auch an Miller selbst, der hier erneut unter Beweis stellt, dass er frische, interessante Ideen besitzt, die er auch ebenso adäquat umsetzen kann.

Alles beginnt mit einem Polizisten, der von einem Santa Claus mit Maske wie auf dem elektrischen Stuhl gegrillt wird. Aber damit nicht genug, Weihnachten steht vor der Tür und der Santa Claus des Grauens macht seine Runde in der Stadt. Er tötet all jene, die gesündigt haben: miese Priester, unfähige Politiker, nervige Gören, im Grunde so ziemlich jeden, außer nette alte Mütterchen. Die Polizistin Aubrey Bradimore (Jaime King) entdeckt das erste Opfer. Ihr Boss, Sheriff Cooper (Malcolm McDowell), will das nicht an die große Glocke hängen, sondern den Killer selbst dingfest machen. Leicht gesagt, wenn man recht unfähig ist. Santa mordet derweil fleißig weiter.

Silent Night läuft nach dem üblichen Muster eines Slasher-Films ab. Mit einer Ausnahme: Das Rätseln, wer der maskierte Killer ist, kann man sich getrost sparen, denn der Film zaubert am Ende eine Figur aus dem Hut, die man niemals hätte erraten können, da sie schlicht und ergreifend vorher nicht aufgetreten ist. Das schwächt die Geschichte sogar ein wenig. Befriedigender wäre ein Mitglied des Ensembles als Killer. Ansonsten wäre es reizvoller gewesen, die Identität gar nicht aufzudecken. Damit wäre zumindest ein Mysterium einhergegangen.

Erfrischend an diesem Film ist, dass er sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Die Dialoge sind etwas frecher geraten, vor allem Michael McDowells Figur sorgt jedoch für ein komisches Flair, das auch als Gegengewicht zu den durchaus derben Splatter-Einlagen funktioniert. Das nimmt dem Film das Grimmige, etwas, das Steven C. Miller ansonsten stark in seine Werke einfließen lässt, so z.B. dem bösartigen Aggression Scale.

Silent Night funktioniert nicht nur als Horrorfilm, auch als Weihnachtsfilm ist er doch ganz ansehnlich. Er verströmt Weihnachtsflair, und das nicht nur wegen der der Feiertage angemessenen Musik. Wer seine Unterhaltung am Heiligen Abend gerne etwas deftiger mag, der ist bei diesem Film ganz gut aufgehoben.

Interessierte sollten darauf achten, auf das Mediabook zurückzugreifen. Hier befindet sich die SPIO/JK-geprüfte ungekürzte Fassung auf DVD und Blu-ray, die Einzelveröffentlichungen tragen das FSK-18-Siegel und mussten etwas Federn lassen.

Silent Night - Leise rieselt das Blut

Killer zur Weihnachtszeit – sie sind längst Teil eines kleinen Subgenres geworden, das mit schöner Regelmäßigkeit Garstiges zur kitschigsten Zeit des Jahres präsentiert. "Silent Night" ist das sehr lose Remake eines kleinen Horrorheulers, des 1984 erschienenen "Stille Nacht – Horror Nacht", der seinerzeit in den USA einen mittelschweren Skandal auslöste, was weniger am Film, als vielmehr an der Traditionswerte zersetzenden Werbekampagne lag.
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