Knut und seine Freunde

Knut und seine Freunde

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Von Bären und Menschen

Es ist der Wind mit der Stimme des Synchronsprechers Dietmar Wunder, die bereits James Bond Daniel Craig, Jude Law und Don Cheadle auf deutsch intonierte, der uns die dokumentarische Geschichte einer Handvoll Bärenbabys erzählt. Während die kleinen Braunbärwaisen Masha und Pasha aus Weißrussland sowie die Eisbärkinder Lasse und Linn aus der Arktis bisher kaum einem Publikum bekannt sein dürften, hat der Eisbärjunge Knut aus dem Berliner Zoo bereits eine schier unglaubliche Medienpräsenz hierzulande erreicht. Knut und seine Freunde von Michael Johnson ist eine mit fiktiven Elementen durchsetzte Dokumentation über diese tierischen Protagonisten, deren Kindheit sich in ganz unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen ereignet.
Als im Dezember 2006 zwei Eisbärjungen im Berliner Zoo geboren werden, zeigt ihre Mutter, ehemals im Staatszirkus der DDR beheimatet, wenig fürsorgliches Interesse für ihren Nachwuchs. Rasch fällt die Entscheidung, die beiden im Brutkasten und mit der Flasche aufzuziehen, und Tierpfleger Thomas Dörflein zieht als Ersatzmutter bei den Bärenkindern ein. Während sein Bruder nach hohem Fieber vier Tage später stirbt, gewinnt der kleine Knut mit der intensiven Unterstützung seiner menschlichen Beschützer den Kampf um sein junges Leben und verlässt im Januar 2007 seinen Brutkasten. Nun gibt der Zoo dieses für die Tierwelt in Gefangenschaft so spektakuläre Ereignis der Presse bekannt, woraufhin von nun an jeder Seufzer und Schritt des niedlichen Eisbären, dessen eifrig präsentiertes Schicksal rasch eine ungeheure Popularität erzielt, filmisch dokumentiert und medienwirksam umrankt wird. Der regelmäßigen Berichterstattung in den Zeitungen sowie im Fernsehen folgen ein Weblog mit Bildern und Videos sowie Online-Archive, und auch Merchandising-Produkte lassen nicht lange auf sich warten. Knut ist ein Star und schließlich eine eingetragene Marke geworden, was dem Berliner Zoo, der das strategisch zu nutzen weiß, Tausende von zusätzlichen Besuchern beschert und seinen Aktienkurs an der Börse um beinahe das Doppelte in die Höhe treibt.

Sieht man einmal von der beobachtenden Kamera ab, gestaltet sich die Geburt der Eisbärkinder Lasse, Linn und Kunik naturgemäß eher abgeschieden. In einer Schneehöhle in der undurchdringlichen Kälte des arktischen Winters bemuttert die Bärin Maidu schützend ihre Kinder, ohne verhindern zu können, dass Kunik früh den Tod findet, während sich die beiden anderen Geschwister prächtig entwickeln und so einiges von Maidu lernen, um in der Eisbärenwelt zurechtzukommen.

Ganz allein hingegen müssen sich die beiden kleinen Braunbären Masha und Pasha nach dem Tod ihrer Mutter in Weißrussland durchschlagen und sich gegenseitig all das sein, was diese sonst für sie dargestellt hätte. Doch ihre Instinkte und ihr Zusammenhalt ermöglicht auch ihnen ein Überleben, das allerdings vor allem von den bedrohlich heulenden Wölfen in der Nachbarschaft bedroht ist.

Knut und seine Freunde bildet wohl den Höhepunkt der Medienkarriere des kleinen Eisbären, der im Sommer letzten Jahres bereits eine Million Zoobesucher verbuchen konnte und im kommenden Mai als Symbolfigur für die UN-Naturschutzkonferenz in Bonn dienen wird. Steht auch der Star im Mittelpunkt der Dokumentation, ist es sicherlich ein gewaltiger Gewinn, dass Regisseur Michael Johnson die Geschichten der beiden frei lebenden Geschwisterpaare parallel zum überwiegend schon bekannten Lebensweg von Knut erzählt, so dass ein recht gelungenes Tierportät kleiner Bären entsteht, die mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen an den Start des Lebens gegangen sind. Die über die Bilder der Tiere gebreitete erdachte menschliche Perspektive, die bei Tierfilmen mittlerweile üblich geworden ist, erscheint mitunter ein wenig albern und allzu verniedlichend, doch ist es sicherlich dieser Stil, der den Film als geeignet auch für die ganz kleinen Zuschauer ausweist und seinen Unterhaltungswert ausgerichtet auf einen Kinobesuch der gesamten Familie ausmachen soll.

Knut und seine Freunde

Es ist der Wind mit der Stimme des Synchronsprechers Dietmar Wunder, die bereits James Bond Daniel Craig, Jude Law und Don Cheadle auf deutsch intonierte, der uns die dokumentarische Geschichte einer Handvoll Bärenbabys erzählt.
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Meinungen
· 08.05.2008

wunderbar! oder wunderbaer

lisa hackner · 09.03.2008

super filme

Emanuela · 29.02.2008

Bin völlig weg von dem schönen Trailer, werde am Start-Tag bestimmt in der Schlange stehen.

Kommentare

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