King of B-Movies

King of B-Movies

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Im Stil einer Mockumentary – also einer gefakten Dokumentation – präsentiert King of B-Movies das Leben des Filmproduzenten Morty Fineman. Mit gewaltigen 428 Filmen (sämtliche werden in den Schluss-Credits aufgeführt) ein besessener Filmemacher, oder, wie er selber sagt, ein Künstler. Titel wie „World War III II“ oder „Bald Justice“ sprechen zwar eine andere Sprache, doch sei’s drum. Immer wieder werden die Doku-Auschnitte von richtigen Spielszenen unterbrochen, was eine äußerst unterhaltsame Mischung ergibt. Stephen Kessler ist ein kleiner, feiner Independent-Film gelungen, der zwar schon im Jahr 2000 gedreht wurde, aber dennoch eine breite Fangemeinde ansprechen dürfte. Ähnlich dem Steve Martin-Kultfilm Bowfingers große Nummer, begleitet der Zuschauer einen, im positiven Sinne, ambitionierten Filmemacher durch die Untiefen des Filmbusiness…
Morty Fineman (Jerry Stiller) hat es nie geschafft, sich von seinem 23 Millionen Dollar Totalflop „The Whole Story of America“ zu erholen. Noch immer zahlt er seine Schulden ab und kein Ende ist in Sicht. Noch dazu will niemand seinen neuesten Streifen, die Biografie eines verurteilten Serienkillers, finanzieren. Als sich dann auch noch seine treue Tochter und Produzentin Paloma (Janeane Garofalo) abwendet und sein Regieassistent sich eigenen Stoffen zuwenden will, scheint der Zug für den Filmemacher abgefahren zu sein. Doch die Zeit für ein Comeback könnte gekommen sein, als man in einem kleinen Kaff irgendwo im Nirgendwo ein Festival zu seinen Ehren veranstaltet. Dass das Ganze ein Pornofestival ist, erfährt Fineman erst später…

The Independent, wie King of B-Movies im Original heißt, ist ein Geheimtipp. Es zündet zwar nicht jeder Gag, doch wenn Jerry Stiller – bekannt als Nervensäge Arthur aus King of Queens und Vater von Ben (Zoolander, Tropic Thunder) – den zähen, aber auch hysterischen Produzenten gibt, ist man einfach nur begeistert. Immer wieder werden Gastauftritte von bekannten Filmgrößen wie Regiestar Ron Howard, B-Film-Legende Roger Corman, Peter Bogdanovich oder Nick Cassavetes eingebaut. Diese feiern den imaginären Fineman, reden über sein Werk, seine Macken und gemeinsam erlebte Anekdoten. Großartig sind die Filmtitel seiner Werke. Sei es jetzt „Groovy Hippie Slumber Party“, „Hot Pants Hoedown“ oder „Kung Funk:The Funky Fu“. Das die dazugehörigen Fake-Trailer und Plakate nicht minder lustig sind, muss man gar nicht extra erwähnen.

King of B-Movies hat Herzblut, zig großartige Ideen, gute Darsteller, bewegt in manch wohldosierten Momenten — und ist ein echter Nerd-Film.

King of B-Movies

Im Stil einer Mockumentary – also einer gefakten Dokumentation – präsentiert „King of B-Movies“ das Leben des Filmproduzenten Morty Fineman. Mit gewaltigen 428 Filmen (sämtliche werden in den Schluss-Credits aufgeführt) ein besessener Filmemacher, oder, wie er selber sagt, ein Künstler.
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