Jenseits von Eden

Jenseits von Eden

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Montag, 22. Juli 2013, WDR, 23:15 Uhr

Der Farmer Adam Trask (Raymond Massey) lebt mit seinen Söhnen Aron (Richard Davalos) und Caleb (James Dean) im kalifornischen Salinas und ist im Jahre 1917 gerade mit dem innovativen Projekt beschäftigt, die heimische Salaternte gut gekühlt und damit frisch an die Ostküste der USA zu verkaufen. Die Erziehung der Zwillinge, die nunmehr beinahe zu erwachsenen Männern herangewachsen sind, hat er nach streng biblischen Grundsätzen allein übernommen, nachdem seine Frau Kate (Jo Van Fleet) ihn vor langer Zeit verließ und sich in Monterey eine komfortable Existenz als Bordellbesitzerin aufgebaut hat – seinen Söhnen allerdings hat Adam erzählt, die Mutter sei kurze Zeit nach ihrer Geburt verstorben.
Während Aron in seiner aufrichtigen, geradlinigen Art ganz seinem Vater zu Gefallen geraten ist, muss der hochsensible Cal mit seinem komplizierten Charakter stets um die Aufmerksamkeit und Akzeptanz Adams kämpfen. Als Cal erfährt, dass und wo seine Mutter lebt, will er Kontakt zu ihr aufnehmen, doch Kate lässt ihn kurzerhand verhaften. Mit seiner Lüge konfrontiert bittet der Vater Cal, seinen Bruder Aron nicht einzuweihen, der mit der hübschen Abra (Julie Harris) verlobt ist, die zunehmend ihre Sympathien für Cal entdeckt. Die Konstellationen eskalieren, als Adams Salatlieferung auf Grund eines Erdrutsches an der Bahnstrecke verdirbt und damit die gesamten Investitionen verloren sind, denn nun sieht Cal seine Stunde gekommen, um als Retter zu fungieren. Erneut sucht er seine Mutter auf, und dieses Mal kommt es zu einem Gespräch. Cal borgt sich Geld von ihr und bringt damit lukrative Geschäfte mit der Armee auf den Weg, die sich anschickt, in den Ersten Weltkrieg einzutreten, doch Adam verschmäht diesen Gewinn aus seiner religiösen Überzeugung heraus. Als es zwischen den Brüdern zum Streit über Abra kommt, schleudert Cal die Wahrheit über ihre Mutter heraus …

Nach dem gleichnamigen Roman des US-amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck, der in Salinas geboren wurde und darin auch Teile seiner eigenen Familiengeschichte thematisiert, hat Regisseur Elia Kazan mit Jenseits von Eden einen explosiven Stoff inszeniert, der sich ganz auf die schwelenden familiären Konflikte konzentriert und vor allem durch die enorm engagierte Beteiligung des legendären James Dean längst zu einem Klassiker geworden ist. Es ist die Intensität des duellhaften Schauspiels und des Ringens der Charaktere um ihre Haltungen und Würde, die dieses Drama aus dem Jahre 1955 auszeichnet, das an die biblischen Motive von Kain und Abel erinnert und mit beeindruckender Impressionskraft die moralischen Betrachtungen von Gut und Böse kompromisslos in ihrer Ambivalenz aufscheucht.

Er habe nicht selten während der Dreharbeiten seinen Text improvisiert und vor allem bei Disputen mit dem Vater zum Unmut seines Kollegen Raymond Massey seine Rolle spontan gestaltet, wird über James Dean berichtet, der durch Jenseits von Eden unvermittelt zum jugendlichen Star einer ganzen Generation mit dem Geist zur Rebellion avancierte, die ihn in drei Kinofilmen bewundern konnte und seinen frühen Tod ausführlich betrauerte. Diese Widerborstigkeit des jungen Darstellers kongruiert ganz wunderbar mit dieser filmischen Figur eines „Halbstarken“, der die Abgründe einer unglücklichen Familie auf sich zieht und letztlich derjenige ist, der wahrhaft Verantwortung übernimmt und jenseits von verstrickten Vorstellungen sein Leben in die eigenen Hände nimmt. Auch beinahe sechzig Jahre nach seiner Premiere in New York berührt East of Eden als hervorragend inszeniertes, tragisches Drama der anspruchsvollen Art, dessen geradezu kathartische Botschaft heute noch funktioniert.

Jenseits von Eden

Der Farmer Adam Trask (Raymond Massey) lebt mit seinen Söhnen Aron (Richard Davalos) und Caleb (James Dean) im kalifornischen Salinas und ist im Jahre 1917 gerade mit dem innovativen Projekt beschäftigt, die heimische Salaternte gut gekühlt und damit frisch an die Ostküste der USA zu verkaufen.
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