Ich gab dir mein ganzes Herz, Geliebter

Ich gab dir mein ganzes Herz, Geliebter

Eine Filmkritik von Mike Swain

Ein orientalischer Traum

Der Sänger Sameer (Salman Khan), der italienisch-indischer Abstimmung ist, reist in den Wüstenstaat Gudjarat, um dort Unterricht bei dem berühmten Musiker Pundit Darbar (Vikram Gokhale) zu nehmen. Im Palast Pundits angekommen hat Sameer jedoch nur noch eines im Sinn: Pundits schöne Tocher Nandini (Aishwarya Rai). Die gibt sich anfangs reichlich spröde, doch nach und nach entwickeln sich zarte Liebesbande zwischen dem lebenslustigen Sameer und Nandini. Doch Sameer zögert zunächst noch, um Nandinis Hand anzuhalten; überhaupt stoßen seine europäischen Sitten wie Sonnenbaden bei Nandinis zahlreicher Verwandtschaft auf Unverständnis. Just als Sameer sich durchringen will, bei Pundit vorzusprechen, erfährt er, dass Nandini bereits dem Anwalt Vanraj (Ajay Devgan) versprochen worden ist. Pundit fordert von ihm als Lohn für seinen Unterricht, dass Sameer sofort Gudjarat verläßt und nach Italien zurückkehrt. Zurück bleibt eine untröstliche Nandini, die natürlich Vanraj heiratet. Damit wären wir bei dem Liebesdreieck, das für so viele indische Filme typisch ist. Doch der Regisseur Sanjay Leela Bhansali hält einen schönen Twist parat. Denn Vanraj entpuppt sich nicht als schurkischer Ehemann, wie man erwarten könnte, sondern er liebt Nandini aufrichtig. Als er erkennt, dass seine Ehefrau einen Anderen begehrt, ist er sogar bereit sie aufzugeben. Gemeinsam reisen Nandini und Vanraj nach Italien, um Sameer zu suchen. Es wird eine Reise werden, die Nandini die Augen für die wahre Liebe öffnen wird.
Regisseur Sanjay Leela Bhansali ist dafür bekannt, dass er seine Filme um die Musik herum entwirft. So stehen konsequenterweise auch Musik und Tanz im Mittelpunkt von Hum Dil De Chuke Sanam, was jedoch auch einige dramaturgische Schwächen bedingt. Zu abrupt geraten oft die Gemüts- und Stimmungswechsel der Charaktere. Im ersten Teil des Films, der in Gudjarat spielt, schwelgt Bhansali geradezu in einem orientalischen Traum aus den Farben Purpur, Rot und Orange. Die prächtigen Interieurs der Drehorte tragen dazu bei, dass der Zuschauer sich fast inmitten einer märchenhaft anmutenden Inszenierung glaubt. Der zweite Teil des Films kann hier optisch nicht mehr mithalten. Besonders störend ist die Tatsache, dass alle angeblich in Italien spielenden Szenen in Budapest und Umgebung gedreht worden waren. Selbst die auftretenden "Italiener" sprechen fließend Ungarisch. Zumindest für einen europäischen Zuschauer ist dieser Bruch der filmischen Realität irritierend. Scheinbar besitzt der Staat der Magyaren in Indien nicht den notwendigen Glamour-Faktor, um beim Publikum anzukommen. Den indischen Kinogängern und der Kritik schien dies jedoch vollkommen egal zu sein. Hum Dil De Chuke Sanam wurde im Jahre 2000 auf dem Subkontinent mit Preisen schier überschüttet und für die einstige Miss World Aishwarya Rai war der Film einer der ersten Schritte auf einer Karriereleiter, die sie bis nach Hollywood führen sollte.

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Der Sänger Sameer (Salman Khan), der italienisch-indischer Abstimmung ist, reist in den Wüstenstaat Gudjarat, um dort Unterricht bei dem berühmten Musiker Pundit Darbar (Vikram Gokhale) zu nehmen.
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