Ich gab dir mein ganzes Herz, Geliebter

Ein orientalischer Traum

Eine Filmkritik von Mike Swain

Regisseur Sanjay Leela Bhansali ist dafür bekannt, dass er seine Filme um die Musik herum entwirft. So stehen konsequenterweise auch Musik und Tanz im Mittelpunkt von Hum Dil De Chuke Sanam, was jedoch auch einige dramaturgische Schwächen bedingt. Zu abrupt geraten oft die Gemüts- und Stimmungswechsel der Charaktere. Im ersten Teil des Films, der in Gudjarat spielt, schwelgt Bhansali geradezu in einem orientalischen Traum aus den Farben Purpur, Rot und Orange. Die prächtigen Interieurs der Drehorte tragen dazu bei, dass der Zuschauer sich fast inmitten einer märchenhaft anmutenden Inszenierung glaubt. Der zweite Teil des Films kann hier optisch nicht mehr mithalten. Besonders störend ist die Tatsache, dass alle angeblich in Italien spielenden Szenen in Budapest und Umgebung gedreht worden waren. Selbst die auftretenden "Italiener" sprechen fließend Ungarisch. Zumindest für einen europäischen Zuschauer ist dieser Bruch der filmischen Realität irritierend. Scheinbar besitzt der Staat der Magyaren in Indien nicht den notwendigen Glamour-Faktor, um beim Publikum anzukommen. Den indischen Kinogängern und der Kritik schien dies jedoch vollkommen egal zu sein. Hum Dil De Chuke Sanam wurde im Jahre 2000 auf dem Subkontinent mit Preisen schier überschüttet und für die einstige Miss World Aishwarya Rai war der Film einer der ersten Schritte auf einer Karriereleiter, die sie bis nach Hollywood führen sollte.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/ich-gab-dir-mein-ganzes-herz-geliebter