Ein Köder für die Bestie

Ein Köder für die Bestie

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein Duell auf Leben und Tod

Wie eine gefährliche, geschickt inszenierte Attacke das gesamte Leben eines Mannes und seiner Familie aus den Fugen der scheinbaren Sicherheit einer rechtschaffenen Bürgerlichkeit reißen kann, davon erzählt der Spielfilm Ein Köder für die Bestie von J. Lee Thompson aus dem Jahre 1962. Mit den einstigen legendären Hollywood-Stars Gregory Peck und Robert Mitchum als Gegenspieler par excellence entstand ein atmosphärisch dichter wie packender Schwarzweiß-Thriller, der die Mechanismen einer filigran ausgeklügelten Rache vom Unbehagen bis zur entsetzlichen Gewissheit zu einem Duell auf Leben und Tod entwickelt.
Es ist ein angenehmes, friedliches Leben, das der angesehene Anwalt Sam Bowden (Gregory Peck) mit seiner Frau Peggy (Polly Bergen) und seiner Tochter Nancy (Lori Martin) in Savannah im Chatham County führt. Als der brutale Verbrecher Max Cady (Robert Mitchum) nach einer langjähriger Haftstrafe in die Stadt zurückkehrt, holt damit auch den Anwalt seine Vergangenheit ein. Denn Max Cady, so zeigt es sich bald, breitet sich mit unbeirrbarer, provokanter und bedrohlicher Hartnäckigkeit in der Nähe der Familie Bowden aus, um sich dafür zu rächen, dass Sam Bowdens Aussage ihn damals ins Gefängnis gebracht hat.

Dass sich Ein Köder für die Bestie durch eine unheimliche Spannung à la Alfred Hitchcock auszeichnet, liegt sicherlich nicht zuletzt an der Mitwirkung des Cutters George Tomasini und des Komponisten Bernard Herrmann, die beide eine rege Zusammenarbeit mit dem britischen Meisterregisseur pflegten und bei dem berühmten Klassiker Psycho mit an Bord waren. Basierend auf dem Roman The Executioners von John D. MacDonald ist J. Lee Thompson ein spannungsgeladener Thriller gelungen, dessen Geschichte 1991 von Martin Scorsese unter dem Titel Kap der Angst / Cape Fear erneut verfilmt wurde.

Betrachtet man dieses Remake, dessen Antagonisten mit Robert De Niro (Max Cady) und Nick Nolte (Sam Bowden) ebenfalls ganz hervorragend besetzt worden sind, während auch Gregory Peck und Robert Mitchum als Darsteller von Nebenrollen erneut auftauchen, haftet den zuvor stark typisierten Charakteren eine deutlich stärkere Ambivalenz an. Der Konflikt der beiden Männer wird in diesem Zuge zwar differenzierter ausgestaltet, doch es bleibt die Schwarzweiß-Variante von 1962, die es auf ihre geradlinige und doch bedecktere Weise eleganter vermag, diesen grandiosen Stoff als schwelenden, puristischen Thriller zu präsentieren.

Ein Köder für die Bestie

Wie eine gefährliche, geschickt inszenierte Attacke das gesamte Leben eines Mannes und seiner Familie aus den Fugen der scheinbaren Sicherheit einer rechtschaffenen Bürgerlichkeit reißen kann, davon erzählt der Spielfilm „Ein Köder für die Bestie“ von J. Lee Thompson aus dem Jahre 1962.
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