Die Spezialisten

Die Spezialisten

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Echte-Kerle-Romantik

Nur noch ein Jahr hat der versierte Tresorknackerexperte Stepháne Carella (Gérard Lanvin) im Knast abzusitzen, als ihm scheinbar zufällig so unverhofft wie unerwünscht die Freiheit winkt: Während er in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, treffen an einer abgelegenen Stelle im Gebirge zwei Gefangenentransporte aufeinander, von denen der eine augenscheinlich eine Panne hat. Carella wird kurzerhand mit dem Insassen des defekten Fahrzeugs, Paul Brandon (Bernard Giraudeau), im Freien zusammengekettet, woraufhin dieser mit dem unfreiwilligen Carella im Verbund einen Polizisten überrumpelt und die Flucht ergreift. Nach einigen waghalsigen Klettereien in den Bergen der Alpen gelangen die beiden Männer notgedrungen gemeinsam zum abgeschiedenen Hof der attraktiven Witwe Laura (Christiane Jean), die ihren Mann durch die Kugel eines Polizisten verlor, und die die Flüchtigen ohne große Umstände bei sich aufnimmt. Von dort aus planen sie mit offensichtlich mächtigen Partnern im Hintergrund einen durch Brandon vermittelten Überfall eines Spielkasinos, dessen Tresor sich Carella vornehmen soll. Doch dann kommt der Geldschrankexperte dahinter, dass Brandon in Wahrheit ein verdeckt arbeitender Polizist ist, der mit seiner Hilfe einen ganz speziellen Auftrag erledigen soll, in den auch die Mafia involviert ist ...
Dieser wenig differenziert inszenierte, durchaus spannend gestaltete Krimi aus dem Jahre 1985 unter der Regie von Patrice Leconte (Der Mann der Friseuse / Le mari de la coiffeuse, 1990, Das zweite Leben des Monsieur Manesquier / L'Homme du train, 2002, Mein bester Freund / Mon meilleur ami, 2006) erzählt bei all seinen kriminalistischen Aspekten zuvorderst die Geschichte einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft, die im Verlauf der Dramaturgie zusehends alle umgebenden Einflüsse hinter sich lässt und trotz ungünstiger Entwicklungen zum vorrangigen Thema des Films gerät. Die Hintergründe und Motivationen der sparsam charakterisierten Figuren werden allenfalls angedeutet und bieten viel Raum für Interpretationen, ebenso wie die Geschichte des von der Polizei inszenierten Coups im Casino, nach dessen erfolgreicher Durchführung die wahren Turbulenzen erst beginnen. Doch all diese Details sind letztlich in der finalen Ausrichtung von Die Spezialisten nicht wirklich wichtig, denn hier geht es am Ende nur um das Schicksal zweier Männer, die einiges in ihrem unwegsamen Leben hinter sich haben, nichts mehr zu verlieren und bereit sind, alles hinter sich zu lassen, um vielleicht gemeinsam noch einmal von vorn zu beginnen – ein wahrer Männerfilm mit Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen sowie deftiger Echte-Kerle-Romantik, vor der sogar eine potenzielle Liebesgeschichte, die sich zeitweilig andeutet, kapituliert.

Die Spezialisten

Nur noch ein Jahr hat der versierte Tresorknackerexperte Stepháne Carella (Gérard Lanvin) im Knast abzusitzen, als ihm scheinbar zufällig so unverhofft wie unerwünscht die Freiheit winkt: Während er in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, treffen an einer abgelegenen Stelle im Gebirge zwei Gefangenentransporte aufeinander, von denen der eine augenscheinlich eine Panne hat. Carella wird kurzerhand mit dem Insassen des defekten Fahrzeugs, Paul Brandon (Bernard Giraudeau), im Freien zusammengekettet, woraufhin dieser mit dem unfreiwilligen Carella im Verbund einen Polizisten überrumpelt und die Flucht ergreift.
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