Die Spezialisten

Echte-Kerle-Romantik

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Dieser wenig differenziert inszenierte, durchaus spannend gestaltete Krimi aus dem Jahre 1985 unter der Regie von Patrice Leconte (Der Mann der Friseuse / Le mari de la coiffeuse, 1990, Das zweite Leben des Monsieur Manesquier / L'Homme du train, 2002, Mein bester Freund / Mon meilleur ami, 2006) erzählt bei all seinen kriminalistischen Aspekten zuvorderst die Geschichte einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft, die im Verlauf der Dramaturgie zusehends alle umgebenden Einflüsse hinter sich lässt und trotz ungünstiger Entwicklungen zum vorrangigen Thema des Films gerät. Die Hintergründe und Motivationen der sparsam charakterisierten Figuren werden allenfalls angedeutet und bieten viel Raum für Interpretationen, ebenso wie die Geschichte des von der Polizei inszenierten Coups im Casino, nach dessen erfolgreicher Durchführung die wahren Turbulenzen erst beginnen. Doch all diese Details sind letztlich in der finalen Ausrichtung von Die Spezialisten nicht wirklich wichtig, denn hier geht es am Ende nur um das Schicksal zweier Männer, die einiges in ihrem unwegsamen Leben hinter sich haben, nichts mehr zu verlieren und bereit sind, alles hinter sich zu lassen, um vielleicht gemeinsam noch einmal von vorn zu beginnen – ein wahrer Männerfilm mit Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen sowie deftiger Echte-Kerle-Romantik, vor der sogar eine potenzielle Liebesgeschichte, die sich zeitweilig andeutet, kapituliert.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/die-spezialisten