Willi und die Wunderkröte (2021)

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Der Willi ist zurück! Nach „Willi und die Wunder dieser Welt“ aus dem Jahr 2009 ist der Welterforscher wieder im Kino zu sehen. Dieses Mal blickt er in einen kleinen und ebenso wunderbaren Bereich unserer Erde, in das Leben der Frösche.

Willi und die Wunderkröte (2021)

Eine Filmkritik von Verena Schmöller

Abenteuer Umweltschutz

Wer Willi Weiztel kennt, weiß, dass Wissensvermittlung nicht trocken und langweilig sein muss. In der Fernsehsendung „Willi will’s wissen“ hat der Moderator vielen Kinder-Jahrgängen erklärt, wie Brot gebacken wird, wo der Strom herkommt oder wie man Astronaut wird. Mit einem humorvollen Blick und immer auf Augenhöhe mit dem jungen Zielpublikum erkundet er die Welt, stellt Fragen und lässt Experten erklären. So macht er es auch in seinem neuen Kinofilm Willi und die Wunderkröte: Eingebettet in eine Spielfilmhandlung reist Willi um die Welt, trifft Menschen, die sich mit Amphibien auskennen, lernt eine ganze Menge über die Welt der Frösche und Kröten kennen und unterstützt damit die zehnjährige Luna, die vor allem ihren Froschteich retten will.

Eigentlich will Willi (Willi Weitzel) nur einmal ein bisschen ausspannen: Er kommt für die Ferien zurück in sein Heimatdorf und freut sich, bekannte Gesichter wiederzusehen, darunter Nachbarin Lena (Miriam Stein) und deren Tochter Luna (Ellis Drews). Und damit sind die Ferien für Willi auch fast schon wieder vorbei und er ist mittendrin im Abenteuer: Denn das zehnjährige Mädchen hat einen Froschteich, der dem Bürgermeister des Dorfes, dem Huber-Bauern (Ferdinand Dörfler), schon lange ein Dorn im Auge ist und der nun aufgrund der Reorganisation der landwirtschaftlichen Flächen weichen muss.

Abgesehen davon, dass Luna den Teich liebt und er für sie auch ein Stück Erinnerung an ihren Vater ist, welcher eine neue Familie gegründet hat, weiß sie, dass das Wasserloch auch Lebensraum für ganz viele Tiere ist. Verschwindet der Teich, wären die Frösche und Kröten von heute auf morgen heimatlos, und dass will das Mädchen nicht zulassen. Sie bitte Willi, ihr zu helfen und den Menschen im Dorf zu zeigen, dass Frösche nicht eklig, sondern wunderbare Tiere sind, die sie schützen müssen.

An dieser Stelle beginnt, was diejenigen gut kennen, die Willi will’s wissen schauen oder gesehen haben: Der Willi, wie er sich immer wieder vorstellt, sucht einen Frosch-Experten nach dem anderen auf und reist nach Ägypten, Bolivien und Panama. Er stellt Fragen, erhält Antworten, lernt jede Menge dazu und zeigt dem Kinopublikum, wie groß und bunt die Welt der Frösche ist. 

Das ist das Wertvolle am Film: Dass man aus dem Kinosaal kommt und danach tatsächlich viel weiß über die kleinen quakenden Tiere, die man sonst – gut versteckt wie sie sind – kaum wahrnimmt. Und auch dass man sich wieder einmal bewusst macht, wie viel wir Menschen in dieser Welt kaputt machen, wie wichtig Umweltschutz jetzt und nicht erst später ist, und wie alles auf dieser Erde zusammenhängt. Die Natur setzt sich aus vielen Bereichen und Aspekten zusammen und es gilt, sie alle zu schützen. Damit heißt Umweltschutz eben nicht nur, den Regenwald oder die Bienen zu retten, sondern auch die Natur vor Ort, den Teich im Dorf.

Durch die Spielfilmhandlung wird Umweltschutz für die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer nachvollziehbar, weil erlebbar. Dem erwachsenen Publikum wird das Schauspiel oft ein wenig zu übertrieben und zu laut erscheinen. Kinderfilme meinen leider viel zu oft, dass Kinder nur dann Spannung oder Handlung überhaupt erkennen, wenn laut gebrüllt wird. Schade, dass das auch in Willi und die Wunderkröte der Fall ist – das hätte es nicht gebraucht. 

Auch das Wunderbare, das sich im Titel durch die „Wunderkröte“ bemerkbar macht und im Film in Träumen, alten Geschichten und dem Funkeln der Augen von Lunas Oma, Professorin Jones (Suzanne von Borsody) auftaucht, ist ein Beiwerk, das nicht notwendig gewesen wäre, weil es ablenkt vom eigentlichen Thema des Films. Dass Frösche und Kröten etwas Wunderbares, etwas Faszinierendes sind, wird auch ohne Glitzern erkennbar und wäre dann vielleicht auch noch wirkungsvoller.

Der Film lebt vor allem von seiner Hauptfigur, dem Willi. Man fiebert mit ihm mit, kann seine Bedenken nachvollziehen und seine Sorge um die Welt verstehen. Willi Weitzel ist kein Schauspieler, aber das muss er auch nicht sein, die Rolle ist so angelegt, dass er sich quasi selbst spielt. Und das ist gut so, das funktioniert, denn es ist der Willi selbst, der überzeugt: Sein Engagement ist bewundernswert, seine Neugier und seine Leidenschaft sind ansteckend. Und das ist das, was nicht nur das junge Publikum mit aus dem Kino nehmen wird: Die Lust darauf, die Welt – und sei es auch nur ein kleines bisschen – besser zu machen.

Willi und die Wunderkröte (2021)

In Willi und die Wunderkröte begibt sich Willi Weitzel auf eine abenteuerliche Reise durch Ägypten, Bolivien und Panama, um die Lebensräume von Fröschen zu erforschen. Angestiftet hat ihn seine 10-jährige Nachbarin Luna (Ellis Drews), die um den Froschteich in ihrem Dorf kämpft. So steht der scheinbar unbedeutende, kleine Teich im Zentrum der großen Fragen von Naturschutz, Nachhaltigkeit und der Kraft gemeinschaftlichen Handelns.

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