Tödlicher Segen

Tödlicher Segen

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Craven Goes Hollywood

Nach Last House On The Left und The Hills Have Eyes bekam der damals noch blutjunge Wes Craven (Nightmare on Elm Street, Scream) 1981 die Möglichkeit, seinen ersten richtigen Hollywoodfilm zu drehen. Waren seine ersten Arbeiten noch unabhängige Produktionen, gab es diesmal mehr Geld und sogar namhafte Darsteller. Doch Cravens erster Studiofilm sollte auch eine Zerreißprobe werden.
Farmersfrau Martha (die bildhübsche Maren Jensen) verliert am ersten Hochzeitstag ihren Mann (Douglas Barr, Howie aus Ein Colt für alle Fälle), der Nachts in der Scheune von seinem Traktor zerquetscht wird. Um Martha seelischen Beistand zu leisten, reisen kurzerhand deren Freundinnen Lana (Sharon Stone in ihrer ersten großen Rolle) und Vicky (Susan Buckner) aus der Großstadt an. Als der zurückgebliebene William (Michael Berryman), Mitglied einer benachbarten Amish-ähnlichen Sekte, in Marthas Scheune erhängt aufgefunden wird, verdichtet sich der Verdacht, dass Sektenoberhaupt Isaiah (Ernest Borgnine, The Wild Bunch) etwas mit den Todesfällen zu tun hat. Albträume und merkwürdige Ereignisse häufen sich. Und was hat die äußerst freundliche Nachbarin Louisa zu verbergen?

Wow, Wes Craven legte mit Tödlicher Segen / Deadly Blessing eine frühe Meisterleistung und vergessene Genreperle hin. Der Film überzeugt mit durchgehender Spannung, guten Darstellern und immer wieder interessanten Wendungen. Nur das merkwürdig angeklatsche Ende fällt völlig aus dem Rahmen. Was auch kein Wunder ist, kennt man die Hintergründe: Die Produzenten wollten einen Horrorfilm mit Monstern, während Craven das Grauen von Menschen ausgehen lassen und rational erklären wollte. Doch vertraglich war er gezwungen, der Forderung der Geldgeber nachzugeben und deren Wunschende anzuhängen. Ein grimmiger, abgrundtief böser Ernest Borgnine und der tolle Score von James Horner sind jedoch allein das Geld für die digital remasterte DVD wert. Leider gibt es keine Extras und der Klappentext ist unnötig reißerisch.

Tödlicher Segen

Nach Last House on The Left und The Hills Have Eyes bekam der damals noch blutjunge Wes Craven (Nightmare on Elm Street, Scream) 1981 die Möglichkeit, seinen ersten richtigen Hollywoodfilm zu drehen.
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