Shocker

Shocker

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

High Voltage Horror

Zu unrecht geschmäht und nur von einer kleiner Schar Fans geliebt, fristete dieser kleine Horrorfilm jahrelang ein Schattendasein. Mit der nun veröffentlichten DVD wird Shocker endlich der breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. War das (leicht geschnittene) Video doch seit Jahren out of print und kam im Fernsehen hin und wieder mal des nächtens eine übel geschnittene Fassung zu traurigen Ehren.
Mal ehrlich, Wes Craven hat im Laufe der Jahre im wahrsten Sinne des Wortes auch Schrott produziert. Zwischen Meilensteinen wie Nightmare on Elm Street, Der tödliche Freund (Tipp!) und Das Ding aus dem Sumpf schlichen sich immer wieder Schrott-Serien und Vampire in Brooklyn ein. Mit Shocker lieferte Wes Craven eine abgewandelte Variante seines Nighmare-Erfolgsrezepts ab. Hier kommt der Killer nicht aus den Träumen, sondern aus dem Stromnetz…

Serienkiller Horace Pinker (herrlich fies: Mitch Pillegi, Jahre später durch Akte X groß rausgekommen) wird von Cop Don Parker in die Ecke getrieben. Der mordende Fernsehtechniker kann entkommen und rächt sich, indem er Parkers Familie tötet. Adoptivsohn Jonathan überlebt das Gemetzel und beginnt eine seltsame, mentale Verbindung zu Pinker zu entwickeln. Als dieser endlich dingfest gemacht werden kann, wird er zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Dank eines bizarren Voodoorituals in seiner Todeszelle gelingt es Pinker, sich in den Stromkreislauf der Stadt einzuspeisen und von nun an auf äußerst kreative Weise seine Opfer mit Strom oder Küchengeräten heimzusuchen. Dank des Geistes seiner, auch Pinker zum Opfer gefallenen, Freundin Alison, gelingt es Jonathan diesen zu finden und den Kampf aufzunehmen.

Klingt ziemlich wirr, ist es auch. Mit Anleihen bei zahlreichen anderen Filmen des Genres, schafft Autor und Regisseur Wes Craven einen unterhaltsamen und trashigen Horrorfilm, der nicht annährend so ernst daher kommt wie sein berüchtigter People Under The Stairs. Die Effekte sind für heutige Verhältnisse noch immer sehenswert, die Story anscheinend doch nicht so abgedreht, wie man meinen würde. Ist doch für die Zukunft ein Remake angekündigt. Gastauftritte von Timothy Leary als Fernsehprediger, Wes Craven himself und Brent Spiner (der Data aus Star Trek) runden einen amüsanten Horrorfilm ab, der hoffentlich nicht all zu schnell auf den Wühltischen dieser Welt untergeht.

Shocker

Zu unrecht geschmäht und nur von einer kleiner Schar Fans geliebt, fristete dieser kleine Horrorfilm jahrelang ein Schattendasein.
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