Mambo Italiano

Mambo Italiano

Italians do it better

Die multikulturelle Gesellschaft ist längst zur (filmischen) Realität geworden – da hilft auch kein politisches Gezänk über das Zuwanderungsgesetz. Längst haben Filmemacher überall auf der Welt erkannt, dass die moderne Gesellschaft vom Miteinander unterschiedlicher Kulturen lebt und thematisiert auf unterschiedliche Weise Freud und Leid der Integration, sei es in England (Kick it like Beckham), den USA (My Big Fat Greek Wedding, Real Women have Curves) oder in Deutschland (Gegen die Wand).

Im italienischen Viertel Montreals ist die Welt noch in Ordnung, denn hier hält man die Traditionen noch hoch – bis eines Tages Angelo Barberini (Luke Kirby) genug von den Bevormundungen seiner Eltern Maria (Ginette Reno) und Gino (Paul Sorvino) hat. Hals über Kopf zieht der junge Mann aus, sehr zum Entsetzen seiner Eltern, denn der „Bambino“ ist gerade mal Ende Zwanzig und noch nicht einmal verheiratet. Doch es kommt noch schlimmer, denn Angelo zieht mit seinem Jugendfreund Nino (Peter Miller) zusammen und outet sich gegenüber seiner Familie als Lover des charmanten schwulen Polizisten.

Damit hängt der Haussegen nun endgültig schief, denn ein schwuler Italiener, das ist im konservativ-katholischen Umfeld von Little Italy undenkbar: Papa Gino tobt, weil Söhne ihre Väter ehren und nicht verraten sollen. Und die Mamas beten inbrünstig zu Padre Pio und allen Heiligen, dass dieser Kelch vielleicht noch einmal an ihnen vorüber ginge und dass die vollbusige Pina (Sophie Lorain) ihre Söhne vielleicht noch bekehren kann. Doch damit nicht der Sorgen genug, denn Nino befürchtet, dass schwule Polizisten unter dem Spott der Kollegen vielleicht noch Schafe, aber kein Gesetz mehr hüten können. Klar, dass die Eltern ihren geliebten Sohn verstoßen und nichts unversucht lassen, um ihn von seiner „Krankheit“ zu heilen. Doch das „Gebrechen“ und damit die Liebe zu Nino erweist sich als stärker als alle Konventionen.

Die wundervoll leichte Komödie Mambo Italiano basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Steve Galluccio und wurde vom Regisseur Émile Gaudreault mit viel Sinn für skurrile Dialoge und die Situationskomik, die aus dem scheinbar Unvereinbaren entsteht, inszeniert. Zwar lässt der Film kaum ein multikulturelles Klischee aus, doch die Wärme und der Witz der Figuren entschädigt den Zuschauer für manchen Ausrutscher.

Mambo Italiano

Die multikulturelle Gesellschaft ist längst zur (filmischen) Realität geworden – da hilft auch kein politisches Gezänk über das Zuwanderungsgesetz.

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