Duelist

Duelist

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Absurdität trifft Martial Art

Ästhetik, Ästhetik, Ästhetik! Dreimal darf man raten, worum es Regisseur Myung-se Lee in diesem famos-tänzerischen Martial Arts-Spektakel geht…
Duelist ist ein Feuerwerk an spektakulären Fights, prachtvollen Farben und innovativem Schnitt-Stakkato. Immer wieder werden Szenen durch Freeze-Frames abrupt unterbrochen, um in doppelter Geschwindigkeit oder an einem anderen Ort weiter geführt zu werden. Die dünne, im Grunde völlig nichtige Handlung, wird nur in den kurzen Pausen zwischen den atemlosen Begegnungen der beiden Protagonisten unterbrochen. Was folgt, ist ein immer spektakulärerer Schlagabtausch, der mal am Boden, mal in der Luft seine Bestimmung finden.

Der Polizist Ahn (Sung-Ki Ahn) und dessen Assistentin Elevin Namsoon (als asiatische Michelle Rodriguez: Ji-won Ha) sind Geldfälschern auf der Spur. Doch ihnen stellt sich der Kämpfer Sad Eyes (Dong-Won Gang) in den Weg, der der Leibwächter des bösen Song (Young-Chang Song) arbeitet. Doch dieser ist nicht nur Oberbösewicht, sondern auch noch der amtierende Verteidigungsminister. Auf der Jagt nach Sad Eyes, kommt es zu den Genre-üblichen, wahnwitzigen Kämpfen — und Elevin verliebt sich in den Gejagten…

Die Actionszenen werden als großangelegte Flirts der beiden Kontrahenten Elevin und Sad Eyes inszeniert, die Story hat nur Alibicharakter und wer Romeo und Julia als abgepfiffenes Martial-Arts-Spektakel erleben will, ist hier richtig aufgehoben. Doch es gibt auch Kritikpunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Hauptdarstellerin Ji-Won Ha übertreibt es in vielen Momenten mit ihrem, für Asia-Filme üblichen, Over-Acting. Nur in wenigen Momenten (zum Beispiel, wenn sie das Niesen Sad Eyes imitiert) kommt so etwas wie Natürlichkeit auf. Der Humor tritt zu großen Teilen als Slapstick auf, der zwar schön choreographiert ist, jedoch für westliche Zuschauer schnell abgenutzt und ermüdend erscheint. Trotzdem zünden viele der Gags, vor allem im ersten Drittel. Auch wird nie klar, warum sich die beiden Kontrahenten nun so anziehend finden. Ist’s die weiße Maske des bad guy? Oder die bullige Haltung des good girls?

Bleibt ein experimentierfreudiger, optisch brillanter Opus mit großen Fights, dem mit absurdem Slapstick ein interessanter Gegenpart entgegen gestellt ist. Überraschende Tempowechsel, verschiedene Handlungsebenen in einem einzigen Bild, waghalsige Kamerafahrten – nichts ist zu abgefahren, nichts unmöglich, um es ausgiebig zu zelebrieren und jedes Bild ist ein Gemälde für sich.

Das pralle Cinemascope Bild und der 5.1 Ton sind große Klasse, die Bonus DVD bietet ein gutes Making of, Fernsehspots, Interviews und Trailer und außerdem Eindrücke von der Kinopremiere.

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Ästhetik, Ästhetik, Ästhetik! Dreimal darf man raten, worum es Regisseur Myung-se Lee in diesem famos-tänzerischen Martial Arts-Spektakel geht…
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