Deadline

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Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Eher bedächtig geht es in Sean McConvilles Regiedebüt zu. Spukhaus, Psychothriller oder Geistergeschichte – alle möglichen Elemente sind vertreten. Auch gibt es eine gute Besetzung, die mit Brittany Murphy (8 Mile, Sin City) und Thora Birch (American Beauty) von zwei starken Frauen angeführt wird. Wer unerfahren in Geistergeschichten im Stile von Gothika und Schatten der Wahrheit ist, wird sich womöglich gut unterhalten. Alle anderen könnten etwas enttäuscht werden, da es kaum Neues zu sehen gibt.
Um sich ganz ihrem neuen Drehbuch zu widmen und ihre gescheiterte Beziehung zu verarbeiten, zieht sich Drehbuchautorin Alice (eine sexy abgefuckte, aber überraschenderweise immer wieder lustlos agierende Brittany Murphy) auf ein altes Landhaus zurück. Dort spürt sie schon von der ersten Nacht an "Hier ist jemand gestorben". Bei der näheren Erkundung des Hauses stößt Alice auf eine Kiste mit Videobändern, die von den Vorbesitzern stammen. Auf diesen sehen wir, wie das junge Ehepaar David und Lucy sich immer mehr entzweit, da David krankhaft eifersüchtig ist und seine Frau immer aufdringlicher mit der Videokamera filmt. Als die Situation auf den Videos eskaliert, bemerkt Alice zudem, dass sie in dem großen Haus nicht mehr allein ist. Nicht nur scheint ein Geist umzugehen – auch der totgeglaubte David taucht plötzlich auf...

... letztere Wendung wird übrigens schon auf dem Covertext verraten, weswegen sich der Rezensent guten Gewissens die Spoiler-Warnung verkneift. Es ist regelrecht angenehm, dass mal nicht erst eine Person überzeugt werden muss, dass etwas nicht stimmt. Autorin Alice ist sich der Situation schnell bewusst und stellt sich ihr. Auch gelingt es dem Regisseur, das Haus als weiteren Hauptdarsteller zu inszenieren und eine angenehm gruselige Atmosphäre zu schaffen. Doch leider wird zu viel ähem, nicht gerade subtil erzählt und trotz der gerade mal 85 Minuten schleichen sich einige Längen ein. Es ist bizarr, aber der Grusel wird durch die arg stilisierte Atmosphäre entschärft.

Daeadline ist nichts halbes und nichts ganzes, denn der Film kann sich nicht entscheiden, was er sein will. Für Horror/Grusel gibt es viel zu wenig Geistererscheinungen, für einen Thriller passiert zu wenig und für einen Genre-Crossover ist die Mischung zu unausgewogen. Das schade, denn Deadline war Murphys letzter Film vor ihrem tragischen Tod. Ansehbar ist Deadline dennoch, man sollte sich aber auf einen ruhigen Film einstellen.

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Die Schriftstellerin Alice zieht sich in ein abseits gelegenes Haus zurück, um sich von einem Zusammenbruch zu erholen und auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft, beginnt sie mysteriöse Geräusche zu hören.
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