Das Philadelphia-Experiment

Das Philadelphia-Experiment

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Vom Radar verschwunden

Es wäre ja wirklich interessant zu erfahren, was es sich John Carpenter kosten lässt, wenn er seinen Namen für Filmprojekte zur Verfügung stellt. Ist es nur logisch, wenn er für die Vermarktung eigener Projekte (John Carpenters Das Ding, John Carpenters Sie leben oder John Carpenders Ghosts of Mars) seinen einst guten Namen zur Verfügung stellt, kommt es immer wieder vor, dass der zugträchtige Name auch mal bei weniger prallen Filmen in prominenter Position auf dem Plakat auftaucht. Das Philadelphia Experiment war 1984 so ein Fall: Obwohl Carpenter nur einen „unter ferner liefen“ Executive Producer-Credit hat, wird der Film vollmundig als Carpenters Das Philadelphia Experiment angepriesen. Es kann natürlich gut sein, dass Carpenter selbst um einiges mehr involviert war und den Credit als Dankeschön / Wiedergutmachung etc. bekommen hat. Fakt ist, der Film trägt zu keiner Zeit die Handschrift des Meisters und bildet auch beileibe keinen Glanzpunkt in seiner Filmographie.
Im Jahr 1943 experimentiert die U.S. Navy mit Magnetfeldern, um ihre Schiffe für das feindliche Radar unsichtbar zu machen. Die USS Eldridge ist das erste Versuchskaninchen, samt Besatzung wohlgemerkt. Doch das Experiment geht schief, dass Schiff beginnt zu glühen, die Besatzung wird von unsäglichen Schmerzen gequält und schließlich verschwindet der ganze Kahn nicht nur vom Radar, sondern auch aus dem Hafenbecken. Die Matrosen David Herdeg (Michael Pare) und Jim Parker (Bobby Di Cicco) springen derweil panisch über Bord der USS Eldridge und taumeln durch eine Art Zeittunnel. Von dort aus landen die Männer im Jahr 1984 und geraten sogleich ins Visier des Geheimdiensts. Mit Hilfe der jungen Allison (Nancy Allen, RoboCop) fliehen die Jungs zu ihrem Freund Parker, der ebenfalls bei dem gescheiterten Experiment dabei war und im Jahr 1984 noch lebt…

Das Philadelphia Experiment atmet in jeder Minute den Atem der 80er Jahre. Look, Ästhetik, Effekte und Kostüme sind purer Trash, der Nostalgiker bestens bedient. Und natürlich ist das Michael Pare, der in den 80ern zum Star gepusht wurde, nur um nach kurzer Karriere in die B- und C-Liga abzurutschen. Derzeit erlebt er einen kleinen Frühling, indem er zum Stammdarsteller Uwe Bolls geworden ist und durch Filme wie BloodRayne, Postal und Alone in the Dark 2 gereicht wird.

Trotz des immensen Trash-Faktors (wohl nur dank Carpenters Namen ist Das Philadelphia Experiment nicht in Vergessenheit geraten) unterhält der Film mit hanebüchenen Ideen und Wendungen, die einfach nur Spaß machen.

Das Philadelphia-Experiment

Es wäre ja wirklich interessant zu erfahren, was es sich John Carpenter kosten lässt, wenn er seinen Namen für Filmprojekte zur Verfügung stellt.
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