Bombón – Eine Geschichte aus Patagonien

Bombón – Eine Geschichte aus Patagonien

Wie Juan auf den Hund kam...

Patagonien ist für viele Weltreisende das Ende der Welt, ein weitgehend verlassener Flecken Erde, rau, von einem beständigen Wind umtost und unwirtlich, so dass auf einen Quadratkilometer Grund gerade mal zwei Einwohner kommen. Im manchen Gegenden sind es sogar noch weniger. Umso erstaunlicher, so mag man meinen, dass es hier zu ganz und gar seltsamen Begegnungen kommen kann, von denen der argentinische Regisseur Carlos Sorin in seinem Film Bombón erzählt.
Im Mittelpunkt des Films steht Juan (Juan Vallega), der gerade seinen Job als Tankstellenmechaniker verloren hat und für den nur wenig Aussicht besteht, mit Anfang 50 noch irgendwo eine Anstellung zu finden. Doch der sympathische Kumpeltyp von nebenan ist weit davon entfernt, den Kopf hängen zu lassen und sich dem anscheinend unvermeidbaren Schicksal als Langzeitarbeitsloser zu ergeben. Solange er keine „vernünftige“ Arbeit findet, hält er sich mit dem Verkauf handgefertigter Messer über Wasser. Doch so schön die nützlichen Werkzeuge auch sind, Juan will es einfach nicht gelingen, einige Exemplare davon zu verkaufen, so sehr er sich auch bemüht. Doch als er schließlich einer Gutsbesitzerin hilft, deren reparaturbedürftigen Wagen wieder herzurichten, scheint es bergauf zu gehen. Denn zum Dank vermacht ihm die ältere Dame eine prächtige Zuchtdogge mit dem klingenden Namen „Bombón“. Mit der Hilfe des offenbar mit einer übermächtigen Libido ausgestatteten Tieres erfährt der eher unscheinbare Juan plötzlich Zuwendung und Lob von allen Seiten, er findet sogar einen Job und wird von einem echten Bankdirektor in dessen Räumlichkeiten gebeten, denn dieser ist ein waschechter Doggen-Fan.

Solchermaßen ermutigt kontaktiert Juan den Hundezuchtexperten Walter (Walter Donado), der „Bombón“ eine große Zukunft als preisgekrönter Star aller Hundeausstellungen prophezeit. Doch die Ausbildung soll nicht nur den Hund, sondern auch seinen neuen stolzen Besitzer auf Vordermann bringen, denn das Leben als Halter eines echten Rassehundes ist natürlich eine enorme Herausforderung. Und siehe da, prompt erringt Bombón bei einer Hundeschau den dritten Platz, was anschließend überschwänglich gefeiert wird. Wird sich nun tatsächlich alles zum Guten wenden?

Wie bereits in seinem Film Historias Minimas, so widmet sich der Regisseur Carlos Sorin auch in Bombón den Nöten und kleinen Geschichten der einfachen Leute, die er mit ganz ausgezeichneten Laiendarstellern besetzt hat. Diese, so der Regisseur seien den Figuren, die sie spielen so ähnlich, dass der Film durchaus eine stark dokumentarische Tendenz habe. Die Folge dieser sehr speziellen Art zu inszenieren ist ein sehr betulicher, minimaler und puristischer Film, bei dem wenig gesprochen wird und eigentlich auch nicht wirklich etwas passiert. Doch es ist vor allem das Wie dieser kleinen Begegnungen, dass Bombón seine besondere Note gibt – sofern man sich darauf einlassen kann. Manchmal fragt man sich allerdings schon, warum Carlos Sorin für seine Beobachtungen ausgerechnet den Spielfilm gewählt hat, wo doch das Dokumentarische viel näher läge.

Bombón – Eine Geschichte aus Patagonien

Patagonien ist für viele Weltreisende das Ende der Welt, ein weitgehend verlassener Flecken Erde, rau, von einem beständigen Wind umtost und unwirtlich, so dass auf einen Quadratkilometer Grund gerade mal zwei Einwohner kommen.
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