Der weite Himmel

Der weite Himmel

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Eine Freundschaft, ein Abenteuer, eine Frau und zwei Männer

Mittlerweile nur noch ein paar Jahre vom magischen Lebensalter „100“ entfernt erhielt der US-amerikanische Schauspieler Kirk Douglas bereits vor über vierzig Jahren den ersten Preis der Würdigung seines Lebenswerkes, dem einige weitere folgten. Vorrangig in Western oder Abenteuerfilmen als „echter Kerl“ zu bewundern wirkte dieser Fels in der Brandung des Hollywood-Kinos, der seine Karriere am Broadway begann, in über neunzig Filmen mit, überlebte privat einen Schlaganfall sowie einen Hubschrauberabsturz und hat bereits zwei Autobiographien veröffentlicht. In Der weite Himmel von Howard Hawks aus dem Jahre 1952 spielt Kirk Douglas einen eher sanften Helden, der auf gleichermaßen schlichte wie einfühlsame Art ganz wunderbar die heitere Atmosphäre dieses untypischen Westerns repräsentiert.
Beide sind auf dem Weg nach St. Louis, um sich eine neue Lebensperspektive zu erschließen, und als sie aufeinandertreffen, fliegt erst einmal ein Messer durch die Luft, mit dem der flinke Boone Caudell (Dewey Martin) dem besonnenen Jim Deakins (Kirk Douglas) eine Schlange vom Leib hält. Ungewöhnlich ist, dass er ihm kurz darauf unvermittelt einen Fausthieb verpasst, was Jim Deakins aber mit Humor quittiert – und so beginnt eine Freundschaft, die aus den beiden Männern Weggefährten macht.

Angekommen in „The Gateway City“ machen sie sich auf die Suche nach Caudells Onkel Zeb Calloway (Arthur Hunnicutt), der hier offenbar als Freund der indigenen Bevölkerung keinen guten Ruf genießt. Nach einer ausgiebigen Zechtour mit reichlich Geselligkeit und Gesang, die in eine handfeste Schlägerei mündet, landen die beiden schließlich im Gefängnis, wo sie überraschenderweise dann auf Calloway treffen. Wieder auf freiem Fuß heuern die Freunde auf Vermittlung des Onkels auf dem Boot eines französischen Pelzhändlers (Steven Geray) an, der 2000 Meilen zum Oberlauf des Missouri-Flusses zurücklegen will, um dem dort ansässigen Stamm der Blackfoot die kostbaren Felle direkt abzukaufen und damit das Monopol des machtgierigen Händlers McMasters (Paul Frees) ins Wanken zu bringen. Mit an Bord ist die ebenso schöne wie energische Häuptlingstocher Teal Eye (Elizabeth Threatt), die verschleppt wurde und wieder nach Hause zu den Blackfoot will, wo sie den Abenteurern als günstiges Entrée für den beabsichtigten Handel dienen soll. Die Anwesenheit der jungen Schönheit sorgt mitunter für Turbulenzen auf dem Boot, und Caudell und Deakins entdecken gleichermaßen ihre Faszination für Teal Eye, die sich allerdings zunächst von ihrer kampflusitgen Seite zeigt …

Eine Freundschaft, ein Abenteuer, eine Frau und zwei Männer – das ist die schlichte Essenz dieses geradezu fröhlichen Westerns, dessen Fokus deutlich auf der Beziehungsebene der Protagonisten untereinander liegt und der mit seinen authentisch anmutenden Figuren dem typischen Helden-Mythos des Genres eine klare Absage erteilt. Auch wenn sich Der weite Himmel, dessen doppeldeutiger Titel offenbar nicht nur auf den sichtbaren Raum über der Erde referiert, auf amüsante Weise durchaus bei den gängigen Klischees bedient, herrscht hier ein zwar bei Zeiten ungeschickter, doch überwiegend von Neugier und Interesse geprägter Umgang mit den Eigenarten der Blackfoot durch die Bootsbesatzung, die sich im Verlauf der Reise zu einer wahrhaft guten Crew zusammenfügt.

Arthur Hunnicutt in der Rolle des manchmal geradezu weise anmutenden Onkels, der sich die Sprache und Kultur der Blackfoot angeeignet hat, wurde für seine Darstellung für den Oscar nominiert, ebenso wie Russell Harlan für die Beste Kamera in Schwarzweiß. Zählt Der weite Himmel sicherlich zu den weniger populären Filmen von Howard Hawks (Tote schlafen fest / The Big Sleep, 1946, Blondinen bevorzugt / Gentleman Prefer Blondes, 1953, Rio Bravo, 1959), so zeichnet er sich doch als gelungen inszenierter, einzigartiger und vor allem sympathischer Film aus, dessen sanfte Ambivalenzen – gleichwohl ein wenig unbeholfen – für Freundschaft, Verständnis und Toleranz werben.

Der weite Himmel

Mittlerweile nur noch ein paar Jahre vom magischen Lebensalter „100“ entfernt erhielt der US-amerikanische Schauspieler Kirk Douglas bereits vor über vierzig Jahren den ersten Preis der Würdigung seines Lebenswerkes, dem einige weitere folgten. Vorrangig in Western oder Abenteuerfilmen als „echter Kerl“ zu bewundern wirkte dieser Fels in der Brandung des Hollywood-Kinos, der seine Karriere am Broadway begann, in über neunzig Filmen mit, überlebte privat einen Schlaganfall sowie einen Hubschrauberabsturz und hat bereits zwei Autobiographien veröffentlicht.
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