Best of Animation 6

Best of Animation 6

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Rückblick und Vorfreude: Die DVD-Edition des ITFS geht in die sechste Runde

Anfang Mai ist es wieder soweit: Dann wird das sonst eher beschauliche (sorry, is so) Stuttgart für einige Tage zum Nabel der Filmwelt. Zumindest für jenen Teil davon, der sich mit Animationen jeglicher Art auseinandersetzt. Das nunmehr seit 30 Jahren bestehende Internationale Trickfilmfestival (ITFS) in der schwäbischen Metropole hat sich in der Zwischenzeit zum nach eigener Auskunft größten Trickfilm-Festival der Welt und zu einem veritablen Publikumsmagneten gemausert, der frischen Wind in die deutsche und internationale Festivallandschaft gebracht hat. Beinahe schon traditionell ist auch die DVD-Edition, die kurz vor Beginn der neuen Ausgabe des ITFS vom 8. bis zum 13. Mai 2012 die Höhepunkte des letzten Jahres auf einem Silberling vereint.
Mit von der Partie sind bei der mittlerweile sechsten Ausgabe der Best of Animation-Reihe insgesamt neun Filme höchst unterschiedlicher Machart (sprich: Animationstechnik), die die Breite und Verschiedenheit der Filme reflektieren. Insgesamt 77 Minuten exklusives Filmmaterial plus 12 Minuten Extras sind auf der DVD versammelt. In dem australischen Beitrag Nullarbor von Alister Lockhart und Patrick Sarell beispielsweise zeigen die am Computer entstandenen 3D-Animationen die Begegnung eines ungestümen jugendlichen Rasers und eines alten Mannes auf einem einsamen Highway irgendwo in der australischen Nullarbor-Ebene – ein existenzialistischer Roadmovie mit grimmigem Humor und viel Action, aber auch Momenten der Stille. Ganz anders hingegen stellt sich gleich der zweite Beitrag der Edition dar: The Boy Who Wanted To Be A Lion von Alois Di Leo aus Großbritannien ist viel leiser, was sicher auch daran liegt, dass der Film einem siebenjährigen gehörlosen Jungen in dessen Welt der Stille folgt.

Unter den versammelten Regisseuren der Edition ist der aus den USA stammende Bill Plympton der wohl bekannteste und etablierteste. Sein Film The Cow Who Wanted To Be A Hamburger ist eine melancholisch-heitere Parabel über die Macht der Werbung. Ganz anders ist da Tatamp von Mirai Mizue aus Japan, bei dem sich Töne, mit denen Bilder verbunden sind, zu immer neuen Konstellationen anordnen, wieder auseinander streben und sich erneut zusammenfinden – ein Tanz aus Sounds, Formen und Farben von abstrakter Schönheit und meditativer Atmosphärik.

Zudem sind auf der Best of Animation 6 noch die Filme Die Kiste (Kyra Buscher, Deutschland), Birdboy (Pedro Rivero und Aberto Vazquez, Spanien), Monstre sacré (Jean-Claude Rozec, Frankreich), Der Wechselbalg (Maria Steinmetz, Deutschland) und Preferably Blue (Alan Dickson, Neuseeland) versammelt.

Naturgemäß treffen die sehr unterschiedlichen Beiträge nicht gleichermaßen jeden Geschmack, insgesamt aber geben sie einen ausgezeichneten Überblick über den Stand des Animationsfilms jenseits der Produktionen der großen Hollywood-Studios. Das Update auf die Version 2012 gibt es demnächst in Stuttgart zu sehen. Wer sich dafür schon mal warmlaufen will, der sollte auch einen Blick auf die Extras der DVD werfen, dort gibt es unter anderem Festivalimpressionen aus dem Jahr 2011 zu sehen.

Best of Animation 6

Anfang Mai ist es wieder soweit: Dann wird das sonst eher beschauliche (sorry, is so) Stuttgart für einige Tage zum Nabel der Filmwelt. Zumindest für jenen Teil davon, der sich mit Animationen jeglicher Art auseinandersetzt. Das nunmehr seit 30 Jahren bestehende Internationale Trickfilmfestival (ITFS) in der schwäbischen Metropole hat sich in der Zwischenzeit zum nach eigener Auskunft größten Trickfilm-Festival der Welt und zu einem veritablen Publikumsmagneten gemausert, der frischen Wind in die deutsche und internationale Festivallandschaft gebracht hat.
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