Haunt

Haunt

Eine Filmkritik von Martin Beck

White Noise

Dass es sich bei Haunt um einen Geisterfilm handelt, liegt nahe. Genauer gesagt ist es ein "haunted house"-Film, der der klassischen Struktur des Genres folgt, also eine unbedarfte Familie in ein Haus einziehen lässt, in dem zuvor grässliche Dinge passiert sind, und dann die jenseitige Hölle anheizt. Die Ereignisse von damals, als eine Familie auf unnatürliche Weise den Tod fand, laufen natürlich Gefahr, sich zu wiederholen. Als einzige Neuerung erscheint ein mysteriöser Radioapparat, der Stimmen aus dem Jenseits überträgt.
Obwohl, nein, das ist auch nicht neu, das gab es schon mal bei White Noise. Die "haunted house"-Welt hat einen definitiv begrenzten inhaltlichen Horizont, so dass das zum Beispiel durch Insidious oder The Conjuring neu entfachte Gruselinteresse vor allem der Gegenbewegung zu "torture porn" zuzuschreiben ist. Neu also im Sinne von Schocks ohne physische Zerlegung, und dann aber auch schnell wieder so etabliert, dass sich Haunt bereits etwas redundant anfühlt. Der Film ist gut inszeniert, keine Frage, aber ebenso eine Budgetnummer unter den genannten Vorzeigetiteln und dabei so "klassisch" strukturiert, dass man sich fast einen Kühlschrank voller abgetrennter Arme herbeiwünscht.

Was sich jetzt schlimmer anhört als es tatsächlich ist, denn mit etwas Alzheimer im Tee kommt man schon rein, in die knarzige Gruselatmosphäre, und freut sich dann zum Beispiel über Jacki Weaver, die einzige Überlebende der alten Familie, die genauso schauspielerische Klasse beiträgt wie komischerweise auch die aktuellen Protagonisten, gespielt von Harrison Gilbertson und Liana Liberato. Normalerweise sind die Figuren in solchen Filmen ja eher grobmotorisch und nicht allzu helle, doch hier wird tatsächlich Sinnvolles geredet und sich angemessen verhalten. Eine reine Wohltat – die dann auch verzeihen lässt, dass beide im jugendlichen Alter sind und er natürlich introvertiert herumhuscht.

Regisseur Mac Carter hat seine "haunted house"-Hausaufgaben auf jeden Fall gemacht und erzeugt leise, sich langsam steigernde Unruhe, gepaart mit morbide erscheinenden Bildern altehrwürdiger Gemäuer. Gleich am Anfang setzt es einen saftigen Schock, als nämlich der alte Vater über das Radio seine verängstigten Kinder hört und daraufhin von einem Wesen angefallen und getötet wird. Mac Carter etabliert zwei Zeitebenen, die das Geschehen damals und heute zeigen und dabei "erstaunliche" Parallelen entdecken. Nach dem Beginn haben die Schocks zwar erstmal Pause, aber in der zweiten Hälfte treten sie dann wieder vermehrt auf, leider ab und zu begleitet von mäßigen Effekten.

Wenn die großen "haunted house"-Erfolge der letzten Jahre nicht gewesen wären, könnte man hier sicher noch mehr applaudieren - sofern es den Film dann überhaupt geben würde. Haunt gehört bereits zur zweiten Stufe des aktuellen Zyklus, nachdem erste größere Filme, wie zum Beispiel Insidious 2, bereits wieder ermüden, aber immer noch Luft bleibt für überschaubare, durchaus gediegene Produktionen, bis dann die ganz billigen Epigonen den Markt mit Schrott plätten werden. Die Aura der Unoriginalität ist einfach Programm hier, ansonsten würde wahrscheinlich über die beginnende Verwässerung des Genres gejammert werden. Ein kleiner, gut gemachter Horrorfilm, mit Radio, "jump scares" und denkenden Protagonisten. Eigentlich kann man froh sein, hier nicht "mit Handy-App, zu vielen `jump scares` und vorlauten Teenieopfern" lesen zu müssen.

Haunt

Dass es sich bei "Haunt" um einen Geisterfilm handelt, liegt nahe. Genauer gesagt ist es ein "haunted house"-Film, der der klassischen Struktur des Genres folgt, also eine unbedarfte Familie in ein Haus einziehen lässt, in dem zuvor grässliche Dinge passiert sind, und dann die jenseitige Hölle anheizt. Die Ereignisse von damals, als eine Familie auf unnatürliche Weise den Tod fand, laufen natürlich Gefahr, sich zu wiederholen.
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