Everybody's Famous - Jeder ist ein Star

Everybody's Famous - Jeder ist ein Star

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Auf dem Weg nach oben?

Eine der süßesten und bezauberndsten Komödien kommt aus dem Hause CMV-Laservision. Eigentlich bekannt für harte Splatterware und Trash-Movies, wird mit Everybody’s Famous — Jeder ist ein Star eine Perle des „kleinen Films“ auf dem Berliner Label veröffentlicht.
Jean (ganz groß: Josse de Pauw) ist fest davon überzeugt, dass seine pummelige Tochter Marva (Eva van der Gucht) das Zeug zum Star hat. Zwar erntet sie bei Casting-Shows und Gesangs-Wettbewerben immer nur Bewertungen im untersten Bereich und trifft auch selten einen Ton, aber der Glaube zählt. Aber Marva zweifelt langsam an ihrem Können. Und das Daddy ihr und der Mutter immer wieder vollgesummte Kassetten mit dem nächsten großen Hit vorspielt, trägt nicht sonderlich zur Motivation bei. Die Mutter beobachtet Jeans ungetrübten Glauben an Marvas offensichtliches Nichttalent mit Skepsis, doch lässt sie ihren Gatten den amerikanischen Traum träumen. Als Jean eines Tages gefeuert wird und ihm auch noch bei einer Autopanne Belgiens aktueller Superstar Debbie (Thekla Reuten) über den Weg läuft, fasst er einen wilden Entschluss: Er entführt Debbie, macht seinen einfältigen Kollegen Willy (Werner de Smedt) zum Komplizen und erpresst Debbies schmierigen Manager (Victor Löw) nicht um Geld, wie erst geplant, sondern dazu, dass er einen Song mit seiner Marva aufnimmt. Das der auserkorene Song von Jean nur radebrechend auf eine Kassette geträllert wurde („Und jetzt irgendwas mit Gitarre“), soll der Sache keinen Abbruch tun. Nur hat Jean die Rechnung ohne den gierigen Manager gemacht, der, als Debbies Verkaufszahlen ob der Entführung explodieren, ganz eigene Pläne verfolgt.

Das es Everybody’s Famous — Jeder ist ein Star 2001 zu einer Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film brachte, mag etwas übertrieben sein. Zu einfach macht es sich das versöhnliche Ende, wo dann doch „alles nicht so schlimm war“ und Jean keinerlei Konsequenzen für die Entführung zu erwarten hat. Nichts gegen ein Happy End, doch das wirklich alles so glatt geht, ist arg übertrieben. Ein wenig Bitterkeit zum Schluss hätte den Effekt, den Everybody’s Famous — Jeder ist ein Star auslöst unterstrichen und dem Feel-Good-Effekt des Films nicht geschadet. Trotzdem ist Everybody’s Famous — Jeder ist ein Star ein unterhaltsamer Film, den man gerne weiter empfiehlt.

Die DVD kommt leider ohne nennenswerte Extras, dafür in einer schönen DVD-BigBox, die den Video-BigBoxes der 90er nachempfunden wurde. Bild und Ton sind gut, es gibt jedoch nur den deutschen Ton.

Everybody's Famous - Jeder ist ein Star

Eine der süßesten und bezauberndsten Komödien kommt aus dem Hause CMV-Laservision.
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