Der letzte Kaiser

Der letzte Kaiser

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Oppulenz!

Großes Kino von einem großen Kinomagier. Bernardo Bertolucci, der Mann, der Der letzte Tango in Paris drehte, schaffte es im Jahre 1987 eine Sensation zu vollbringen. Mit seinem Epos Der letzte Kaiser gelang ihm der Coup, ganze neun Oscars zu gewinnen.
In einer Jahrzehnte umspannenden Rückblende, wird das bewegte und tragische Leben Pu Yis erzählt, der 1908 als Zweijähriger zum Kaiser über 500 Millionen Chinesen gekrönt wird. Sein Englischlehrer R.J. Johnston ermöglicht ihm erstmals den Blick über den Tellerrand und bringt ihm westliche Kultur nah. 1924 wird Pu Yi von den republikanischen Truppen vertrieben, lebt versteckt weiter als Lebemann und kann erst viele Jahre später als einfacher Gärtner seinen einstigen Palast wieder betreten…

Es ist eine gigantische Materialschlacht, die Bertolucci hier veranstaltet. Zehntausende Statisten standen Wochenlang bereit, man durfte erstmals in der Verbotenen Stadt drehen und ein Großteil des Millionenbudgets floss in Ausstattung und Kulisse. Und es wurde reichlich gedankt: Die Zuschauer strömten in die Kinosäle (auch der Rezensent, damals knapp 13) und es regnete Lob und Auszeichnungen. Der letzte Kaiser gewann alle wichtigen Oscars, sei es für die beste Regie, die beste Kamera, Drehbuch, Schnitt – und natürlich für den besten Film.

Auch zwanzig Jahre nach diesem Erfolg und nach all den Wandlungen, was die Sehgewohnheiten des Publikums und die Entwicklung im Filmgeschäft angeht: Der letzte Kaiser bietet noch heute mit seinem langsam-epischen Erzählfluss größtmögliche Unterhaltung. Der letzte Kaiser ist Geschichtsunterricht, der nie langweilig wird, da man mit den plastischen Charakteren mitfiebert und Bertolucci es versteht, den gottgleichen Kaiser so menschlich und verletzlich zu machen, wie es ein einsamer Mann nur sein kann, der in eine Rolle gepresst wird, die ihm, als er sich endlich in sie eingefunden hat, wieder weggenommen wird.

Der letzte Kaiser

Großes Kino von einem großen Kinomagier. Bernardo Bertolucci, der Mann, der Der letzte Tango in Paris drehte, schaffte es im Jahre 1987 eine Sensation zu vollbringen.
  • Trailer
  • Bilder

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.