Roberto Benigni

Roberto Benigni

Roberto Benigni wurde am 27. Oktober 1952 in dem toskanischen Dorf Castiglion bei Arezzo als Sohn eines Eisenbahners in ärmlichen Verhältnissen geboren. Der Vater arbeitete in Norditalien und war nur selten bei der Familie, so dass der Junge mit seiner Mutter und drei Schwestern überwiegend im Kreis von Frauen aufwuchs.

1972 zog er nach Rom und gründete mit Freunden eine alternative Theatertruppe. Seit 1976 arbeitet er fast ausschließlich für das Kino, zuerst als Drehbuchautor und Schauspieler, seit 1983 auch als Regisseur: sein Debüt in dieser Funktion gab er mit Tu mi turbi (1983).

Obwohl streng katholisch erzogen, attackiert er bis heute – mit Vorliebe komisch – die Moral der katholischen Kirche, woraufhin ihm gar der Vatikan schon den Prozess machte, weil er sich beim Song-Festival von San Remo zu blasphemischen Äußerungen über päpstlichen Sex hat hinreißen lassen.

Der internationale Durchbruch kam für Benigni 1985 mit Regisseur Jim Jarmusch, der ihn als italienischen Kleinkriminellen neben Tom Waits und John Lurie in der lakonischen Komödie Down By Law (1985) besetzte. Mit Jarmusch drehte er auch Night On Earth (1991), worin er einen römischen Taxifahrer gibt, der einen Priester mit einer detailreichen Sexualbeichte in den Herzinfarkt treibt, sowie den Kurzfilm Strange To Meet You, der Teil des Episodenfilms Coffee and Cigarettes (2004) wurde.

1989 spielte Benigni die Hauptrolle eines unschuldigen Schelmen in Fellinis letztem Film Die Stimme des Mondes (1990) – eine Liebeserklärung an die letzten Individualisten in einer monokulturellen Moderne.

Zu den weiteren Filmen, die Roberto Benigni bis Mitte der neunziger Jahre als Regisseur drehte, gehören: Ein himmlischer Teufel (1988), Johnny Zahnstocher (1991) und Das Monster (1994). Bei allen Produktionen hat er auch das Drehbuch geschrieben und gemeinsam mit seiner Frau Nicoletta Braschi die Hauptrollen gespielt. Alle Filme wurden zu absoluten Hits in Italien.

1998 gelang Benigni mit Das Leben ist schön der wichtigste Film seiner bisherigen Karriere: Die bewegende Geschichte eines Jungen und seines Vaters im KZ gewann unzählige internationale Auszeichnungen, und als Höhepunkt bekam er dafür 1999 auch noch zwei Oscars, als Bester Darsteller und für den Besten ausländischen Film. Einen weiteren Oscar erhielt Nicola Piovani für seine Filmmusik. In seiner Euphorie kletterte Benigni während der Zeremonie über die Stuhlreihen des Kodak Theater, und überschüttete das Oscar-Publikum mit einem begeisterten Dankes-Wortschwall.

Danach drehte Benigni noch Pinocchio (2002), für den er ebenfalls das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte. 2006 feierte sein Film Der Tiger und der Schnee seine Premiere auf der 56. Berlinale

Filmographie — Roberto Benigni (Auswahl)

2005
La Tigre E La Neve (Der Tiger und der Schnee, Regie: Roberto Benigni)

2004
Coffee and Cigarettes (Regie: Jim Jarmusch)

2002
Pinocchio (Regie: Roberto Benigni)

1999
Asterix Et Obelix Contre César (Asterix und Obelix gegen Cäsar, Regie: Claude Zidi)

1997
La Vita É Bella (Das Leben ist schön, Regie: Roberto Benigni)

1994
Il Mostro (Das Monster, Regie: Roberto Benigni)

1993
The Son Of The Pink Panther (Regie: Blake Edwards)

1992
Night On Earth (Regie: Jim Jarmusch)

1991
Johnny Stecchino (Johnny Zahnstocher, Regie: Roberto Benigni)

1990
La Voce Della Luna (Die Stimme des Mondes, Regie: Federico Fellini)

1988
Il Piccolo Diavolo (Ein himmlischer Teufel, Regie: Roberto Benigni)

1986
Down By Law (Regie: Jim Jarmusch)

1984
Non Ci Resta Che Piangere (Regie: Roberto Benigni)

1983
Tu Mi Turbi (Regie: Roberto Benigni)

1981
Il Minestrone (Regie: Sergio Citti)

1980
Il Pap’Occhio (Regie: Renzo Arbore)

1979
Letti Selvaggi (Regie: Luigi Zampa)
Chiedo Asilo (Mein Asyl, Regie: Marco Ferreri)
Clair De Femme (Die Liebe einer Frau, Regie: Constantin Costa-Gavras)
La Luna (Regie: Bernardo Bertolucci)

1977
Berlinguer Ti Voglio Bene (Regie: Giuseppe Bertolucci)
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