Exiled

Exiled

Großes Kino mit Stil

Dass sich das uramerikanische Genre des Western nur allzu gern von fernöstlichen Filmen, sagen wir mal, inspirieren lässt — erinnert sei da an Kurosawas Die sieben Samurai -, ist nun wirklich nichts Neues. Den umgekehrten Weg von West nach Ost geht Johnny To, der Action-Spezialist aus Hong Kong. Exiled transportiert Motive aus dem Wilden Westen in den noch wilderen Osten. Wallende Trenchcoats, lässig über die Schulter geworfene Sattel-, beziehungsweise Reisetaschen, ein unbändiger Whiskykonsum und eine schier wahnwitzige Todesverachtung sind nur einige der entlehnten Merkmale seiner fünf asiatischen Pistoleros. Und auch der Schauplatz des Geschehens ist präzise gewählt. Die einstige portugiesische Kolonie Macao liefert mit ihrem architektonischen Stilmix aus iberischer und chinesischer Bauweise den passenden Hintergrund für ein perfekt inszeniertes Action-Spektakel, bei dem man das Schiesspulver förmlich riechen kann.
Blaze (Anthony Wong Chau-Sang), Fat (Suet Lam), Tai (Francis Ng), Cat (Roy Cheung) und Wu (Nick Cheung) sind schon von Kindesbeinen an befreundet und teilen mittlerweile alle den gleichen „Beruf“ — sie sind Auftragskiller. Doch als Blaze und Fat eines Tages an Wus Tür klopfen, steht kein friedliches Wiedersehen auf der Agenda. Das Duo ist geschickt worden, um Wu zu liquidieren, der sich den Zorn eines örtlichen Gangsterbosses zugezogen hat. Aber auch Tai und Cat haben von dem Auftrag Wind bekommen und sind angerückt, um Wu zu schützen. Nach einem ersten Showdown, der jedoch ohne Konsequenzen bleibt, beschließt man einen Deal. Wu möchte seine junge Familie gesichert wissen, bevor er in die ewigen Jagdgründe geschickt wird. Das Quintett nimmt gemeinsam einen sehr lukrativen, jedoch extrem gefährlichen Auftrag an.

Zugegeben der Plot hört sich nicht unbedingt innovativ an, doch darum geht es genre-bedingt auch wirklich nicht. Nach dem reichlich missglückten Election läuft Johnny To zur alten Hochform auf. Exiled ist schlicht und ergreifend ein wunderschön anzuschauender, wenn auch sehr gewalttätiger Film, bei dem jede Szene vollkommen durchkomponiert ist. Untermalt von der eindringlichen Musik des kanadischen Komponisten Guy Zerafa, die an vielen Stellen an die Spaghetti-Western-Melodien von Ennio Morricone erinnert, zieht To alle Register seines Könnens und bewahrt über die gesamte Länge des Films einen ironischen und humorvollen Unterton bei, der Exiled davor bewahrt, zu einer reinen Gewaltorgie zu werden. Eigentlich ein Film, der viel zu schade ist, um ihn auf DVD zu sehen; Exiled schreit geradezu nach einer großen Leinwand und einem perfekten Soundsystem, damit man auch wirklich jede Patronenhülse auf den Boden fallen hört.

Exiled

Dass sich das uramerikanische Genre des Western nur allzu gern von fernöstlichen Filmen, sagen wir mal, inspirieren lässt — erinnert sei da an Kurosawas „Die sieben Samurai“ -, ist nun wirklich nichts Neues.
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