Curse of Chucky

Curse of Chucky

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Zurück zu den Wurzeln

Fast zehn Jahre sind vergangen, seit Chuckys Baby Familienzuwachs bei der Plastik-Sippe brachte. Don Mancini, der die Geschicke von Chucky seit 25 Jahren lenkt, hat sich für Curse of Chucky etwas Besonderes einfallen lassen. Was zuerst wie ein Film erscheint, der losgelöst von den fünf vorherigen Teilen besteht, wird plötzlich zu einem integralen Bestandteil der Chucky-Saga.
Die im Rollstuhl sitzende Nica (Fiona Dourif) und ihre Mutter erhalten mit der Post eine Chucky-Puppe geschickt. In derselben Nacht stirbt Nicas Mutter – scheinbar ein Selbstmord. Nicas Schwester reist mit ihrer Familie an, um die Beerdigung zu organisieren. Doch in der darauffolgenden Nacht geht es ums Ganze, denn Chucky ist erpicht darauf, die ganze Familie auszurotten, mit Ausnahme der kleinen Alice, die er für seine Wiedergeburt nutzen will.

Das erste Direct-to-DVD-Sequel der Serie musste mit einem kleineren Budget auskommen. Gerade mal fünf Millionen standen Mancini zur Verfügung, der darum aus der Not eine Tugend machte. Die Geschichte spielt zum größten Teil in einem Haus, wobei ein überschaubar großes Ensemble vonnöten ist. Darüber hinaus ist die Geschichte so gestaltet, dass Chucky wieder furchterregender werden soll. Nach wie vor sind seine zynischen One-Liner vorhanden, der Humor, der die vorherigen Filme dominiert hat, ist aber passé. Stattdessen setzt Mancini auf die Erzeugung von Spannung und gestaltet seinen Film darum auch so, dass Chucky anfangs kaum im Fokus steht. Als Zuschauer weiß man, dass die Puppe lebt und sich bewegt, wirklich zu sehen bekommt man das aber erst nach gut der Hälfte der Laufzeit.

Tonal kehrt der Film zu den Wurzeln der Reihe zurück, inhaltlich auch, denn Mancini verknüpft das Schicksal der neuen Familie, die von Chucky terrorisiert wird, mit dem Anfang des ersten Films. Ein Rückblick spielt direkt vor dem Moment, bevor der noch als Mensch agierende Chucky von Polizeikugeln niedergestreckt wird. Das mag zu kleineren Inkonsistenzen mit den vorherigen Teilen führen, ist aber ein interessanter Twist, der durchaus eindrucksvoll unterstreicht, dass man hier eine Filmreihe vor sich hat, die seit einem Vierteljahrhundert weiterentwickelt wird. Alleine der Umstand, dass es nicht mit einem Reboot oder Remake weiterging, sondern die Geschichte fortgesetzt wird, verleiht Curse of Chucky eine Einmaligkeit im Horror-Genre.

Wie sehr sich Mancini dem eigenen Vermächtnis verbunden fühlt, zeigen auch die zahlreichen Enden. Ja, richtig gelesen. Enden. Curse of Chucky hat mehr als eines und bietet dabei zwei überraschende und willkommene Cameos. Nach dem Abspann gibt es einen Blick darauf, was sechs Monate nach dem Film passiert. Wie es dazu kommt, so erklärte Mancini, würde er in einem weiteren Sequel erzählen, sollte dieser Film erfolgreich genug sein, um das zu rechtfertigen.

Man merkt dem Film schon an, dass er mit kleinerem Budget hantieren muss, ein paar überraschend derbe Szenen leistet sich Curse of Chucky aber dennoch. Der Spannungsaufbau gelingt Mancini recht gut, nur im ersten Drittel stolpert er bisweilen ein wenig, so etwa bei der Dinner-Szene, die etwas zu langgezogen ist. Allerdings ist das nur ein kleines Hindernis, das spätestens zur Halbzeit überwunden ist. Ebenso wie man darüber hinwegsieht, dass Fiona Dourifs Figur mitunter doch die Beine etwas bewegt, obwohl sie ja gelähmt sein soll. Kleinigkeiten, an denen man sich stören kann, aber nicht stören muss. Curse of Chucky ist vor allem ein Film für Fans der Reihe und verbindet die ernsthafte erste Trilogie mit den beiden späteren Filmen. Nach dem umstrittenen Chuckys Baby hat Don Mancini mit diesem Film sozusagen Buße getan.

Curse of Chucky

Fast zehn Jahre sind vergangen, seit "Chuckys Baby" Familienzuwachs bei der Plastik-Sippe brachte. Don Mancini, der die Geschicke von Chucky seit 25 Jahren lenkt, hat sich für "Curse of Chucky" etwas Besonderes einfallen lassen. Was zuerst wie ein Film erscheint, der losgelöst von den fünf vorherigen Teilen besteht, wird plötzlich zu einem integralen Bestandteil der Chucky-Saga.
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