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Die tägliche TV-Schau: Montag, 17.07.2017

In Venedig erhielt Zhang Yimou für sein Drama Rote Laterne 1991 den Silbernen Löwen für die Beste Regie. In seinem Heimatland China war der Film hingegen für eine Weile verboten. So kurz nach Tian’anmen war der Regierung die Darstellung eines repressiven Systems zu heikel.


(Bild: Rote Laterne; Copyright: ZDF)

Das System in Rote Laterne ist allerdings nicht direkt eine Diktatur auf Regierungsebene, sondern die Praxis der Ehe im China der 1920er Jahre. Zhang Yimou inszenierte seine damalige Lebensgefährtin Li Gong als knapp Zwanzigjährige, die als vierte Ehefrau eines Feudalherren dazu gezwungen ist ein Leben in Isolation zu führen. Jeden Abend zeigen die Laternen im Hof an, mit welcher seiner Ehefrauen der Hausherr die Nacht zu verbringen gedenkt. Yimou kleidet seine Kritik am Totalitarismus in Rote Laterne in so strenge wie gewaltige Bilder und zeigt, wie die Menschen im geschlossenen System (in diesem Fall die Frauen, die alleinig die Handlung vorantreiben) sich in aller Stille entscheiden müssen: entweder sie spielen die Regeln mit, sind zu Intrigen gezwungen um sich einen noch so kleinen Vorteil zu verschaffen. Oder sie gehen jämmerlich zugrunde. 

Rote Laterne von Zhang Yimou mit Gong Li, He Caifei und Cal Cuifeng, 20:15 Uhr auf Arte

 

Außerdem zu sehen: 

 

Neben der Spur - Amnesie von Philipp Stennert und Cyrill Boss, 20:15 Uhr im ZDF

Oblivion von Joseph Kosinski, 22:15 Uhr im ZDF

Blade von Stephen Norrington, 22:30 Uhr auf Kabel eins

Die Liebenden und der Diktator von Ross Adam und Robert Cannan, 23:10 Uhr auf Arte

Dirty Harry von Don Siegel, 00:40 Uhr auf Arte