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Bridge of Spies: Der Unterhändler

Meinungen
2

4 Sterne aus 4 Bewertungen

Originaltitel: Bridge of Spies
Kinostart: 26.11.2015
FSK: 12
Genre: Drama, Thriller
Tags: Spion, Berlin, Anwalt, Austausch, Kalter Krieg, Unterhändler, Oscars 2016
 

Anschwellender Verfassungspatriotismus

Anders als die veröffentlichte Meinung in den USA vielfach glaubt, hat Steven Spielberg mit Bridge of Spies – Der Unterhändler wahrscheinlich kein Meisterwerk geschaffen. Gäbe es aber einen Preis für die beste Anfangssequenz eines Films, würde Hollywoods einstiges Wunderkind ihn in diesem Jahr bestimmt gewinnen. Sein neuester Film bietet eine schöne Abwechslung zu der weitverbreiteten Masche, die letzten drei Minuten so aufregend zu gestalten, dass sie den grottigen Rest vergessen lassen. Dabei bewahrt Spielbergs Spionagedrama aus dem Kalten Krieg durchaus solides Niveau frei von Langeweile. Aber die ersten zehn Minuten stellen die folgenden mehr als zwei Stunden eben weit in den Schatten.

Zur Geräuschkulisse von U-Bahn-Verkehr unterrichtet eine Schrifttafel auf schwarzem Grund darüber, dass 1957 den Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion markierte – mit Spionen in beiden Ländern, die gejagt wurden. Aufblende auf einen bebrillten älteren Herrn, der das Publikum seltsam streng im Halbprofil anblickt. Das kommt daher, dass er, wie man sieht, als Janusz Kaminski die Kamera zurückzieht, in einen Spiegel schaut. Und daneben eine Staffelei mit einem Selbstporträt stehen hat. Das Telefon klingelt. Der Mann erhebt sich gemächlich, durchquert einen Raum voller Gerümpel und nimmt den Hörer ab. Er hört stumm hinein.


Eine Weile geht es noch so weiter mit diesem herrlichen puren Kino, das mit der Undurchschaubarkeit der gezeigten Vorgänge allein Gänsehaut verursacht und alle James-Bond-Regisseure mit Ausnahme von Terence Young vor Neid erblassen lassen sollte. Doch dann ist nichts mehr wie bei Bressons Pickpocket, sondern alles wie immer bei Spielberg, mit Tom Hanks als aufrechtem Amerikaner, der die Welt rettet. Diesmal in Gestalt des Anwalts James Donovan, den das Drehbuch für die Courage, den Sowjetspion Rudolf Abel (Mark Rylance) vor Gericht zu verteidigen, mit Ruhm und Ehre für einen wichtigen Gefangenenaustausch im geteilten Berlin belohnt, der Weltgeschichte macht. Hätten nicht die Coen-Brüder ein paar stoisch-skurrile Sätze für Mark Rylance geschrieben, es wäre nur noch anschwellender amerikanischer Verfassungspatriotismus zu sehen und zu hören.

(Andreas Günther)

Daten & Fakten

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
Länge: 142 (Min.)
Verleih: Twentieth Century Fox
Gefördert durch die MFG
Kinostart: 26.11.2015

Cast & Crew

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen, Matt Charman
Kamera: Janusz Kaminski
Schnitt: Michael Kahn
Musik: Thomas Newman
Hauptdarsteller: Tom Hanks, Alan Alda, Amy Ryan, Austin Stowell, Billy Magnussen

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: Anett am: 20.01.16
Der Film hat mir sehr gut in allem gefallen und bekommt drei Likes von mir! ;-) Persönlich kann ich diesen Film nur empfehlen anzuschauen.
Von: wagner am: 30.12.15
einfach langweilig und in der Länge gezogen

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