Der Traum vom Fliegen
Eigentlich könnten sich die Eltern (Julika Jenkins und Urs Jucker) des kleinen Vitus (Fabrizio Borsani als Vitus im Alter von sechs Jahren) glücklich schätzen über ihren Sprössling. Der hat nämlich einen Intelligenzquotienten, der im nicht mehr messbaren Bereich liegt, und verfügt zudem über das absolute Gehör – der Traum jeder Eltern in Zeiten von PISA-Studien und Klagen allerorten über das sinkende Bildungsniveau. Mit Feuereifer und eiserner Disziplin treibt vor allem Vitus’ Mutter von nun an die Pianistenkarriere des kleinen Jungen voran, während sein Vater vor allem durch berufsbedingte Abwesenheit glänzt. Der Junge reagiert auf die selbstverständlich in Anspruch genommenen Anforderungen auf seine Weise, Vitus sondert sich ab und flüchtet sich in die Werkstatt seines Großvaters (Bruno Ganz), wo der Junge so etwas wie Normalität und Respekt vor den eigenen Wünschen erfährt. Schließlich erfindet Vitus (Teo Gherghiu, selbst ein begabter Pianist, spielt den Jungen im Alter von zwölf Jahren) eine abenteuerliche Finte, um den Verlust seiner Begabungen vorzutäuschen, um damit der Anspruchshaltung seiner Mutter die Grundlage zu entziehen. Dann aber geschieht eine dramatische Wende, in der Vitus all seine Begabungen endlich in seinem Sinne einsetzen kann, wenngleich diese Zeit auch eine des Abschieds und des Schmerzes für den Jungen ist…
In der Schweiz ist die sympathische Geschichte um das Wunderkind Vitus längst zu einem kleinen Kinohit geworden und hat mehr als 180.000 Zuschauer in den Kinos erreicht – für ein Land mit gerade mal etwas mehr als sieben Millionen Einwohnern ein sensationelles Ergebnis. Kein Wunder also, dass Vitus als Schweizer Vorschlag für die Oscar-Nominierung 2007 für den besten nichtenglischsprachigen Film ausgewählt wurde. Hervorzuheben an diesem Film ist vor allem das erstaunlich differenzierte Spiel der beiden Jungdarsteller Fabrizio Borsani und Teo Gherghiu, die die Geschichte trotz mancher Klischees und einiger Unwahrscheinlichkeiten am Ende zu jedem Moment nachvollziehbar, natürlich und glaubwürdig machen. Außerdem ist es ein Genuss, Bruno Ganz bei seiner charmant-knurrigen Performance als Großvater zuzusehen. Auch wenn Vitus letzten Endes nicht viel Neues zum Thema der Hochbegabung zu berichten weiß und Probleme wie Isolierung und andere Ausgrenzung eher verschweigt, so bietet er doch beste Unterhaltung für die ganze Familie. Wer also die Gelegenheit nutzen will, um mit seinen Kindern über die Feiertage wieder einmal ins Kino zu gehen, für den ist Vitus sicherlich eine gute Wahl.
(Joachim Kurz)
In der Schweiz ist die sympathische Geschichte um das Wunderkind Vitus längst zu einem kleinen Kinohit geworden und hat mehr als 180.000 Zuschauer in den Kinos erreicht – für ein Land mit gerade mal etwas mehr als sieben Millionen Einwohnern ein sensationelles Ergebnis. Kein Wunder also, dass Vitus als Schweizer Vorschlag für die Oscar-Nominierung 2007 für den besten nichtenglischsprachigen Film ausgewählt wurde. Hervorzuheben an diesem Film ist vor allem das erstaunlich differenzierte Spiel der beiden Jungdarsteller Fabrizio Borsani und Teo Gherghiu, die die Geschichte trotz mancher Klischees und einiger Unwahrscheinlichkeiten am Ende zu jedem Moment nachvollziehbar, natürlich und glaubwürdig machen. Außerdem ist es ein Genuss, Bruno Ganz bei seiner charmant-knurrigen Performance als Großvater zuzusehen. Auch wenn Vitus letzten Endes nicht viel Neues zum Thema der Hochbegabung zu berichten weiß und Probleme wie Isolierung und andere Ausgrenzung eher verschweigt, so bietet er doch beste Unterhaltung für die ganze Familie. Wer also die Gelegenheit nutzen will, um mit seinen Kindern über die Feiertage wieder einmal ins Kino zu gehen, für den ist Vitus sicherlich eine gute Wahl.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Vitus
Produktionsland:
Schweiz
Produktionsjahr:
2005
Länge:
122 (Min.)
Verleih:
Schwarz-Weiss Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
21.12.2006
CAST & CREW
Regie:
Fredi M. Murer
Hauptdarsteller:
Bruno Ganz, Teo Gherghiu, Fabrizio Borsani, Julika Jenkins, Urs Jucker
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 23)
Von: am: 28.02.07
Ein wunderbarer Film mit ganz viel Herz und Humor und, vielleicht das größte Plus des Films, einer sehr beeindruckenden gelassenen Lebensweisheit.
Das verkörpert Bruno Ganz idealtypisch.
Von: Gast am: 23.02.07
Sehr schlecht gespielte (Bruno Ganz noch nie so gesehen) feel good Movie, aber sieht man die Absicht und sie nervt einem zu Tode. Leider sehr platt.
Von: am: 21.02.07
Einer der wenigen Filme die sogar noch gewinnen, wenn man sie zum zweiten mal sieht.
Super!
Von: am: 08.02.07
In unserer Zeitung stand "Feel good movie". Stimmt. Aber Vitus hat dazu noch etwas sehr gewitztes. Bravo!
Von: am: 02.02.07
Endlich wieder einmal ein Film mit anspruchsvoller Musik: Gratulation!








