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Amour Fou - Trailer

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Amour Fou - Trailer 2 (deutsch)

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TRAILER & CLIPS ZU "Amour Fou"

Jessica Hausners "Amour Fou" beginnt mit Henriette (Birte Schnoeink), versteckt hinter einem Strauß gelber Blumen. Sie selbst ist wohl eher das kleine blaue Veilchen von dem sie später bei einem der Hauskonzerte singen wird. Das Veilchen, welches auf der Wiese steht und sich wünschte, es wäre hübscher und würde so der vorbeieilenden Hirtin auffallen.

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(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: wignanek-hp am: 22.01.15
Was treibt eine für die damaligen Verhältnisse glücklich verheiratete Frau dazu mit einem mittellosen, von seinen Zeitgenossen meist unverstandenen Dichter zusammen Selbstmord zu begehen? Letztenendes wird dieses Dunkel niemals ganz gelüftete werden. Jessica Hausner versucht hier eine Annäherung, die dem Zuschauer viel Raum zur Interpretation lässt. Sie deutet an, spricht nicht klar aus und gibt so ein umfassendes Bild einer Zeit, die dem individuellen Glück kaum Raum ließ. Die Regeln waren klar vorgegeben. Von Kleist weiß man, dass er Zeit seines Lebens Schwierigkeiten hatte, sich den an ihn gestellten Forderungen z.B. nach einer Laufbahn im Staatsdienst anzupassen. Er wollte ein anerkannter Dichter sein. Vor allem Goethes Anerkennung war ihm wichtig. Henriette scheint in ihrer Ehe glücklich, doch machen manche ihrer Aussagen nachdenklich, die darauf hin deuten, dass sie mehr will als nur die brave Hausfrau und Mutter zu sein. Schön ist es, dass Hausner auch hier die Wertung dieser Aussagen durchaus dem Zuschauer überlässt und ihn nicht mir voreiligen Deutungen belästigt. Die Schauspieler stellen sich ganz in den Dienst der Geschichte und vor allem Christian Friedel beängstigt, weil er Kleist auch äußerlich ziemlich ähnlich sieht. Emotionale Ausbrüche oder Zuwendungen sucht man in diesem Film vergebens. Alles ist kühl und sachlich. Sehr wahrscheinlich kommt Hausner der Zeit damit sehr nahe. Die Bilder, die fast wie Tableaus wirken, sind nachdrücklich und bleiben im Gedächtnis lange über den Kinoabend hinaus. Schade, dass solche Schätze so selten sind!