Kafka rules!
Eines Nachts wird der bis dato unbescholtene Angestellte Josef K. seinem Zimmer von zwei Polizeibeamten geweckt. Ein Inspektor erklärt ihm, er sei angeklagt und solle von nun an auf seinen Prozess warten. Den Grund für diese Anklage erfährt der vollkommen paralysierte und verängstigte Herr K. freilich nicht - er wartet. Es kommt der Tag der Verhandlung. Josef K. versucht, sich zu verteidigen, jedoch vergeblich. Sein Prozess schleppt sich dahin. Erneut will er den Richter aufsuchen, aber der ist verschwunden. Hinter der Tür, die zu seinem Büro führte, befindet sich eine Wohnung. Josef K. sucht nach Mitteln und Wegen, um sich aus seiner Lage zu befreien. Als weder ein Rechtsanwalt noch Bekannte mit vermeintlich einflussreichen "Beziehungen" einen Ausweg aus der seltsamen Situation weisen, beschließt Josef K. verzweifelt, endgültig auf fremde Hilfe zu verzichten und auf seine Unschuld zu vertrauen. Doch dann wird er abgeholt und hingerichtet.
Virtuos verdichtet Orson Welles in seiner Filmversion die Vorlage Franz Kafkas durch extreme Weitwinkelaufnahmen und ein labyrinthisches Raumkonzept in der filmischen Tradition des deutschen Expressionismus. In ein absurdes Spiel um Schuld und Unschuld geworfen, dessen Regeln er nicht kennt, ist Anthony Perkins die Idealbesetzung für den entfremdeten und isolierten Menschen, der sich innerhalb eines starren gesellschaftlichen und sozialen Regelwerks immer mehr zu verlieren droht. Auch die weiblichen Rollen sind mit Romy Schneider und Jeanne Moreau hochkarätig besetzt. Welles' zum Teil sehr freie und doch geistesverwandte Kafka-Interpretation ist ein zutiefst beängstigendes und faszinierendes Meisterwerk, dass noch einmal die ganze Meisterschaft des Regisseurs vortrefflich illustriert – ein Gemälde der inneren Welt und der Ängste und Alpträume, die uns bedrücken.
Virtuos verdichtet Orson Welles in seiner Filmversion die Vorlage Franz Kafkas durch extreme Weitwinkelaufnahmen und ein labyrinthisches Raumkonzept in der filmischen Tradition des deutschen Expressionismus. In ein absurdes Spiel um Schuld und Unschuld geworfen, dessen Regeln er nicht kennt, ist Anthony Perkins die Idealbesetzung für den entfremdeten und isolierten Menschen, der sich innerhalb eines starren gesellschaftlichen und sozialen Regelwerks immer mehr zu verlieren droht. Auch die weiblichen Rollen sind mit Romy Schneider und Jeanne Moreau hochkarätig besetzt. Welles' zum Teil sehr freie und doch geistesverwandte Kafka-Interpretation ist ein zutiefst beängstigendes und faszinierendes Meisterwerk, dass noch einmal die ganze Meisterschaft des Regisseurs vortrefflich illustriert – ein Gemälde der inneren Welt und der Ängste und Alpträume, die uns bedrücken.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Prozess
Produktionsland:
Deutschland, Frankreich, Italien
Produktionsjahr:
1962
Länge:
114 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Orson Welles
Hauptdarsteller:
Anthony Perkins, Jeanne Moreau, Romy Schneider, Max Buchsbaum, Jess Hahn
FILMBEWERTUNG
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