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Im Mädchenheim ist alles neu und befremdlich für Alice: Ihre Betreuerin Schwester Clara, die sich seltsam verhält und doch so viel Verständnis ausstrahlt und die anderen Mädchen, mit denen sie kaum etwas anzufangen weiß und deren rigidem Reglement sie sich schutzlos ausgeliefert fühlt. Doch langsam entsteht tatsächlich so etwas wie Freundschaft zu einem anderen Mädchen, zu der jungen Kurdin Berivan (Pinar Erincin) die im Heim auf die Entscheidung über ihren Asylantrag wartet. Sie ist das genaue Gegenteil von Alice, ist offen, lebhaft und aufgeschlossen. Und trotz dieser Gegensätzlichkeit entwickelt sich so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden – die allerdings bald auf eine harte Probe gestellt wird.
Denn als Berivan sich verliebt, fühlt sich Alice zurückgesetzt und entwickelt eine große Eifersucht, die sie zunehmend aggressiv macht. Ein versehentlich ausgelöster Brand im Wohnheim lässt die Anspannung noch weiter steigen. Und beim Fechten, das die Mädchen aus dem Heim gemeinsam betreiben, kämpft Alice so aggressiv, dass sie Berivan gefährdet. Und auch Berivans Geheimnis, das über ihren Asylantrag entscheiden kann, scheint bei Alice nicht mehr gut aufgehoben zu sein. Als Schwester Clara, von deren Beurteilung Berivans Asylantrag abhängt, davon erfährt und die beiden Mädchen zu den Vorkommnissen befragt, eskaliert die Situation schließlich.
Ayse Polats Film En Garde ist ein im positivsten Sinne überraschender deutscher Film und mit Sicherheit einer der besten diesen Jahres. Mit jungen, exzellenten Schauspielern besetzt, die ihre zum Teil sehr komplexen Rollen mit Bravour und viel Frische meistern, gelingt Polat engagiertes Kino ohne erhobenen Zeigefinger. Beeindruckend ist vor allem die Leistung Maria Kwiatkowskys, die über eine immense Skala an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, und deren aufregendes Spiel dem exzellente Drehbuch Halt und Glaubwürdigkeit gibt. Trotz der bedrückenden Szenerie und der existenziellen Verlorenheit von Alice ist En Garde eine helle Freude – und der Beweis dafür, dass deutsches Kino sensationell gut sein kann. Was sich übrigens auch im Locarno zeigte, wo En Garde den Silbernen Löwen sowie den Löwen für die beste Darstellerin gewann.
En Garde
| Kinostart: | 09.12.2004 |
|---|---|
Eine echte Entdeckung!
Gerade ist Alices Großmutter gestorben, bei der sie bisher gelebt hatte und jetzt muss sie in ein katholisches Mädchenerziehungsheim, wo sie in Zukunft wohnen soll. Alice (Maria Kwiatkowsky) hat zwar eine Mutter. Doch die ist mit ihrer schwierigen Situation überfordert und will sie so schnell wie möglich loswerden. Denn Alice ist schweigsam, gehemmt und zurückgezogen, sie ist „anders“. Ab und zu verletzt sich mit einer Schere selbst, um ihren Körper und sich selbst zu spüren. Außerdem leidet Alice unter Hyperakusis, „zu lautem Hören“. Sie hört viele Geräusche ihrer Umgebung übertrieben laut. Besonders helle und dunkle Töne sind davon betroffen. Die Ärztin verordnet ihr Lärmstöpsel. Und vielleicht ist es manchmal wirklich besser, nicht allzu viel von dieser Welt zu hören, die so seltsam ist und so bedrohlich.Im Mädchenheim ist alles neu und befremdlich für Alice: Ihre Betreuerin Schwester Clara, die sich seltsam verhält und doch so viel Verständnis ausstrahlt und die anderen Mädchen, mit denen sie kaum etwas anzufangen weiß und deren rigidem Reglement sie sich schutzlos ausgeliefert fühlt. Doch langsam entsteht tatsächlich so etwas wie Freundschaft zu einem anderen Mädchen, zu der jungen Kurdin Berivan (Pinar Erincin) die im Heim auf die Entscheidung über ihren Asylantrag wartet. Sie ist das genaue Gegenteil von Alice, ist offen, lebhaft und aufgeschlossen. Und trotz dieser Gegensätzlichkeit entwickelt sich so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden – die allerdings bald auf eine harte Probe gestellt wird.
Denn als Berivan sich verliebt, fühlt sich Alice zurückgesetzt und entwickelt eine große Eifersucht, die sie zunehmend aggressiv macht. Ein versehentlich ausgelöster Brand im Wohnheim lässt die Anspannung noch weiter steigen. Und beim Fechten, das die Mädchen aus dem Heim gemeinsam betreiben, kämpft Alice so aggressiv, dass sie Berivan gefährdet. Und auch Berivans Geheimnis, das über ihren Asylantrag entscheiden kann, scheint bei Alice nicht mehr gut aufgehoben zu sein. Als Schwester Clara, von deren Beurteilung Berivans Asylantrag abhängt, davon erfährt und die beiden Mädchen zu den Vorkommnissen befragt, eskaliert die Situation schließlich.
Ayse Polats Film En Garde ist ein im positivsten Sinne überraschender deutscher Film und mit Sicherheit einer der besten diesen Jahres. Mit jungen, exzellenten Schauspielern besetzt, die ihre zum Teil sehr komplexen Rollen mit Bravour und viel Frische meistern, gelingt Polat engagiertes Kino ohne erhobenen Zeigefinger. Beeindruckend ist vor allem die Leistung Maria Kwiatkowskys, die über eine immense Skala an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, und deren aufregendes Spiel dem exzellente Drehbuch Halt und Glaubwürdigkeit gibt. Trotz der bedrückenden Szenerie und der existenziellen Verlorenheit von Alice ist En Garde eine helle Freude – und der Beweis dafür, dass deutsches Kino sensationell gut sein kann. Was sich übrigens auch im Locarno zeigte, wo En Garde den Silbernen Löwen sowie den Löwen für die beste Darstellerin gewann.
Daten & Fakten
| Produktionsland: | Deutschland |
|---|---|
| Produktionsjahr: | 2004 |
| Länge: | 94 (Min.) |
| Verleih: | X-Verleih |
| Kinostart: | 09.12.2004 |
Cast & Crew
| Regie: | Ayse Polat |
|---|---|
| Hauptdarsteller: | Maria Kwiatkowsky, Pinar Erincin |
MEINUNGEN
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Bisherige Meinungen
(Anzeige: 5 von insgesamt 10)- Von: Urmel am: 20.09.11
- "Sie wird um eine psychiatrische Behandlung kaum herumkommen, denn sonst könnte der nächste Fehltritt schon ihr letzter sein. Schade, dass ihre karriere so enden musste. Ihr Spiel war wirklich sehenswert." Josephines Beitrag von 2006. Leider schreckliche Realität geworden. Es stimmt mich rückblickend sehr traurig, dass man ihr selbst nach solch einem kolossalen Hilferuf (Brandgeschichte) nicht helfen konnte. Das Leben ist....strange..
- Von: Starbuck am: 13.01.06
- Mein Beitrag war vom ersten bis zum letzten Wort ironisch gemeint. (Vor allem die letzten Worte machten dies offensichtlich.) Auch war das nicht meine Destruktivität, sondern eine Parole der destruktiven 68er. Im übrigen halte ich es übertrieben vom "Leid der Maria Kwiatkowsky" zu sprechen, denn unter der Tat leiden in erster Linie Mitarbeiter und Kinder/Eltern der kita.
- Von: @starbuck am: 11.01.06
- Seit wann machen Kitas kaputt? Entschuldigung, aber solche Wortbeiträge wie derjenige unter mir sind absolut pubertär und dumm und benutzen das persönliche Leid von Maria Kwiatkowsky nur, um die eigene Destruktivität zu rechtfertigen. Wie armselig!
- Von: Starbuck am: 11.01.06
- Beitrag durch Admin entfernt.
- Von: Che am: 06.01.06
- prenzlbär hat ganz recht. die empörung steht in keinem verhältnis zu der lapalie um die es hier geht. ihr droht sogar gefängnis und das alles wegen einer lächerlichen brandstiftung bei der zu keiner zeit jemand in gefahr war.
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