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17 11/09

Venedig 2017: "Sweet Country" von Warwick Thornton

Die Leute sind wie ihr Land in Warwick Thorntons Sweet Country. Die einen, die Weißen, die das Land unter ihren Füßen annektiert haben, sind aggressiv, selbstsüchtig, im Inneren verdorben. Die anderen, die Aborigines, sind entwurzelt, verloren und verdursten zusehends an Seele und Verstand. Australien ist alles, aber nicht das süße Land, von dem der Titel redet. Der rote Lehmboden macht alle langsam nieder, die denken, sie könnten ihn beherrschen. Thornton kehrt nach Samson and Delilah, für den er 2009 in Cannes die Camera D’Or gewann, in den Outback zurück und legt erneut seinen Fokus auf die menschenverachtenden Politik Australiens und die Folgen des Kolonialismus für dessen UreinwohnerInnen.

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17 08/09

Venedig 2017: "Manhunt" von John Woo

John Woo ist wieder ganz bei seinen Anfängen. Nach seinem Ausflug ins amerikanische Kino mit Face/Off und Mission Impossible 2 und ein paar eher historischen Filmen, ist der Autorenfilmer jetzt endgültig zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und liefert genau das, was man erwartet: einen ordentlichen Actionfilm mit Wurzeln im hard-boiled-detective-Genre. Und natürlich mit den weißen John-Woo-Tauben, ohne die kein Film von ihm auskommt. Manhunt ist all das und noch viel mehr; lauter, schneller, krachender. Und vor allem: selbstironisch.


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17 08/09

Venedig 2017: "Mektoub, My Love: Canto Uno" von Abdellatif Kechiche

Das Wort mektoub, welches Abdellatif Kechiches neuem Werk Mektoub, My Love: Canto Uno seinen Namen gibt, ist arabisch und bedeutet Schicksal. Und in der Tat, dies ist ein guter Name für diesen dreistündigen Film, der der erste Teil eines insgesamt sechsstündigen Werkes ist, das Kechiche schon in der Produktion fast Kopf und Kragen gekostet hat. 


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17 08/09

Venedig 2017: 5 Filme vom Venedig Filmfestival, die ihr gesehen haben müsst ...

Alles hat ein Ende und so auch die 74. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Beatrice Behn und Maria Wiesner rekapitulieren ihren Filmmarathon und geben ihre ganz persönlichen Empfehlungen ab.

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17 07/09

Venedig 2017: "Jim & Andy: The Great Beyond" von Chris Smith

Jim & Andy: The Great Beyond — Featuring a Very Special, Contractually Obligated Mention of Tony Clifton ist eine wunderbare Meta-Studie, also ein Film über einen Film über einen Film, in dem ein Comedian (Jim Carrey) einen anderen Comedian (Andy Kaufman) spielt, der wiederum ein Alter ego als ein anderer Comedian (Tony Clifton) hat, der ab und an von einem anderen Comedian gespielt (Bob Zmuda) wurde. Kaufmanesquer geht es wohl kaum und das ist gut so.


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17 07/09

Venedig 2017: "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" von Martin McDonagh

Die titelgebenden Plakatwände aus Three Billboards outside Ebbing, Missouri sind der brillante Stein des Anstoßes einer ganzen Serie von Ereignissen und einem neuen Film von Martin McDonagh, der der großen Frances McDormand hier die Leinwand überlässt. Und sie macht das allerbeste daraus und brilliert als bittersüßer Racheengel in wirklich jeder köstlichen Sekunde dieses Filmes.


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17 06/09

Venedig 2017: "Der Prinz und der Dybbuk" von Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski

Wer war Michal Waszynski? Wenn man den Film Der Prinz und der Dybbuk auf eine Frage bringen müsste, dann wäre es diese. Auf den ersten Blick lässt sie sich leicht beantworten: Michal Waszynski war ein polnischer Regisseur, der im Rom der 1950er Jahre Erfolge feierte, mit den Reichen und Schönen befreundet war und selbst sogar einen italienischen Prinzentitel trug - eine schillernde Figur jener Zeit, deren Geschichte oder Namen heute jedoch kaum noch jemand kennt.


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17 06/09

Venedig 2017: Videotagebuch #7 mit "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und "Suburbicon"

In der siebten Ausgabe des Venedig-Vlogs sprechen Beatrice Behn und Maria Wiesner über DEN EINEN Film, der sie wahnsinnig glücklich aus dem Kino kommen ließ: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri von Martin McDonagh. Außerdem haben die beiden Suburbicon von George Clooney gesehen, den sie weit weniger gelungen fanden.

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17 05/09

Venedig 2017: "The Third Murder" von Hirokazu Koreeda

Mit der Wahrheit ist es so eine Sache. Woher weiß man, dass man sie gefunden hat? Und gibt es sie überhaupt, die eine Wahrheit? Oder legt sich nicht jeder seine eigene zurecht, die für ihn zwar gilt, die aber nicht allgemeingültig ist? Der Anwalt Tomoaki Shigemori (Masaharu Fukuyama) versucht es sich leicht zu machen und sagt, dass ihm die Wahrheit egal sei. Er will nur seinen Klienten vor der Todesstrafe bewahren und dafür genüge ihm die bestmögliche Verteidigungsstrategie, so erklärt er sein Motto einem jungen Kollegen. Natürlich ist auch das nicht die Wahrheit und irgendwann im Laufe des Films The Third Murder von Hirokazu Koreeda wird sich Shigemori das eingestehen müssen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, der über so einige Lügen führt. 


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17 05/09

Venedig 2017: "mother!" von Darren Aronofsky

Wenn man nach Darren Aronofskys mother! das Kino verlässt, dann wankend in Körper, Geist und Seele. Genau so fühlt es sich an, wenn ein Film wie eine Waffe benutzt wird, die sich gegen das Publikum richtet und gleichzeitig da ist, um seine heilige menschliche Integrität zu beschützen. Wahrlich, mother! ist eine Schrotflinte, deren Munition einem direkt ins Gesicht geschossen wird und deren Blei vorher in existenzialistische Säure ganzer Philosophengenerationen getaucht wurde, damit sie sich durch das Fleisch frisst, durch die Muskeln und Sehnen, das Fett und die Blutgefäße, bis es da ankommt, wo Aronofsky es haben will: im Kopf, im Herzen und tief, tief in den Eingeweiden.


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