Selon Charlie
Originaltitel:
Charlie Says – Cannes 2006
Kinostart:
01.01.2006
Leserbewertung:
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Das Kind im Mann
Nachdem der Wettbewerbsbeitrag Volver des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar absolut als Frauenfilm bezeichnet werden kann, in dem die wenigen Männer lediglich Randerscheinungen bleiben, stellt die französische Filmemacherin Nicole Garcia nun mit Selon Charlie / Charlie Says kontrastiv dazu ein Werk vor, das sich ganz und gar mit den Sphären von Männern beschäftigt. Auch Garcia ist in Cannes keine Fremde und dieses Jahr schon zum dritten Mal beim Wettstreit um die Goldene Palme vertreten – bereits 1986 nahm sie mit dem Kurzfilm 15 Août / August 15th am Festival teil und im Jahre 2002 mit dem Spielfilm L’Adversaire / The Adversary.
In einer kleinen Stadt an der französischen Atlantikküste kreuzen sich für drei Tage die Lebenswege von sieben Männern auf eine derart intensive und entscheidende Art und Weise, dass keiner von ihnen nach dieser Begegnung mehr derselbe Mensch ist wie zuvor. Durch die ganz besondere Konstellation des Schicksals sehen sich die einzelnen Charaktere in existentieller Bedrängnis auf sich selbst und ihre Lebensgeschichte zurückgeworfen, die offensichtlich einen Wendepunkt erfordert, der sich in den Tagen am Meer anzubahnen beginnt. Die komplex angelegte Geschichte baut sich gemächlich mit der Entwicklung der männlichen Charaktere auf, die sich letztlich als wenig autark erweisen und von nahezu beliebig installierten kleinen Frauenrollen zumindest ansatzweise den Impuls einer Rettung erfahren, deren Umsetzung sich allerdings äußerst schwierig gestaltet.
Dieses Zusammentreffen der Protagonisten miteinander ebenso wie mit den Sehnsüchten und Ängsten ihrer Kindheit und Jugend wird aus der Perspektive des elfjährigen Charlie geschildert, dessen humorige Naivität mitunter von scharfsichtiger Weisheit unterstützt wird. So unterstreicht der Erzählstil des Films sein zentrales Thema der ewigen Verbundenheit mit der eigenen Kindheit gleichermaßen als Segen und Fluch.
Der Spiegel wirft Regisseurin Nicole Garcia vor, dass ihre Inszenierung des Sozialdramas als unzulänglich hinter dem Konzept der Charaktere und Handlungen zurückbleibt, so dass der Eindruck einer ungeordneten Vorläufigkeit entsteht, und berichtet sogar von kargem Beifall und wenig begeisterten Pfiffen im Anschluss an die Pressevorführung. Dem setzt der Hollywood Reporter entgegen, dass der Film beim Zuschauer auch über seine Laufzeit hinaus ein bleibend warmes Gefühl hinterlasse, das den Wunsch wecke, ihn ein zweites Mal anzuschauen, und lobt die hervorragenden schauspielerischen Leistungen sowie die bewegenden Geschichten der einzelnen Handlungsstränge, welche von Regisseurin Garcia souverän verknüpft werden.
In einer kleinen Stadt an der französischen Atlantikküste kreuzen sich für drei Tage die Lebenswege von sieben Männern auf eine derart intensive und entscheidende Art und Weise, dass keiner von ihnen nach dieser Begegnung mehr derselbe Mensch ist wie zuvor. Durch die ganz besondere Konstellation des Schicksals sehen sich die einzelnen Charaktere in existentieller Bedrängnis auf sich selbst und ihre Lebensgeschichte zurückgeworfen, die offensichtlich einen Wendepunkt erfordert, der sich in den Tagen am Meer anzubahnen beginnt. Die komplex angelegte Geschichte baut sich gemächlich mit der Entwicklung der männlichen Charaktere auf, die sich letztlich als wenig autark erweisen und von nahezu beliebig installierten kleinen Frauenrollen zumindest ansatzweise den Impuls einer Rettung erfahren, deren Umsetzung sich allerdings äußerst schwierig gestaltet.
Dieses Zusammentreffen der Protagonisten miteinander ebenso wie mit den Sehnsüchten und Ängsten ihrer Kindheit und Jugend wird aus der Perspektive des elfjährigen Charlie geschildert, dessen humorige Naivität mitunter von scharfsichtiger Weisheit unterstützt wird. So unterstreicht der Erzählstil des Films sein zentrales Thema der ewigen Verbundenheit mit der eigenen Kindheit gleichermaßen als Segen und Fluch.
Der Spiegel wirft Regisseurin Nicole Garcia vor, dass ihre Inszenierung des Sozialdramas als unzulänglich hinter dem Konzept der Charaktere und Handlungen zurückbleibt, so dass der Eindruck einer ungeordneten Vorläufigkeit entsteht, und berichtet sogar von kargem Beifall und wenig begeisterten Pfiffen im Anschluss an die Pressevorführung. Dem setzt der Hollywood Reporter entgegen, dass der Film beim Zuschauer auch über seine Laufzeit hinaus ein bleibend warmes Gefühl hinterlasse, das den Wunsch wecke, ihn ein zweites Mal anzuschauen, und lobt die hervorragenden schauspielerischen Leistungen sowie die bewegenden Geschichten der einzelnen Handlungsstränge, welche von Regisseurin Garcia souverän verknüpft werden.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Selon Charlie
Originaltitel:
Charlie Says – Cannes 2006
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2006
Länge:
135 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2006
CAST & CREW
Regie:
Nicole Garcia
Hauptdarsteller:
Benoît Magimel, Jean-Pierre Bacri, Vincent Lindon, Benoît Poelvoorde, Ferdinand Martin
FILMBEWERTUNG
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