Klang der Stille - Film - kino-zeit.de - das Portal für Film und Kino
Zurück zur Übersicht

Klang der Stille

Meinungen
7

4.1 Sterne aus 102 Bewertungen

Originaltitel: Copying Beethoven
Kinostart: 05.04.2007
 

Freude, schöner Götterfunken?

Wien im Jahre 1824: Ludwig van Beethoven (Ed Harris) ist krank und nahezu taub, sein Zenith scheint überschritten, zumal die Wiener gerade der italienischen Oper den Vorzug geben. Doch ein letzter musikalischer Streich soll es noch einmal richten, sowohl der Maestro als auch sein Verleger und Kopist Wenzel Schlemmer (Ralph Riach) setzen alle Hoffnung auf Beethovens 9. Sinfonie. Das Datum der Premiere steht bereits fest und die Uhr tickt, doch der an Krebs erkrankte Komponist kommt einfach nicht voran. Da immer noch keine fertige Partitur vorliegt, droht der Ruf des Maestros ernsthaften Schaden zu nehmen. Schlemmer weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als dem widerspenstigen Meister eine Hilfe in Gestalt der jungen Konservatoriums-Studentin Anna Holtz (Diane Kruger) an die Seite zu stellen. Nach anfänglicher wütender Ablehnung der jungen Frau, die er zunächst lediglich für eine Botin hält, lässt sich der exzentrische und impulsive Beethoven widerwillig auf das Arrangement ein, schließlich weiß auch er, dass er das Werk allein nicht mehr vollenden kann. Es kommt, wie es kommen muss: Das todkranke Genie durchlebt einen Sinneswandel, was dazu führt, dass er die junge Studentin bald schätzen lernt, was zwar nie den Rahmen des Schicklichen verlässt, doch Annas Beziehung zu ihrem Verlobten Martin Bauer (Matthew Goode) auf eine harte Probe stellt...

Musikalisch weiß Klang der Stille - Copying Beethoven zu überzeugen, was man von der Inszenierung leider nicht zu jedem Zeitpunkt behaupten kann. Während Ed Harris bereits bei der Darstellung des zerrissenen Maler-Genies Jackson Pollock bewies, dass er extreme Charaktere gut ausfüllen kann, bleibt Diane Kruger wie auch in Goodbye Bafana zumeist blass. Umso stärker wirkt Beethovens unsterbliche Musik nach, die hier in hervorragenden und überzeugend inszenierten Einspielungen zu hören ist. Und so ist dieser Film, auch wenn die historische Authentizität keineswegs als gesichert gelten darf, für Liebhaber klassischer Musik allemal ein Erlebnis.

(Joachim Kurz)

Daten & Fakten

Produktionsland: Deutschland, USA
Produktionsjahr: 2006
Länge: 104 (Min.)
Verleih: Concorde Filmverleih
Kinostart: 05.04.2007

Cast & Crew

Regie: Agnieszka Holland
Hauptdarsteller: Ed Harris, Diane Kruger, Matthew Goode, Joe Anderson, Ralph Riach

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Kommentar Seiten « 1 2 »

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 5 von insgesamt 7)
Von: momotek am: 12.05.07
Der FIlm ist einfach großartig!!!! FÜr alle Liebhaber der klassischen Musik einfach ein MUSS, Pflichtprogramm. Agnieszka Holland..... wieder ein toller FILM. Wer bissen mehr darüber gelesen hat, weiss dass Anna HOltz eine Fiktion ist und der Anspruch dieses Filmes kein DOku war über Bethovenszeiten zu machen. Es geht hier ums was anderes.... das Verstehen der Musik bzw. es geht um das Entstehen der Musik
Von: Alina am: 29.04.07
Im Musikunterricht sollte ich letztens ein einstündiges Referat über Beethoven halten. Dadurch bin ich erst einmal richtig auf Beethoven gestoßen. Der Film hört sich gut an, doch bezweifle ich, dass die Handlung wirklich wahr ist.
Von: René am: 22.04.07
Endlich wissen wir es: Es waren Frauen, die maßgeblichen Anteil am Schaffen Bethoovens und darunter zu leiden hatten. Die fleissige und verkannte Komponistin Anna Holtz ein gedemütigtes Opfer der gesellschaftlichen Umstände und eines fahrigen Genies. Im Film kann man sogar einem Genie schließlich abringen, dass seine Kopistin ein von Gott gesandtes Geschenk ist. Schade nur, dass die Figur Anna Holtz reine Fiktion ist.
Von: christiane konrad am: 19.04.07
ja nee ... das war schon einmalig toll ... ;-)
Von: Harlekin am: 12.04.07
Faktum ist: ein Künstler ohne Inspiration erbringt keine unvergänglichen Werke. Somit füllt für mich der Film, auch mit der Rolle der Anna Holz, das ganze Spektrum aus. Ich muss mich nicht auf einen Charakter konzentrieren, sondern zeigt der Film, wie zerrissen und leer Beethoven am Ende seiner Schaffenszeit war. Für meinen Geschmack ein hervorragender Film, gut rübergebracht und musikalisch untermalt. Auch Nichtliebhaber von klassischer Musik können bei der Uraufführung der 9. noch eine Gänsehaut bekommen.

Kommentar Seiten « 1 2 »

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München
  • Festival Scope