Berlinale Tagebuch Tag …. äh, welcher Tag ist heute?
14. Februar 2012
Ich bin ein wenig desorientiert. Aber das ist ganz normal am ... äh ... xten Berlinale-Tag. Dutzende Filme und tausende Menschen ziehen ja nicht spurlos an einem vorüber. Letztere drängeln und rempeln, um in umkämpfte Kino-Säle zu kommen. Da muss man schon aufpassen, dass da nicht der eine oder andere fremde Ellenbogen in den eigenen Rippen landet. Aufpassen muss man aber auch bei den Filmen, denn da liegt die Problematik genau andersrum: Je weniger, desto berührender. Der sechste Film am Tag berührt einen nicht mehr so leicht, wie die mehreren hundert Menschen, die einem in der Schlange vor der Vorstellung auf die Pelle rücken. Im Gegenteil: Der sechste Film am Tag flimmert dann doch schon mal ...
- huch! jetzt bin ich kurz eingenickt - an schweren/flackernden/geschlossenen Augenlidern vorbei. Macht ja nix, man kann ja Kollegen fragen, was zwischendrin alles so passiert ist. Aber das sollte sofort nach dem Film passieren - spätestens am nächsten Tag wird es schwierig, zu rekonstruieren, welchen Film man eigentlich mit wem gesehen hat. Ich bin ja inzwischen schon froh, wenn mir auf die Frage, welche Filme ich gestern gesehen habe, wenigstens zwei von fünfen einfallen. Ohne einen Blick in mein Notizheft bin ich verloren im Meer der Bilder, die sich in den letzten Tagen eingegraben haben, herausragen oder verschwimmen und sich zu einem ganz eigenen Film vermischen.
Insofern ist es von Vorteil für die geistige Gesundheit, sich hin und wieder hinzusetzten - und zwar nicht in den nächsten Kinosessel, sondern um die eine oder andere Kritik schreiben (zu müssen). So lässt sich wenigstens ein Teil der Bilderflut kanalisieren, bevor wieder neue Bilder auf die inzwischen leicht geröteten Augen einströ...
Oh, Entschuldigung. Ich muss jetzt sofort los in den nächsten Film.
(Kirsten Kieninger









