Der atmende Gott - Reise zum Ursprung des modernen Yoga

Kinostart: 05.01.2012
FSK: o.Al.
Leserbewertung:
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Der atmende Gott - Reise zum Ursprung des modernen Yoga - Trailer
Rund drei Millionen Menschen in Deutschland betreiben Yoga. Fast jede Volkshochschule bietet entsprechende Kurse an, viele Krankenkassen geben einen Zuschuss. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter den Übungen? Religion, Gymnastik oder Wellnesswahn?

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Der atmende Gott - Reise zum Ursprung des modernen Yoga
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2012
Länge: 105 (Min.)
Verleih: MFA+

VERÖFFENTLICHUNGEN

Kinostart: 05.01.2012

FILMBEWERTUNG

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Von: René am: 13.02.12
Angekündigt als eine »Reise zum Ursprung des modernen Yoga« handelt der Film von T. Krishnamacharyas Yogaunterricht während der 1930er Jahre in Mysore. Ist es möglich, die Frage nach dem Ursprung des Modernen Yoga zu klären, indem man wie hier geschehen mit einem Filmteam nach Indien reist und einige wichtige Vertreter des Yoga danach befragt? Die Antwort ist ein eindeutiges Nein. Was dem Film dagegen gelingt: Zum Beispiel in aufwändig nachgestellten Szenen jene Stimmung wiederzugeben, in der Yoga damals vielleicht wirklich so einem breiten Publikum präsentiert wurde. Oder in anrührenden Szenen bei Gesprächen mit den Töchtern T. Krishnamcharyas, deren ansteckende Begeisterung und klares Verständnis für Yoga zu vermitteln. Oder einen bleibenden Eindruck von Pattabhi Jois’ sympathischem Wesen festzuhalten, der 2009 vierundneunzigjährig starb. An was es dem Film leider vor allem mangelt ist eine gute Recherche zu seinem Thema. Er zeigt keine Reise zum Ursprung des modernen Yoga sondern ein – sehr kurzweiliges und professionell gemachtes – Kaleidoskop über die frühen Jahre von T. Krishnamacharyas Wirken, über seine Mühen, dem Yoga wieder einen guten Namen zu verschaffen, über seine Schüler Pattabhi Jois, B. K. S. Iyengar, T.K. Sribhashyam (ein Sohn T. Krishnamacharyas) und nicht zuletzt über den Regisseur Jan Schmidt-Garre selbst. Er nutzt die Gelegenheit, unter prominenter Anleitung erste Yogaschritte zu gehen. Wie der moderne Yoga entstand, erfahren wir allerdings nicht. Tatsächlich gäbe es aber viel zu erzählen über die Geschichte der Âsana, über die Blüte des Ha†ha Yoga vor 500 Jahren. Darüber, wie dessen Tradition von Körperübungen fast völlig aus der indischen Kultur verschwand und schließlich nur noch als Fakirtum denunziert ein Schattendasein führte. Darüber, wie in den 1920er und 30er Jahren der Yoga in Indien als Teil einer neuen Wertschätzung (auch westlicher) Körperdisziplinen eine Renaissance erlebte. Oder darüber, in welchen Formen und individuell so unterschiedlichen Ausprägungen sich Krishnamacharyas Wirken in Mysore schließlich über den ganzen Globus ausbreitete. Er hätte auch darüber erzählen können, wie kreativ Krishnamacharya in den langen sechzig Jahren seines Wirkens geblieben ist. Statt dessen lässt er fast vierzig Jahre seines Unterrichtens in Chennai zu einer Randnotiz schrumpfen. So wird der Umgang mit seinem zentralen Anliegen leider zum größten Mangel des Films: Es ist kein Film über Krishnamacharya und sein Lebenswerk. Ein Beispiel für Schmidt-Garres Unverständnis gegenüber den wesentlichen Inhalten von Krishnamacharyas Lehren, in denen ein wichtiger Grundsatz ganz im Mittelpunkt stand und ihm sehr am Herzen lag: Jede Yogapraxis muss den Möglichkeiten und Gegebenheiten eines Menschen angepasst sein, kurz »viniyoga«. Die Vorstellung, Krishnamacharya hätte in seinen späten Jahren schließlich eine »Lebensverlängernde Âsanareihe“ für jedefrau entwickelt, wie es gegen Ende des Films nahegelegt wird, ist schlicht Unsinn. Aber wie so mancher andere (man denke nur an den Hype um die »Fünf Tibeter“) erliegt auch Schmidt- Garre hier eben seinem wohl zu dringenden Wunsch, in Indien ein bisher unentdecktes Geheimnis enthüllen – und es uns hier im Westen auch noch allen bekannt machen zu dürfen. Trotz allem ist »Der atmende Gott“ ein sehenswerter Film, der die Diskussion um die Ursprünge des Modernen Yoga sicher belebt. Und er vermittelt allen, die noch nie in Indien waren, etwas von der dortigen Stimmung, die schwer zu beschreiben aber in einem handwerklich so gut gemachten Film immer wieder zu spüren ist. Eine kleine Fußnote zum Schluss: Wer ihn kannte, wird angesichts der auf dem Filmplakat vollzogenen Verbindung seiner Person mit dem Filmtitel glücklich sein, dass Krishnamacharya diese Werbung nicht mehr sehen muss. Nur wenige verstanden sich nämlich so radikal wie er als geringster Diener Gottes.
Von: Axel Dill am: 25.01.12
Der Film scheint mich die ganze Zeit an zu lächeln. Der kleine Funke des "göttlichen Atmens" zündelt an meinen Geist, wärmt und erhellt. Bilder werden zu Räumen. Ja, man sollte jeden Tag den Sonnenuntergang betrachten.
   
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