Tian bian yi duo yun
Originaltitel:
The Wayward Cloud – Berlinale Wettbewerb 2005
Kinostart:
01.01.2005
Leserbewertung:
Es lebe das Porno-Musical
Man/frau hat ja schon allerhand gesehen im Laufe eines Kinolebens, und die – natürlich rein wissenschaftliche – Beschäftigung mit der Gattung Pornofilm adelt den wahren Cinemaniac und Connaisseur bislang unentdeckter oder verschwiegener Filmwelten. Auch die Berlinale hat – wenn wunderts? – den Sex entdeckt, denn wenn schon das Wettbewerbsprogramm nicht von den Stühlen haut, tummelt sich doch zumindest in den Nebenreihen reichlich Auf- und Anregendes. Und gestern kam es dann auch endlich dem Wettbewerb, Verzeihung IM Wettbewerb zu Erotischem und mehr - die Rede ist von Tian bian yi duo yun / The Wayward Cloud.
Zunächst rekuriert Tsai Ming Liang auf seinen Film What Time is there aus dem Jahr 2001 und lässt dessen Protagonstin Shiang-Chyi aus Frankreich zurückkehren. Dabei stellt sie zu ihrem Entsetzen fest, dass die Promenade vor dem Hauptbahnhof von Taipei abgerissen wurde und sie den Uhrenverkäufer Hsiao-Kang dort nicht mehr antreffen kann. Weil die Stadt gerade schwer unter Wassermangel zu leiden hat, muss Shiang-Chyi an ihrer Arbeitsstelle Wasser stehlen oder den Saft von Wassermelonen trinken. Dieser Zwang, Wasser zu sparen, scheint sie in ihrer Einsamkeit ebenso sehr zu beschäftigen wie ein Koffer, den sie nicht öffnen kann. Eines Tages trifft sie im Park zufällig Hsiao-Kang und eine zarte Romanze der beiden mit täglichen Treffen in Shiang-Chyis Wohnung ist die Folge. Was Shiang-Chyi nicht ahnt: Hsiao-Kang arbeitet mittlerweile als Schauspieler in Pornofilmen und dreht entsprechende Videos in einer benachbarten Wohnung im selben Gebäude.
Mit unglaublicher Fabulierkunst und seltsam schrägen Bildern, in denen immer wieder Wassermelonen gleichsam als filmischer ‚running gag’ auftauchen, hat Tsai Ming-Liang einen verblüffenden, spektakulären Film gedreht, bei dem man allerdings lange nach dem tieferen Sinn sucht. Eigentlich sind es sogar drei Filme, denn wenn man gefragt wird, was für eine Art Film das sei, antwortet man am besten: Ein Porn-Musical mit Liebesgeschichte. Ein neues Genre also, bei dem es allerdings unwahrscheinlich sein dürfte, dass es sich durchsetzen wird. Aber immerhin hat es Spaß gemacht. Und das kann man beileibe nicht von allen Filmen auf der Berlinale sagen. Nach unzähligen und zum Teil unsäglichen Betroffenheitsfilmen wirkt Tian bian yi duo yun / The Wayward Cloud erfrischend wie eine - sagen wir mal - Wassermelone. Falls man diese Frucht überhaupt noch nach dem Genuss dieses Films weiterhin ohne unkeusche Assoziationen sehen kann. Bleibt zu wünschen, dass das Ganze auch in Deutschland in den Kinos zu sehen sein wird.
Zunächst rekuriert Tsai Ming Liang auf seinen Film What Time is there aus dem Jahr 2001 und lässt dessen Protagonstin Shiang-Chyi aus Frankreich zurückkehren. Dabei stellt sie zu ihrem Entsetzen fest, dass die Promenade vor dem Hauptbahnhof von Taipei abgerissen wurde und sie den Uhrenverkäufer Hsiao-Kang dort nicht mehr antreffen kann. Weil die Stadt gerade schwer unter Wassermangel zu leiden hat, muss Shiang-Chyi an ihrer Arbeitsstelle Wasser stehlen oder den Saft von Wassermelonen trinken. Dieser Zwang, Wasser zu sparen, scheint sie in ihrer Einsamkeit ebenso sehr zu beschäftigen wie ein Koffer, den sie nicht öffnen kann. Eines Tages trifft sie im Park zufällig Hsiao-Kang und eine zarte Romanze der beiden mit täglichen Treffen in Shiang-Chyis Wohnung ist die Folge. Was Shiang-Chyi nicht ahnt: Hsiao-Kang arbeitet mittlerweile als Schauspieler in Pornofilmen und dreht entsprechende Videos in einer benachbarten Wohnung im selben Gebäude.
Mit unglaublicher Fabulierkunst und seltsam schrägen Bildern, in denen immer wieder Wassermelonen gleichsam als filmischer ‚running gag’ auftauchen, hat Tsai Ming-Liang einen verblüffenden, spektakulären Film gedreht, bei dem man allerdings lange nach dem tieferen Sinn sucht. Eigentlich sind es sogar drei Filme, denn wenn man gefragt wird, was für eine Art Film das sei, antwortet man am besten: Ein Porn-Musical mit Liebesgeschichte. Ein neues Genre also, bei dem es allerdings unwahrscheinlich sein dürfte, dass es sich durchsetzen wird. Aber immerhin hat es Spaß gemacht. Und das kann man beileibe nicht von allen Filmen auf der Berlinale sagen. Nach unzähligen und zum Teil unsäglichen Betroffenheitsfilmen wirkt Tian bian yi duo yun / The Wayward Cloud erfrischend wie eine - sagen wir mal - Wassermelone. Falls man diese Frucht überhaupt noch nach dem Genuss dieses Films weiterhin ohne unkeusche Assoziationen sehen kann. Bleibt zu wünschen, dass das Ganze auch in Deutschland in den Kinos zu sehen sein wird.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Tian bian yi duo yun
Originaltitel:
The Wayward Cloud – Berlinale Wettbewerb 2005
Produktionsland:
Frankreich, Taiwan, China
Produktionsjahr:
2004
Länge:
112 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2005
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: am: 20.02.05
Ausgezeichneter Film der herausfordernde Pornoszenen in Kontrast zu Musicalkitsch und einsamen Großstadtmenschen setzt. Es gibt wenig Dialoge und dafür lange Einstellungen, die einem Zeit lassen, die Bilder zu betrachten und sich mit den Metaphern auseinanderzusetzen. Sicherlich ein Film zum mehrfach ansehen.
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