Liebe im Fünf-Minuten-Takt
Manchmal, so hat es den Anschein, müssen Singles schon ganz schön verzweifelt sein; wie sonst ist es zu erklären, dass 18 junge Leute sich dieser Tortur aussetzen. Neun Männer und neun Frauen, die sich noch nie zuvor gesehen haben, treffen sich zu einem so genannten Speed-Dating: Jeder Teilnehmer hat gestoppte fünf Minuten Zeit, um sich selbst dem anderen vorzustellen und sich im möglichst besten Licht zu präsentieren. Nach Ablauf der Zeit gellt ein Pfiff durch den Raum, in dem das Ganze stattfindet, dann wechseln die Besetzungen. Und so sitzen sie denn beisammen, die Mühseligen und Beladenen genauso wie die Klugscheißer, die notorisch Verklemmten und all die anderen hemmungslosen Individualisten, die doch nichts anderes wollen, als nicht mehr länger allein zu sein. Ralf Westhoff versammelt in seinem Film ein wahres Panoptikum unserer Gesellschaft und präsentiert so messerscharf zugespitzt bis überzeichnet beinahe alles – vom Aufreißer über den Unternehmensberater bis hin zum Öko-Spießer, von der sensiblen Krankenschwester, die an ihrem Beruf zu zerbrechen droht, über die sinnliche Blondine bis zur Plaudertasche, die sich um Kopf und Kragen redet. Wem das Glück am Ende ein Happy End beschert und wer auch weiterhin alleine bleibt, das sei allerdings an dieser Stelle nicht verraten…
Auf den ersten Blick und nach der Papierform kann ein Film wie Shoppen eigentlich gar nicht funktionieren, denn wie um Himmels Willen soll es ein Film schaffen, in neunzig Minuten 18 Hautpersonen gerecht zu werden, zumal die erste Hälfte des Films ausschließlich das Speed-Dating-Event zeigt und die Anwesenden endlos reden lässt. Dass Shoppen, Ralf Westhoffs erster langer Spielfilm, aber doch Spaß macht und unterhält, das liegt vor allem an den ganz ausgezeichneten Dialogen, die in ihrer Pointiertheit und Treffsicherheit in dieser Form schon lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen waren. Und es liegt an den jungen Schauspielern, die wie die paarungswilligen Singles in dieser rasanten Komödie die wenige Zeit bestens nutzen, um sich in Höchstform zu präsentieren. Und man muss kein Prophet sein, um dem ein oder anderen der Akteure eine glänzende Zukunft vor der Filmkamera vorherzusagen, ohne dabei einen der Darsteller besonders herauszuheben.
Dieser Film ist aber nicht nur eine Talentschau und Bewerbungsrolle des Regisseurs und seiner Darsteller für künftige, womöglich größere Aufgaben, er macht nebenbei einfach ziemlich viel Spaß. Unzweifelhaft ist Shoppen die bislang pfiffigste Komödie dieses Jahres, und wenn es gerecht zuginge auf dieser Welt im Allgemeinen und im Kino im Besonderen, dann müsste das Publikum massenhaft in diesen Film strömen – verdient hätte er es allemal.
Bei den Filmfestspielen von Hof jedenfalls, für die der Film in buchstäblich letzter Minute fertig geworden war, war Shoppen der Publikumsrenner und erntete euphorische Kritiken und stürmischen Applaus – der Lohn für ein junges und freches Debüt, das viel wagt und alles gewinnt.
(Joachim Kurz)
Auf den ersten Blick und nach der Papierform kann ein Film wie Shoppen eigentlich gar nicht funktionieren, denn wie um Himmels Willen soll es ein Film schaffen, in neunzig Minuten 18 Hautpersonen gerecht zu werden, zumal die erste Hälfte des Films ausschließlich das Speed-Dating-Event zeigt und die Anwesenden endlos reden lässt. Dass Shoppen, Ralf Westhoffs erster langer Spielfilm, aber doch Spaß macht und unterhält, das liegt vor allem an den ganz ausgezeichneten Dialogen, die in ihrer Pointiertheit und Treffsicherheit in dieser Form schon lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen waren. Und es liegt an den jungen Schauspielern, die wie die paarungswilligen Singles in dieser rasanten Komödie die wenige Zeit bestens nutzen, um sich in Höchstform zu präsentieren. Und man muss kein Prophet sein, um dem ein oder anderen der Akteure eine glänzende Zukunft vor der Filmkamera vorherzusagen, ohne dabei einen der Darsteller besonders herauszuheben.
Dieser Film ist aber nicht nur eine Talentschau und Bewerbungsrolle des Regisseurs und seiner Darsteller für künftige, womöglich größere Aufgaben, er macht nebenbei einfach ziemlich viel Spaß. Unzweifelhaft ist Shoppen die bislang pfiffigste Komödie dieses Jahres, und wenn es gerecht zuginge auf dieser Welt im Allgemeinen und im Kino im Besonderen, dann müsste das Publikum massenhaft in diesen Film strömen – verdient hätte er es allemal.
Bei den Filmfestspielen von Hof jedenfalls, für die der Film in buchstäblich letzter Minute fertig geworden war, war Shoppen der Publikumsrenner und erntete euphorische Kritiken und stürmischen Applaus – der Lohn für ein junges und freches Debüt, das viel wagt und alles gewinnt.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Shoppen
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2006
Länge:
90 (Min.)
Verleih:
X Verleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
03.05.2007
CAST & CREW
Regie:
Ralf Westhoff
Hauptdarsteller:
Tanja Schleiff, Sebastian Weber, Anna Böger, Felix Hellmann, Katharina Schubert
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
WEITERE INHALTE AUF kino-zeit.de
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 32)
Von: adrian.prechtel@gmx.de am: 24.01.08
München ist deutsche Cabrio-, Solariums- und Single-Hauptstadt. Und wahrscheinlich hängt das alles sogar zusammen. "München ist eine Lebensfalle", sagt Isabella in "Shoppen", dem wunderbaren Debütfilm von Ralf Westhoff. Mit einem Mini-Budget von 80 000 Euro hat er 330 000 Zuschauer erreicht - nicht zuletzt wegen seines fantastischen Gesamt-Ensembles. "Shoppen" ist ein München-Film über 18 Grossstadt-Singles, die einen Partner per Speed-Dating-Agentur suchen. Genau fünf Minuten Selfmarketing hat man Zeit, sein Gegenüber kennenzulernen. Dann rückt man einen Stuhl weiter.
Westhoff hätte daraus eine beissende Satire auf die Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft machen können, in der private Dinge wie Konsumgüter abgewickelt werden: anschauen, ausprobieren und gegebenenfalls umtauschen. Aber "Shoppen" ist eine wunderbare Komödie geworden, in deren entlarvendem Witz vor allem Sympathie für die Menschen und ihre Schwächen steckt: weibliche Hysterien, männliches Macho-Gehabe, das Zwanghafte, das Verklemmte, Betroffenheiten und Einsamkeit. Fast wie im richtigen Leben.
Von: luli am: 02.08.07
sehr lustiger film, hab mich echt weggeschmissen aber das ende ist total schlecht und nichts
sagend
Von: Regina und Ingo am: 12.07.07
unserer Meinung nach ein ganz besonders gelungener Film, den sich viele ansehen sollten.
Ein heiteres Lehrstück für alle, die sich selbst und die anderen besser verstehen wollen.
Von: am: 09.07.07
einfach nur assi
Von: Filmwolf am: 07.07.07
Ein bisschen amüsant, sonst nichts sagend. Muss man nicht sehen.








