Im Wald, da sind die Killer!
Und immer wieder der Wilde Osten! Anscheinend gehört es zu den ungeschriebenen Leitlinien des Horror- und Slasher-Genres, dass es im Osten Europas immer noch eine Spur härter zugeht als in der westlichen Hemisphäre. Das war jüngst erst in der – ziemlich ekelerregenden – Tarantino-Produktion Hostel zu besichtigen, einem globalisierten Sozial-Horror-Porno, der die Genrefans massenhaft ins Kino und einige von ihnen eiligst wieder hinaustrieb. Der britische Regisseur Christopher Smith (Creep) hat sich in seinem neuen Werk Severance ebenfalls nach Osteuropa aufgemacht und kommt ebenfalls mit der bluttriefenden Erkenntnis zurück, dass so mancher Ausflug hinter den ehemaligen Eisernen Vorhang tödlich enden kann – im Gegensatz zu Hostel allerdings ist sein Film gewürzt mit britischem Humor der – nun ja, nennen wir es mal bescheiden – makaberen Art.
Anscheinend ist die Freude bei den Angestellten des Rüstungskonzerns Palisade Defence wenig groß, als eine Gruppe von ihnen für ein Wochenende in das Grenzgebiet zwischen Ungarn und Serbien verfrachtet wird, um dort ein einem bestens eingerichteten Haus an einem „Motivations-Workshop“ teilzunehmen. Aber natürlich geht alles schief: Der Bus, der die sichtlich demotivierten Mitarbeiter zu ihrer Unterkunft tief im Wald bringen soll, wird durch einen umgestürzten Baumstamm aufgehalten, so dass die Gruppe ihren Weg zu Fuß fortsetzen muss. Die angekündigte Luxus-Lounge entpuppt sich als ziemliche Bruchbude mit eher rustikalem Komfort. Außerdem sind da noch merkwürdige Gestalten, die sich nachts in der Nähe der Hütte herumtreiben. Der Abteilungsleiter Richard (Tim McInnerny) und der Buchhalter Gordon (Andy Nyman) sind allerdings nicht gewillt, sich von solchen Widrigkeiten unterkriegen zu lassen. Erst als die Bürohengste und –mäuse während eines Paintball-Matches auf ihren verlassenen Bus mit einem dahin gemetzelten Fahrer treffen, schwant ihnen, dass hier in diesem unheimlichen Wald so manches nicht mit rechten Dingen zugeht – ein Eindruck, den vor allem Gordon bestätigen kann, denn der hat gerade seinen Fuß in einer Bärenfalle verloren. Und die uniformierten Männer, die sich rund um die Hütte versammelt haben, in die die Mitarbeiter von Palisade Defence panisch geflohen sind, wirken auch nicht gerade beruhigend für die aufgepeitschten Gemüter. Mit blank liegenden Nerven wagen die Umzingelten einen Ausbruch – keine gute Idee für manche von ihnen, denn nun beginnt eine ebenso blutige wie obskure Hetzjagd…
Überraschend humorig und mitunter sogar dezent gesellschaftskritisch – immerhin sind die Gejagten Mitarbeiter eines Rüstungskonzerns – geht Smith hier zu Werke und sorgt mit stilistischer Vielfalt und herrlich überzeichneten Charakteren – allen voran der notorisch dauerbedröhnte Steve (Danny Dyer) – für Schockeffekte vom Feinsten, die immer wieder durch Skurrilitäten und grimmige kleine Seitenhiebe aufgelockert werden. Für Freunde des Genres unbedingt empfehlenswert, feinsinnige Filmliebhaber sollten hingegen eher einen anderen Film für einen gemütlichen Filmabend in Betracht ziehen.
(Joachim Kurz)
Anscheinend ist die Freude bei den Angestellten des Rüstungskonzerns Palisade Defence wenig groß, als eine Gruppe von ihnen für ein Wochenende in das Grenzgebiet zwischen Ungarn und Serbien verfrachtet wird, um dort ein einem bestens eingerichteten Haus an einem „Motivations-Workshop“ teilzunehmen. Aber natürlich geht alles schief: Der Bus, der die sichtlich demotivierten Mitarbeiter zu ihrer Unterkunft tief im Wald bringen soll, wird durch einen umgestürzten Baumstamm aufgehalten, so dass die Gruppe ihren Weg zu Fuß fortsetzen muss. Die angekündigte Luxus-Lounge entpuppt sich als ziemliche Bruchbude mit eher rustikalem Komfort. Außerdem sind da noch merkwürdige Gestalten, die sich nachts in der Nähe der Hütte herumtreiben. Der Abteilungsleiter Richard (Tim McInnerny) und der Buchhalter Gordon (Andy Nyman) sind allerdings nicht gewillt, sich von solchen Widrigkeiten unterkriegen zu lassen. Erst als die Bürohengste und –mäuse während eines Paintball-Matches auf ihren verlassenen Bus mit einem dahin gemetzelten Fahrer treffen, schwant ihnen, dass hier in diesem unheimlichen Wald so manches nicht mit rechten Dingen zugeht – ein Eindruck, den vor allem Gordon bestätigen kann, denn der hat gerade seinen Fuß in einer Bärenfalle verloren. Und die uniformierten Männer, die sich rund um die Hütte versammelt haben, in die die Mitarbeiter von Palisade Defence panisch geflohen sind, wirken auch nicht gerade beruhigend für die aufgepeitschten Gemüter. Mit blank liegenden Nerven wagen die Umzingelten einen Ausbruch – keine gute Idee für manche von ihnen, denn nun beginnt eine ebenso blutige wie obskure Hetzjagd…
Überraschend humorig und mitunter sogar dezent gesellschaftskritisch – immerhin sind die Gejagten Mitarbeiter eines Rüstungskonzerns – geht Smith hier zu Werke und sorgt mit stilistischer Vielfalt und herrlich überzeichneten Charakteren – allen voran der notorisch dauerbedröhnte Steve (Danny Dyer) – für Schockeffekte vom Feinsten, die immer wieder durch Skurrilitäten und grimmige kleine Seitenhiebe aufgelockert werden. Für Freunde des Genres unbedingt empfehlenswert, feinsinnige Filmliebhaber sollten hingegen eher einen anderen Film für einen gemütlichen Filmabend in Betracht ziehen.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Severance
Produktionsland:
Großbritannien
Produktionsjahr:
2006
Länge:
95 (Min.)
Verleih:
Splendid / Stardust
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
30.11.2006
CAST & CREW
Regie:
Christopher Smith
Hauptdarsteller:
Danny Dyer, Laura Harris, Tim McInnerny, Tony Stephens, Claudie Blakley
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: LongDongSilver am: 26.02.07
Ein sehr amüsanter, durchaus gelungener Film, der mit teilweise makabrem Humor glänzt. Vor allem Danny Dyer alias Steve macht diesen Streifen schon sehenswert, wenn er völlig verpeilt durch die ungarischen Wälder latscht. Alles in allem ein sehr witziges B-Movie, bei dem die Splattereffekte nicht überstrapaziert werden, was aber bei diesem Film kein Manko ist. In Prozent gesehen irgendwo zwischen 80 - 85 %








