Die sexuelle Befreiung der Bourgeoisie
Rentner in Frankreich müsste man sein, denn dann könnte man anscheinend wirklich wie Gott in Frankreich leben. Das könnte zumindest die nicht besonders gut versteckte Botschaft im Film Peindre ou faire l’amour der Gebrüder Arnaud und Jean Marie Larrieu sein. Ja, so einfach ist das.
Hat sich eigentlich schon mal jemand gewundert, was mit den ganzen „beautiful people“ geschieht, wenn sie älter werden? Nun, der dritte und letzte französische Wettbewerbsbeitrag der Filmfestspiele von Cannes klärt darüber auf. Die schönen Leute kaufen sich in der schönen Provinz ein verlassenes Haus, renovieren es mühelos in ein schönes Kleinod, lernen schöne Nachbarn kennen (gut, der männliche Nachbar hat einen kleinen Makel, er ist blind), und haben dann schönen Sex. Swinging à la francaise ist in Zukunft angesagt, allemal besser als das ständige Gejammer über Rentenkürzungen, Stützstrümpfe und Kassenbeiträge. Greise Deutschlands, nehmt Euch ein Beispiel an William (Daniel Auteuil) und Madeleine (Sabine Azéma) und Eure sexuelle Befreiung ist nur noch einen (schlecht) gemalten Sonnenuntergang entfernt.
Die Geschichte, die Peindre ou faire l’amour erzählt, ist tatsächlich so belanglos wie beschrieben. Der Ruheständler William und seine malende Unternehmersgattin kaufen in der Provinz Rhone-Alpes ein verfallenes Haus und renovieren es. Sie lernen das gutaussehende und leicht mysteriöse Nachbarpaar Adam (Sergi Lopez) und Eva (Amira Casar) kennen - Adam und Eva, wenn das nicht mal irgendwelche Assoziationen beim aufmerksamen und gebildeten Zuschauer hervorrufen soll. Man kommt sich bei diversen Spirituosen und kulinarischen Leckereien langsam und stetig näher, bis die Unternehmersgattin mit dem blinden Nachbarn ins Bett entschwindet. Der Ehemann, nun keineswegs eifersüchtig, vergnügt sich derweil mit der hübschen Eva. Und so nimmt das schöne Leben der schönen Menschen, trotz einiger noch folgender Irrungen und Wirrungen seinen schönen Lauf, bis auch alle erkannt haben, dass ihr Leben wirklich schön ist.
Laut den Brüdern Larrieu geht es in ihrem Film darum, dass auch normale Menschen sinnliche Erfahrungen sammeln können. Wie bitte? Auch Menschen, die älter als 20 oder gar 30 sind haben Sex und Spaß dabei? Und das auch noch mit einem anderen, als dem seit Jahrzehnten angetrauten Partner? Welch tiefe und profunde Erkenntnis, die da in 98 Minuten bourgeoiser Ödnis von der Leinwand rieselt. Trotz einiger durchaus komischer Momente ist Peindre ou faire l’amour einfach einer dieser Filme, bei denen man sich kopfschüttelnd fragt, warum er eigentlich gedreht wurde. Wer die Antwort auf diese Frage weiß, bekommt eine Gratis-Mitgliedschaft in einem Swinger-Club seiner Wahl. Wirklich wahr! ;-)
Hat sich eigentlich schon mal jemand gewundert, was mit den ganzen „beautiful people“ geschieht, wenn sie älter werden? Nun, der dritte und letzte französische Wettbewerbsbeitrag der Filmfestspiele von Cannes klärt darüber auf. Die schönen Leute kaufen sich in der schönen Provinz ein verlassenes Haus, renovieren es mühelos in ein schönes Kleinod, lernen schöne Nachbarn kennen (gut, der männliche Nachbar hat einen kleinen Makel, er ist blind), und haben dann schönen Sex. Swinging à la francaise ist in Zukunft angesagt, allemal besser als das ständige Gejammer über Rentenkürzungen, Stützstrümpfe und Kassenbeiträge. Greise Deutschlands, nehmt Euch ein Beispiel an William (Daniel Auteuil) und Madeleine (Sabine Azéma) und Eure sexuelle Befreiung ist nur noch einen (schlecht) gemalten Sonnenuntergang entfernt.
Die Geschichte, die Peindre ou faire l’amour erzählt, ist tatsächlich so belanglos wie beschrieben. Der Ruheständler William und seine malende Unternehmersgattin kaufen in der Provinz Rhone-Alpes ein verfallenes Haus und renovieren es. Sie lernen das gutaussehende und leicht mysteriöse Nachbarpaar Adam (Sergi Lopez) und Eva (Amira Casar) kennen - Adam und Eva, wenn das nicht mal irgendwelche Assoziationen beim aufmerksamen und gebildeten Zuschauer hervorrufen soll. Man kommt sich bei diversen Spirituosen und kulinarischen Leckereien langsam und stetig näher, bis die Unternehmersgattin mit dem blinden Nachbarn ins Bett entschwindet. Der Ehemann, nun keineswegs eifersüchtig, vergnügt sich derweil mit der hübschen Eva. Und so nimmt das schöne Leben der schönen Menschen, trotz einiger noch folgender Irrungen und Wirrungen seinen schönen Lauf, bis auch alle erkannt haben, dass ihr Leben wirklich schön ist.
Laut den Brüdern Larrieu geht es in ihrem Film darum, dass auch normale Menschen sinnliche Erfahrungen sammeln können. Wie bitte? Auch Menschen, die älter als 20 oder gar 30 sind haben Sex und Spaß dabei? Und das auch noch mit einem anderen, als dem seit Jahrzehnten angetrauten Partner? Welch tiefe und profunde Erkenntnis, die da in 98 Minuten bourgeoiser Ödnis von der Leinwand rieselt. Trotz einiger durchaus komischer Momente ist Peindre ou faire l’amour einfach einer dieser Filme, bei denen man sich kopfschüttelnd fragt, warum er eigentlich gedreht wurde. Wer die Antwort auf diese Frage weiß, bekommt eine Gratis-Mitgliedschaft in einem Swinger-Club seiner Wahl. Wirklich wahr! ;-)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Peindre ou faire l’amour - Cannes 2005
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2005
Länge:
98 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Arnaud , Jean-Marie Larrieu
Hauptdarsteller:
Sergi Lopez, Daniel Auteuil, Sabine Azéma, Amira Casar
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: am: 18.03.06
Dieser Film ist absolut fantastisch!!
Die obenstehnede Kritik wurde wohl von einem zurückgebliebenen, antikulturellen Sexmuffel geschrieben....
Von: Jacques Vaché am: 07.03.06
Es ist faszinierend, wie gründlich Filmkritiker gelegentlich das Wesentliche aus den Augen verlieren.
Auf die gleiche Weise könnte der Herr Filmkritiker über Goethes Faust schreiben: Ein Frustrierter Bourgeois in der Midlife-Crisis sucht nach dem Sinn in seinem Leben und findet ihn - in der Liebe zu einer Frau. Wie banal! Klar. Und gleichzeitig wunderbar.
Für mich war es ein schöner, überraschender und bewegender Film.
Nach Lektüre von obenstehender Filmkritik verstehe ich endgültig, warum sich Deutsche und Frazosen nie wirklich verstehen werden. Würde ein Deutscher einen Film über das gleiche Ehepaar machen, würden sie sich wohl in der Anti-Atom-Bewegung engagieren oder einen grossen Mercedes kaufen und damit glücklich werden...
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