In 24 Stunden soll sich das Schicksal des kleinen Tommys entscheiden, dessen Mutter Prostituierte war und dessen Vater gerader erst aus dem Knast entlassen wurde. Schließlich wird eine Münze über Tod oder Leben bestimmen, ein Kilo Heroin für viele zum Verhängnis werden und die Polizei durch Korruption glänzen. Ein ganz alltäglicher Großstadtfilm?
Während normalerweise eine Medaille zwei unterschiedliche Seiten hat, so ist die Münze des Kleinkriminellen Samy (Harris) auf beiden Seiten mit dem gleichen Motiv geprägt. Das heißt, dass er immer als Gewinner aus den jeweiligen Situationen hervorgeht, bis er und sein Kumpel Aron (Afrob) die Möglichkeit zum ganz großen Drogen-Deal haben. Aber nicht nur die beiden interessieren sich für das Rauschgift, sondern auch der unredliche Polizist Ron (Ralf Richter), der tschetschenische Arzt Milos (Heinz Hoenig), der brutale Zuhälter Thomas (Dirk Heinrichs) oder die sensationslüsterne TV-Moderatorin Valerie Kaiser (Saskia Valencia). Die Motive liegen bei jedem aber ganz woanders, denn während Ron sich persönlich bereichern will, sorgt sich Milos uneigennützig um die finanzielle Unterstützung seiner Tochter Irina (Jana Pallaske) und Valerie will einfach nur eine medienwirksame Story haben. So unterschiedlich die Motive sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen. Alle verbindet jedoch eines miteinander: Die "alles überwindende Kraft der Hoffnung und des Glücks."
Das Cross-over von Gangsterfilm und Sozialdrama, das durchgehend von der Off-Stimme der toten Mutter Tommys kommentiert wird, wirkt leider durch die unzähligen Thematiken etwas überfrachtet. Als da wären: Drogenhandel, illegale Einwanderung, Billiglohnarbeit, Prostitution, Zwangs- und Scheinehen, Korruption der Polizei, Abschiebung, Drogenschmuggel und -konsum, religiöser Fanatismus, Integrationsprobleme von Menschen mit Migrationshintergrund, Sinti & Roma, Unterdrückung von Frauen, Mord & Gewalt, uneheliche Kinder etc. pp. Die Zuspitzung des Filmes auf den Hauptplot – so wie es wohl eingangs geplant war –, nämlich auf die mögliche Ermordung des kleinen Tommy (Joschua Keller), hätte Kopf oder Zahl aus der Verwirrungsfalle herausgeholt. Stattdessen bleibt eine Verknotung der Handlungsstränge.
Dennoch ist dem Regie-Duo Benjamin Eicher und Timo Joh. Mayer eine ungewöhnliche Produktion gelungen, die unter anderem aufgrund ihrer vielen afro-deutschen Schauspieler auch auf dem internationalen Markt große Chancen haben dürfte und mit faszinierenden Bildern von Berlin aufwartet. Dabei werden Details des Potsdamer Platzes ebenso ins Visier genommen wie triste Plattenbausiedlungen, so wie sich die Kamera insgesamt auf Close-ups der Schauspieler konzentriert. Kopf oder Zahl schildert letztendlich die Zerrissenheit von Menschen mit Migrationshintergrund, die im fremden Deutschland kaum richtige Wurzeln schlagen werden, manchmal auch nicht können, weil die Bürokratie all zu schnell mit Abschiebung droht.
In Kopf oder Zahl wird beispielsweise der Weg des akademisch gebildeten Milos (Heinz Hoenig), der ein grundehrlicher Mensch ist, letztendlich auch in die Machenschaften des Drogenhandels führen, denn als illegaler Arbeiter auf einem Schrottplatz kann er kaum das Geld für seine Tochter zusammenbringen, um ihr ein Studium zu ermöglichen. Dabei ist auch sie schon längst inm Sumpf von Kriminalität und Prostitution versunken. Die Aussage des Filmes ist letzten Endes, dass der Weg in die Illegalität fast jedem passieren kann, wenn die äußeren - ökonomischen wie emotionalen - Umstände es erfordern oder mit sich bringen. Sei es die erfolgreiche Fernsehmoderatorin, die skrupellos auf Sensationsnachrichten aus ist und ihren schwarzen Ehemann mehr oder weniger als Sexsklaven hält, den korrupten Polizisten, der sich die Umstände immer genau so hinbiegt, wie es für ihn nützlich ist, und der, um an Informationen heranzukommen, auch brutale Gewalt anwendet. Sein afrodeutscher Kollege scheint einer der wenigen Gutmenschen in diesem Film zu sein, aber auch er wird schließlich zum Mörder. Alle wollen aus ihrem vorgezeichneten Lebensweg ausbrechen, aber nur wenigen gelingt es. Ein Abgesang auf die moderne Gesellschaft, in der das Leben des Einzelnen nicht mehr viel zählt.
(Silvy Pommerenke)
Während normalerweise eine Medaille zwei unterschiedliche Seiten hat, so ist die Münze des Kleinkriminellen Samy (Harris) auf beiden Seiten mit dem gleichen Motiv geprägt. Das heißt, dass er immer als Gewinner aus den jeweiligen Situationen hervorgeht, bis er und sein Kumpel Aron (Afrob) die Möglichkeit zum ganz großen Drogen-Deal haben. Aber nicht nur die beiden interessieren sich für das Rauschgift, sondern auch der unredliche Polizist Ron (Ralf Richter), der tschetschenische Arzt Milos (Heinz Hoenig), der brutale Zuhälter Thomas (Dirk Heinrichs) oder die sensationslüsterne TV-Moderatorin Valerie Kaiser (Saskia Valencia). Die Motive liegen bei jedem aber ganz woanders, denn während Ron sich persönlich bereichern will, sorgt sich Milos uneigennützig um die finanzielle Unterstützung seiner Tochter Irina (Jana Pallaske) und Valerie will einfach nur eine medienwirksame Story haben. So unterschiedlich die Motive sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen. Alle verbindet jedoch eines miteinander: Die "alles überwindende Kraft der Hoffnung und des Glücks."
Das Cross-over von Gangsterfilm und Sozialdrama, das durchgehend von der Off-Stimme der toten Mutter Tommys kommentiert wird, wirkt leider durch die unzähligen Thematiken etwas überfrachtet. Als da wären: Drogenhandel, illegale Einwanderung, Billiglohnarbeit, Prostitution, Zwangs- und Scheinehen, Korruption der Polizei, Abschiebung, Drogenschmuggel und -konsum, religiöser Fanatismus, Integrationsprobleme von Menschen mit Migrationshintergrund, Sinti & Roma, Unterdrückung von Frauen, Mord & Gewalt, uneheliche Kinder etc. pp. Die Zuspitzung des Filmes auf den Hauptplot – so wie es wohl eingangs geplant war –, nämlich auf die mögliche Ermordung des kleinen Tommy (Joschua Keller), hätte Kopf oder Zahl aus der Verwirrungsfalle herausgeholt. Stattdessen bleibt eine Verknotung der Handlungsstränge.
Dennoch ist dem Regie-Duo Benjamin Eicher und Timo Joh. Mayer eine ungewöhnliche Produktion gelungen, die unter anderem aufgrund ihrer vielen afro-deutschen Schauspieler auch auf dem internationalen Markt große Chancen haben dürfte und mit faszinierenden Bildern von Berlin aufwartet. Dabei werden Details des Potsdamer Platzes ebenso ins Visier genommen wie triste Plattenbausiedlungen, so wie sich die Kamera insgesamt auf Close-ups der Schauspieler konzentriert. Kopf oder Zahl schildert letztendlich die Zerrissenheit von Menschen mit Migrationshintergrund, die im fremden Deutschland kaum richtige Wurzeln schlagen werden, manchmal auch nicht können, weil die Bürokratie all zu schnell mit Abschiebung droht.
In Kopf oder Zahl wird beispielsweise der Weg des akademisch gebildeten Milos (Heinz Hoenig), der ein grundehrlicher Mensch ist, letztendlich auch in die Machenschaften des Drogenhandels führen, denn als illegaler Arbeiter auf einem Schrottplatz kann er kaum das Geld für seine Tochter zusammenbringen, um ihr ein Studium zu ermöglichen. Dabei ist auch sie schon längst inm Sumpf von Kriminalität und Prostitution versunken. Die Aussage des Filmes ist letzten Endes, dass der Weg in die Illegalität fast jedem passieren kann, wenn die äußeren - ökonomischen wie emotionalen - Umstände es erfordern oder mit sich bringen. Sei es die erfolgreiche Fernsehmoderatorin, die skrupellos auf Sensationsnachrichten aus ist und ihren schwarzen Ehemann mehr oder weniger als Sexsklaven hält, den korrupten Polizisten, der sich die Umstände immer genau so hinbiegt, wie es für ihn nützlich ist, und der, um an Informationen heranzukommen, auch brutale Gewalt anwendet. Sein afrodeutscher Kollege scheint einer der wenigen Gutmenschen in diesem Film zu sein, aber auch er wird schließlich zum Mörder. Alle wollen aus ihrem vorgezeichneten Lebensweg ausbrechen, aber nur wenigen gelingt es. Ein Abgesang auf die moderne Gesellschaft, in der das Leben des Einzelnen nicht mehr viel zählt.
(Silvy Pommerenke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Kopf oder Zahl
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2009
Länge:
94 (Min.)
Verleih:
Kinostar
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
23.04.2009
CAST & CREW
Regie:
Benjamin Eicher, Timo Joh. Mayer
Kamera:
Markus Stotz
Hauptdarsteller:
Ralf Richter, Heinz Hoenig, Jana Pallaske, Martin Semmelrogge, Mark Keller
FILMBEWERTUNG
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Von: Thomas Siegle am: 22.11.09
bester Flm Ihr müßt Euch die Blu Ray holen. Top Bild und jede menge interesanter Spezials
Von: Kornie am: 18.04.09
War auch in Essen...mir hat der film gefallen. Aber die Premiere war der Hammer! Wie im Film Nutten und Gangster...lol! Von Mir 5 Punkte
Von: Thomas am: 16.04.09
Sorry, war gestern auf der Vorpremiere. Aber die Sozialmessage ist zu verkrampft, in Kitsch und Brutalität verpackt, die Stimme der Märchenfee aus dem Off ist deplaziert, die Handlung ist keine und die Sprüche sind einfach zu platt und abgegrabbelt. Mehr als eine Aneinanderreihung von Trailern ist es nicht. Im Endeffekt geben das die Macher sogar selber zu (http://www.hackermovies.com/kopf-oder-zahl-i).
Schade um die guten Schauspielerleistungen und um einige schöne Einstellungen. Das Beste war der Abspann, den sollte man sich gönnen.
Von: Nutteguschtel am: 05.04.09
Oh man ich muss den Film sehen wann ist endlich der 23.April ????? war jetzt schon in 3 sneaks und er ist nicht geloffen !!!!!!!!!! AHhhhhhh ich dreh durch. Und es ist mir egal ob er scheisse ist !!! Ich muss ihn jetzt den Fil sehen über den alle reden!!!! Und ich wette das er mir gefallen wird, den wenn er den Internet Hatern nicht gefällt ist das ein Film für mich
10 von 10 Gespannten flitze Bogen
Von: jack Sparow am: 29.03.09
muss endlich auch Kopf oder Zahl sehen weiß einer ob der in Aachen auch anläuft ?








