Paranoia is King!
Mit mehreren Jahren Verspätung findet nun endlich der vielversprechende Debütfilm eines großen Regietalentes den Weg in die Kinos, der mit den Nachfolgefilmen Memento und Insomnia für einiges an Aufsehen gesorgt hat – die Rede ist von Christopher Nolan. Bevor dieser im Sommer diesen Jahres zum ersten Mal mit dem designierten Blockbuster Batman Begins zu sehen sein wird, zeigt Flax Film die filmischen Anfänge dieses cineastischen Wunderkinds. Sein Debütfilm Following datiert aus dem Jahr 1998 und ist unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen und mit minimalem Budget entstanden. Und doch merkt man bereits hier deutlich die spätere Meisterschaft – unter anderem auch in der Vorliebe für das nicht-lineare Erzählen, ein Twist, den Nolan später bei Memento zu einiger Meisterschaft trieb.
Bill (Jeremy Theobald) ist ein gelangweilter Pseudo-Schriftsteller, der mit sich selbst und seiner kümmerlichen Existenz so gar nichts anzufangen weiß. Aus Frust oder Neugier oder vielleicht einfach nur, um die eigene innere Leere zu füllen, beginnt er fremden Menschen, Unbekannten, nachzustellen, sie zu verfolgen und möglichst viel über ihr Leben herauszubringen – ein Privatdetektiv ohne Auftrag, ohne Sinn und Ziel. Am Beginn dieser Leidenschaft redet er sich noch ein, das Material als Studien für einen geplanten Roman zu sammeln, doch die Observation wird mehr und mehr zur Obsession. Eines Tages gerät er allerdings an den Falschen, oder vielmehr an den Richtigen: Denn Cobb (Alex Haw) ist ein Profi-Einbrecher, und fortan hat Bill bei seinen Erkundungstouren einen gewieften Begleiter, der mit ihm die Leidenschaft für die intimen Geheimnisse andere Menschen teilt.
Cobb erweist sich als guter Lehrmeister, der seinem Zögling beibringt, die Besitztümer seiner "Opfer" zu lesen und zu interpretieren. Und die beiden beginnen, an den Tatorten Spuren zu hinterlassen, die den solchermaßen Heimgesuchten signalisieren, dass jemand hier war. Doch dann beginnt Bill sich allzu sehr für die Privatangelegenheiten einer attraktiven Blondine zu interessieren, was sich als verhängnisvoller Fehler erweist...
Wie Memento, so ist auch Following ein verzwickter, hinterhältiger Neo-Noir-Thriller, der dem Kinobesucher noch lange präsent bleibt; ein Appell an die eigene Paranoia, denn was wäre, wenn man selbst Opfer eines solchen Eindringlings werden würde, so fragt man sich unwillkürlich. Jede Wette, dass man danach die eigene Wohnung und die so genannte Privatsphäre mit anderen, misstrauischeren Augen sieht. Zusätzliche Verunsicherung entsteht durch die bewusste und raffinierte Manipulation, die ansatzlos zwischen verschiedenen Zeit- und Erzählebenen hin- und herspringt, was die Verwirrung ins beinahe Unermessliche steigert. Coole Schwarzweiß-Bilder und der meisterhafte Einsatz der Handkamera machen aus dem No-Budget-Film ein fieses kleines Meisterwerk und die erste Kostprobe eines Regisseurs, von dem man hofft, dass er nicht allzu sehr den Verlockungen des Mainstream erliegt.
Bill (Jeremy Theobald) ist ein gelangweilter Pseudo-Schriftsteller, der mit sich selbst und seiner kümmerlichen Existenz so gar nichts anzufangen weiß. Aus Frust oder Neugier oder vielleicht einfach nur, um die eigene innere Leere zu füllen, beginnt er fremden Menschen, Unbekannten, nachzustellen, sie zu verfolgen und möglichst viel über ihr Leben herauszubringen – ein Privatdetektiv ohne Auftrag, ohne Sinn und Ziel. Am Beginn dieser Leidenschaft redet er sich noch ein, das Material als Studien für einen geplanten Roman zu sammeln, doch die Observation wird mehr und mehr zur Obsession. Eines Tages gerät er allerdings an den Falschen, oder vielmehr an den Richtigen: Denn Cobb (Alex Haw) ist ein Profi-Einbrecher, und fortan hat Bill bei seinen Erkundungstouren einen gewieften Begleiter, der mit ihm die Leidenschaft für die intimen Geheimnisse andere Menschen teilt.
Cobb erweist sich als guter Lehrmeister, der seinem Zögling beibringt, die Besitztümer seiner "Opfer" zu lesen und zu interpretieren. Und die beiden beginnen, an den Tatorten Spuren zu hinterlassen, die den solchermaßen Heimgesuchten signalisieren, dass jemand hier war. Doch dann beginnt Bill sich allzu sehr für die Privatangelegenheiten einer attraktiven Blondine zu interessieren, was sich als verhängnisvoller Fehler erweist...
Wie Memento, so ist auch Following ein verzwickter, hinterhältiger Neo-Noir-Thriller, der dem Kinobesucher noch lange präsent bleibt; ein Appell an die eigene Paranoia, denn was wäre, wenn man selbst Opfer eines solchen Eindringlings werden würde, so fragt man sich unwillkürlich. Jede Wette, dass man danach die eigene Wohnung und die so genannte Privatsphäre mit anderen, misstrauischeren Augen sieht. Zusätzliche Verunsicherung entsteht durch die bewusste und raffinierte Manipulation, die ansatzlos zwischen verschiedenen Zeit- und Erzählebenen hin- und herspringt, was die Verwirrung ins beinahe Unermessliche steigert. Coole Schwarzweiß-Bilder und der meisterhafte Einsatz der Handkamera machen aus dem No-Budget-Film ein fieses kleines Meisterwerk und die erste Kostprobe eines Regisseurs, von dem man hofft, dass er nicht allzu sehr den Verlockungen des Mainstream erliegt.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Following
Produktionsland:
Großbritannien
Produktionsjahr:
1998
Länge:
70 (Min.)
Verleih:
Flax Film
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
17.02.2005
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