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Der unsichtbare Aufstand

Meinungen
2

5 Sterne aus 30 Bewertungen

Originaltitel: L’État de Siège – TV-Tipp der Woche
Kinostart: 01.01.2005

Donnerstag, 4. August 2005, ARTE, 20:50 Uhr

Als die Tupamaros, die legendäre Stadtguerilla Uruguays, den anscheinend unbescholtenen US-Bürger und Verkehrsexperten Philip Michael Santore in Montevideo entführen, versteht zunächst niemand die Hintergründe dieser Tat. Doch als der liberale Journalist Carlos Ducas (O.E. Hasse) mit eigenen Nachforschungen beginnt, stellt sich schnell heraus, dass der Amerikaner keinesfalls so harmlos ist wie zunächst angenommen. Vielmehr unterstützt Santore als hochkarätiger Militärberater im Auftrag der US-Regierung unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe den Polizeiapparat des repressiven uruguayischen Militärregimes. Der Plan der Guerillas, Santore gegen politische Gefangene auszutauschen, scheint aufzugehen. Doch im letzten Moment spürt die Polizei die Kernmannschaft der Entführer auf und zeigt sich nicht weiter verhandlungsbereit. Zu diesem Zeitpunkt bleiben 24 Stunden bis zum Ablauf des Ultimatums - 24 Stunden, die über Leben und Tod Santores entscheiden.

Der unsichtbare Aufstand ist ein packender Politkrimi des griechisch-französischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras, der bereits mit seinem 1969 realisierten Film Z dieses Genre stilbildend beeinflusste. Mit beklemmender Eindringlichkeit schildert Der unsichtbare Aufstand die sozialen und politischen Missstände in einem südamerikanischen Land und stellt die zwielichtigen Praktiken des amerikanischen Imperialismus in ein kritisches Licht. Costa-Gavras beruft sich in seinem Film auf den authentischen Fall des Agenten Daniel Mitrione, der 1970 in Uruguay als Entwicklungshelfer getarnt im Auftrag der US-Regierung das diktatorische Regime unterstützte. Durch die geschickte Besetzung der Rolle des umstrittenen Polizeiberaters mit dem glühenden Sozialisten Yves Montand gelingt dem Regisseur eine spannende Gratwanderung zwischen Anklage und Rechtfertigung revolutionärer Gewalt. Constantin Costa-Gavras, der mit 18 Jahren seine Heimat Griechenland verließ und nach Frankreich kam, besuchte nach einem Studium der Literaturwissenschaft an der Sorbonne die Pariser Filmhochschule IDHEC. Ehe er mit seinem 1965 realisierten Film Mord im Fahrpreis inbegriffen erste Erfolge feierte, arbeitete er als Assistent von Yves Allégret, René Clair und Jacques Demy. Der 1933 geborene Regisseur gilt als einer der weltweit erfolgreichsten und beständigsten Vertreter eines politisch engagierten Kinos.


Daten & Fakten

Produktionsland: Deutschland, Frankreich, Italien
Produktionsjahr: 1972
Länge: 115 (Min.)
Kinostart: 01.01.2005

Cast & Crew

Regie: Constantin Costa-Gavras
Hauptdarsteller: Yves Montand, O.E. Hasse, Maurice Teynac, Nemesio Antúnez, Roberto Navarrete

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: Monika Räthlein am: 21.02.08
Die Zeit von Filmen dieses hochkarätigen Inhalts, Aussage, schauspielerischer Leistung - das alles gehört (leider) ein- für allemal der Vergangenheit an. Künstler wie die Herren Gavras, Montand etc. haben halt keine Nachfolger mehr.....!!!! Schade!!!
Von: Platzverweis am: 19.01.08
Schade das es nicht mehr davon zu sehen gibt

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